Warum spielen Frauen Videospiele?

Diese Frage sollte vermutlich einige Entwickler von Computerspielen brennend interessieren. Nachgegangen wird dieser Frage in einem recht aktuellen Forschungsbericht der Hamburger Forschungsberichte zur Sozialpsychologie, die vom Arbeitsbereich Sozialpsychologie der Uni Hamburg herausgegeben werden. Am Institut für Sozialpsychologie, geleitet von Univ.-Prof. Dr. phil. Dipl.-Psych. Erich H. Witte ist eine qualitative Studie durchgeführt worden zu den Gründen Computerspiele zu spielen. Leonard Reinecke, Sabine Trepte und Katharina-Maria Behr stellen die Frage: „Why Girls Play. Results of a Qualitative Interview Study with Female Video Game Players.“ (als PDF).

Zitate aus den Befragungen, wie das folgende, bei dem nach den Eigenschaften der Avatarfiguren gefragt wird, machen Lust auf mehr:

“There are not enough of them [female game characters]. And the ones that do exist – you know – they are the creation of male game developers. I mean, no real woman looks like that!”

Die Forschung, die rund um Herrn Witte stattfindet ist für meine Dissertation besonders spannend, weil insbesondere der sozialpsychologische Einfluss von Gruppen auf die Leistung von Individuen in vielfältigen Forschungsberichten und Publikationen thematisiert worden ist. So ist aus meiner Sicht z.B. auch ein Besuch der Respect Research Group auf jeden Fall einen Klick wert, denn dort beschäftigt man sich mit Themen, die die Funktionsweise und den sozialpsychologischen Motor von Web 2.0 vermutlich bereits beschreiben, ohne, dass die Autoren dies selbst bislang realisiert haben. Insbesondere der Beitrag „Es geht mir nicht um Toleranz, es geht mir um Respekt! (als PDF)“ von Niels van Quaquebeke, Daniel C. Henrich und Tilman Eckloff scheint da eine gute Lektüre.

Why do I blog this? Das ist diesmal einfach: Ich checke gerade meine Literaturlisten für die Dissertation, und da war ich nochmal auf der Webseite und da Computerspiele mich nicht so ganz kalt lassen, war das natürlich Pflicht. Und da ich ja – genauso wie alle anderen – auf der Suche nach dem Heiligen Gral des Web 2.0 bin, und diesen in der Sozialpsychologie vermute, hab ich mich gleich mal ein wenig umgeschaut, auch wenn es mich wieder eine Stunde zurückgeworfen hat mit der eigenen Arbeit.

Two Years of Theta: Die 7 mir wichtigsten Blogposts

Das Weblog Thetawelle besteht nun seit fast exakt zwei Jahren, ein Umstand, der mich veranlasst, einmal Bilanz zu ziehen. Eines schonmal vorab, ich habe die Wirkung und den Gewinn den ich durch das Weblog habe massiv unterschätzt, die Arbeit damit allerdings auch… Hier erstmal meine Best-of-Compilation als ausgewiesener Bilanzgewinn und Geburtstagskuchen zugleich (nach IAS/“In Absteigender Sortierung“/Zuletzt Geändertes zuerst!).

Die Fakten: Seit November 2005 (Ja solange hat es seit Juni 2005 bis zum ersten Eintrag gedauert!!) sind 142 Blogeinträge (ohne diesen) erfolgt. Insgesamt gab es bis heute 250 Kommentare und Track-/Pingbacks von Besuchern. Davon musste ich bei 37 Kommentaren als Moderator eingreifen. Zusammengenommen sind das 392 also ca. 400 konstruktive Beiträge die durch ca. 8.700 erfolgreich abgewehrte Spamattacken bedroht wurden. Das Verhältnis konstruktiv/Beitrag/Kommentar vs. destruktiv/Spam beträgt somit 1 : 22. Sprich, für einen konstruktiven Beitrag müssen ca. 22 destruktive Beiträge abgewehrt werden (Dank SpamKarma kein Problem!). Laut dem Weblogtracking Dienst Technorati gehört mein Blog derzeit zu den Top 165.811 Blogs weltweit, was angesichts von über etwas über derzeit 80 Mio Weblogs weltweit gar nicht so wenig – nämlich Top 0,2 Prozent – bedeutet.

Der Betrieb meines Weblog hat viele positive Wirkungen für mich gehabt folgende sollen nur einen kleinen Ausschnitt geben:

  • Ich habe viele interessante Links für mich selbst als kleines Nachschlagewerk organisiert und zusammengeführt, mein Blog ist Informationsquelle vor allem für mich selbst (RSS-Feedmashup, delicious-tagcloud, Podroll und Blogroll, Admin-Leserstatistik, Trackbacks & Kommentare)
  • Durch spezielle Beiträge habe ich Kontakte zu Fachexperten bekommen, die sich mit mir austauschen über Themen die mich interessieren und die ich sonst vermutlich nie getroffen hätte, vor allem auch aus dem Ausland.
  • Der Podcast Thetarock’r hat mich in völlig neue Bereiche der Uni Bremen geführt und bislang enormen Spass gebracht. Nach dem Motto „Jeder Podcast eine kleine Premiere“ werde ich das auch fortführen.
  • Mehrmals haben sich bereits lokale und überregionale Zeitungen und andere Institutionen an mich gewandt um Rat einzuholen, oder einen kleinen Hinweis für die eigene Artikelrecherche zu erfragen. Jedesmal wurde als Kontaktgrund mein Weblog genannt.
  • Ich stehe über das Weblog „unsichtbar“ in Kontakt mit Menschen die mich kennen, sich aber eher kaum an den Kommentaren beteiligen, dennoch sind diese informiert, was ich tue und womit ich mich bei meiner Arbeit beschäftige. Das passiert, ohne dass ich diesen Menschen beim Kaffee davon erzähle.
  • Durch das Blog ist man zumindest in der „Szene“ connected bzw. integriert durch gegenseitige Vernetzung per Hyperlink, zugleich steigt damit der eigene Bekanntheitsgrad bei Wachstum des Netzes weiter.

Why do I blog this? Man soll ja Feste Feiern wie sie fallen. Das war zwar jetzt mal wieder besonders viel Arbeit, vor allem die virtuelle Geburtstagstorte, aber so muss das wohl sein (und ich hab mich mal wieder erfolgreich für eine Stunde vor meiner Dissertationsschreiberei gedrückt.): Ich lade damit alle Besucher herzlich ein von der Best-of-2-Years Torte ein Stück zu nehmen. Über Kommentare bzw. kleine Geschenke (Links auf Interessantes werden gerne genommen) würde ich mich sehr freuen. :-D

Wie stehen die Aktien… für z.B. Java?

Soeben habe ich zum ersten Mal von der Programmiersprache „D“ gelesen. Der Artikel hat mich auf die Webseite von TIOBE verschlagen, die im Prinzip die Marktbewertungen von Programmiersprachen seit einigen Jahren durchführen. Ein Blick in die Tabelle zeigt: Java auf Platz Eins!


Interessant: auf den ersten sechs Plätzen herrschte Stabilität. Darunter jedoch herrscht Bewegung, z.B. bei Ruby, das ein starkes Wachstum hingelegt hat, momentan aber stagniert. Es bleibt allerdings die Frage, ob eine Scriptsprache wie Ruby auch auf den Desktops dieser Welt Fuß fassen wird, um wirklich in der oberen Tabellenhälfte anzugreifen.

Die Long term trends von TIOBE zeigen eines jedenfalls ziemlich klar: Seit 2001 sind die Scriptsprachen stetig auf Wachstumskurs und die Compiler-Sprachen stetig im leichten Sinkflug gewesen. Somit sind C und Java die klaren Verlierer. Dennoch glaube ich stark an die Compilersprachen und schließe mich der Meinung des Autors der TIOBE-Studie an, dieser schreibt in Bezug auf den Scriptsprachen-Boom durch das Internet:

I have the impression there is a maximum to such dynamically interpreted languages. Although very popular for web-based programming, statically compiled languages remain the core of all enterprise software systems.

Interessant sicher für Mac-Entwickler, Objective-C liegt auf Platz 47 und ist mit 0.106% Anteil bewertet. Hier könnte sich einmal mehr ein lange bekannter Spruch unter Macianern bewahrheiten, wenn das iPhone in Kürze als erstes Objective-C-basiertes OS für Handys vorgestellt wird: Mac User und in diesem Fall Mac/Objective-C-Entwickler mögen nur 0,1 Prozent der Entwickler ausmachen, aber da sie zu den Top 0,1% gehören (gemessen am Impact der mit Objective-C entwickelten Anwendungen, z.B. iTunes, iDVD, iMovie, iPhoto, GarageBand, iChat, Keynote, Delicious Library, OmniGraffle, Subethaedit, Coda und nicht zuletzt die ganzen ProApps sowie Mac OS X!) ist die Relevanz von Objective-C ziemlich hoch.

Update 21.6.2007
Gerade hat ein neuer Suchmaschinen-Anwärter, PowerSet bekanntgegeben, das sie auf Ruby als Lösung für ihre neue Suchmaschine setzen werden (nicht unbedingt Ruby on Rails). Sie haben angeblich einige führende Ruby-Entwickler eingekauft dafür.