Bohrtechnik: Wandlöcher bohren ohne Dreck zu machen

Von Zeit zu Zeit ergibt sich die Notwendigkeit, dass man fuer eine Befestigung z.B. ein Loch in eine Wand bohren muss. Bisher war das bei mir immer ein Vorgang den ich nicht mochte, weil eben der Auswurf vom Bohren sich meist unkontrolliert verbreitet hat.

Dreck und Staub

Je nachdem in was fuer eine Wand man mit einem Steinbohrer bohrt, kommt einem dann vielleicht roter Staub oder so sandig/koernig weisser Staub entgegen und der faellt halt einfach auf den Boden. Wenn man zu zweit ist, und man im Haushalt einen Staubsauger hat, dann kann man eine zweite Person den Staubsauger moeglichst nahe an der Bohrstelle halten lassen um soviel wie moeglich Staub einzufangen. Ist man allein und hat keinen Staubsauger wird es schwierig.

Zweite Person mit Staubsauger?

Wobei ich die Technik die ich gleich vorstellen werde der Staubsaugermethode eindeutig vorziehen wuerde, denn fuer den Staubsauger ist der Bohrstaub nicht gut. Der ist oft so fein, dass der den Filter im Staubsauger (oder den Beutel) zusetzt und zugleich bleibt z.B. roter Staub ueberall entlang des Saugrohrs haengen und nervt noch fuer weitere Wochen bei der Benutzung des Staubsaugers. Die Staubsaugertechnik kann ich also nicht empfehlen, sie ist der nun vorgestellten Technik deutlich unterlegen.

Japanisches Reispapierklebeband und Plastikbeutel

Meine mittlerweile perfektionierte Technik setzt auf sogenanntes Washi-Tape (Japanisches Reispapierklebeband) in Kombination mit den ultraduennen Plastiktueten die man in den meisten Supermaerkten fuer Obst und Gemuese von der Rolle bekommt.

[1] Eine Rolle Washi-Tape + Plastiktuete [2] Plastiktuete mit Washi-Tape unter Bohrstelle
[3] Bohrmaschine auf Bohrstelle [4] Bohrmaschine waehrend Bohrvorgang
[5] Bohrstelle nach dem Bohrvorgang [6] Bohrloch verschlossen mit Duebel

1. Washi-Tape

Fuer eine elegante Loesung benoetigt es etwas Vorbereitung. Zunaechst braucht es Washi-Tape. Wenn man wirklich nichts anderes findet geht auch Malerkrepp, aber bei Malerkrepp muss man hoellisch aufpassen, dass man es nicht zu fest an die Tapete drueckt, denn es sitzt deutlich fester und laesst sich sehr viel schlechter abloesen als Washi-Tape. Oft reisst man dann noch was von der Tapete mit ab, deshalb ist Washi-Tape die bessere Wahl. Das klebt fest genug und laesst sich rueckstandsfrei wieder entfernen.

2. Plastiktuete

Nachdem man die Bohrstelle markiert hat, befestigt man direkt darunter mit Hilfe des Washi-Tape die Plastiktuete. Und zwar so, dass nur ein Teil der Oeffnung der Plastiktuete an die Wand geklebt wird. Dadurch erhaelt man einen Auffangbehaelter fuer den Bohrstaub. Man sollte den Streifen Washi-Tape ruhig etwas laenger machen, so dass man die Oeffnung der Tuete voll ausnutzen kann. Denn der Bohrstaub fliegt nach allen Seiten, daher ist links und rechts von der Bohrstelle die auffangende Tuete perfekt positioniert.

3. Bohren

Nachdem alles in Position ist bohrt man ganz normal das Loch in die Wand. Vor dem Bohrvorgang pruefen, dass man die Seite der Plastiktuete die nicht an der Wand klebt, etwas zu sich hinzieht, damit die Tuete als Auffangbehaelter gut geoeffnet ist.

4. Bohrstaub im Loch

Wichtig, damit der Duebel spaeter passt, den Bohrer zum Schluss noch mehrmals raus und rein bewegen, so dass Bohrstaub sauber aus dem Loch herausbefoerdert wird. Macht man das nicht, schiebt man spaeter den verbliebenen Bohrstaub beim Einfuehren des Duebels zusammen nach hinten und der Duebel passt unter Umstaenden nicht mehr ganz rein.

5. Bohrvorgang beenden

Nach dem Ende des Bohrvorgangs die Tuete noch nicht gleich abnehmen. Da beim Einbringen des Duebels ebenfalls noch Staub herabfallen kann, bleibt die Tuete bis zum Schluss an der Wand.

6. Duebel eingebracht

Nachdem auch der Duebel in der Wand sitzt, kann man die Tuete abnehmen, indem man die Tuete mitsamt des Washi-Tape zusammen von der Wand zieht. macht man das vorsichtig genug, kann man die Tuete mit dem Tape gleich nochmal verwenden fuer die naechste Bohrstelle.

Fertig!

Why do i blog this? Mich hat jahrelang immer wieder das Handling von Bohrstaub genervt. Gerade rotfarbiger Bohrstaub in Verbindung mit weisser Tapete ist der Nerv. Nimmt man da anschliessend einen nassen Lappen, macht man es nur noch schlimmer und bekommt den Dreck nicht mehr weg. Ausserdem setzt der Staub sich ueberall in die letzten Ritzen wenn man ihn nicht gleich an der Quelle entfernt. Kurz ich hab keine Lust meine Zeit mit vermeidbaren Reinigungsarbeiten zu verbringen. Mit einer Plastiktuete fuer wenig Cent und einem Streifen Washi-Tape ist alles blitzesauber. Niemand wird bemerken, dass ueberhaupt gebohrt wurde. Das finde ich einfach elegant.

Zum Begriff der „Digitalen Souveränität“

Aktuell wird sehr viel und in verschiedensten Kontexten (Bundesregierung, Gemeinnützige Vereine) über digitale Souveränität geredet. Dabei ist der Begriff selbst überhaupt nicht klar definiert. In der aktuellen Diskussion versteht jeder darunter, was er halt gerade verstehen möchte.

Beispiel 1:
Digital souverän kann bedeuten, ich möchte gerne die volle Kontrolle über meine persönlichen Daten haben und behalten und so wenig wie möglich Daten herausgeben müssen (Prinzip der Datensparsamkeit).

Beispiel 2:
Digital souverän kann aber auch bedeuten, ich möchte dass alle Produkte und Dienste für die Verarbeitung meiner Daten ausschliesslich durch deutsche oder europäische Unternehmen erbracht werden.

Das Beispiel zwei zeigt, dass man darunter sehr schnell eher nationale oder nationalstaatliche oder Ländergrenzen-bezogene Aspekte fassen könnte. Diese Sichtweise ist nach meiner Ansicht dazu geeignet, nationalistische Tendenzen und Orientierungen aufzugreifen und zu verstärken. Das ist eine hoechst problematische Interpretation von Souveränität. Es meint eher die scharfe Abgrenzung, Zurückweisung und die Umorientierung auf das Nationale. Es steht nichtmehr das Vernetzte oder gar Kooperative, sondern das Selbstreferenzielle bzw. Egoistische im Vordergrund. Kurz man stellt die eigene Nation, das „Wir“ in Abgrenzung zu „den Anderen“ als die Loesung dar.

Beispiel eins fasst darunter Aspekte, die sich hingegen deutlich mehr fokussieren auf die Bedingungen fuer jeden Einzelnen. Der einzelne Buerger soll vor „BigTech“ geschuetzt werden. Das ist per Definition auch die Aufgabe von Gesetzen, den Buerger vor dem Staat oder anderen maechtigen Institutionen zu schuetzen. Das soll sichergestellt werden durch Rechtssicherheit und Rechtsgleichheit.

Rechtssicherheit
Alle staatlichen Maßnahmen brauchen eine Grundlage. Das lässt sich gut mit der Frage ausdrücken: „Wo steht, dass der Staat das darf?“ Die Gesetzgebung ist dabei an die Verfassung gebunden. Verwaltung und Justiz sind an Recht und Gesetz gebunden. Das dient dem Schutz vor staatlicher Willkür. Die Grundrechte sind garantiert und die Verfassung sichert die staatliche Ordnung.

Rechtsgleichheit
Das Rechtsstaatsprinzip besagt auch, dass für alle Bürgerinnen und Bürger die gleichen Gesetze gelten und sie vor Gericht auch gleich behandelt werden (Art. 3 GG).

Quelle: Landeszentrale fuer politische Bildung

Folgen wir also Beispiel eins, stellt sich eigentlich nur die Frage, halten sich die im Verdacht stehenden Unternehmen, die uns „unsouverän“ machen denn ueberhaupt an das geltende Recht?

Und an der Stelle wird bereits klar, das dies nicht der Fall ist. Die BigTech-Unternehmen, wie z.B. Apple, Google, Amazon, Meta und Microsoft (die ich hier lediglich stellvertretend auffuehre, es sind noch mehr) bezahlen alle keine Steuern in Deutschland, obwohl sie die Infrastruktur und die Ressourcen unseres Landes jeden Tag fuer ihre Geschaefte nutzen. Ein iPhone oder ein Apple TV ohne funktionierendes Internet waere ein Ladenhueter. Ohne eine funktionierende Paketzustellung kann Apple und konnte Amazon bis vor kurzem keine Produkte an den Kunden liefern. Ohne unsere funktionierenden Strassen kann auch Amazon keine Pakete mit den eigenen Fahrzeugen zustellen. Und ohne funktionierendes Gewerbegebiet mit zuverlaessig Strom, Wasser und Abwasser, kann auch kein Amazon Warenlager betrieben werden. Ebenso kann Meta seine Dienste wie Instagram, WhatsApp oder Facebook ohne funktionierenden Mobilfunk und Internet in Deutschland vergessen. Erst Recht das aktuell im Untergang befindliche Metaversum. Microsoft, Amazon und Google fallen hier besoders dadurch auf, dass sie Rechenzentren in Deutschland betreiben, um ihre Clouddienste ueberhaupt anbieten zu koennen. Sie nutzen also Strom, Wasser, Gebaeude und die gesamte Datennetzinfrastruktur, um sowohl Privatpersonen als auch anderen Unternehmen aber auch ihren eigenen Unternehmen eine geeignete Plattform bereitzustellen, um Datendienste in Europa zu betreiben.

Die Unternehmen nutzen hier unsere staatlich organisierten Infrastrukturen und gut ausgebildete Mitarbeiter aus unserem Land. Doch sie zahlen keine (jedenfalls keine fuer inlaendische Unternehmen vergleichbaren) Steuern in Deutschland. Das Recht wird massiv gebrochen bzw. durch Gesetzesluecken gezielt unterlaufen und unsere Politik steht daneben und sagt sich „Nicht mein Problem!“. Unsouverän ist hier vor allem die Politik, die sich auf der Nase herumtanzen laesst, und das Prinzip der Rechtsgleichheit mit Füssen tritt. Denn jedes kleine Unternehmen in Deutschland hat keine andere Wahl als hier die entsprechenden Abgaben zu bezahlen. Aber fuer nicht inlaendische Grosskonzerne soll das gleiche Recht ploetzlich nicht gelten? Das ist krasser Rechtsbruch!

Thomas Fricke hat einen schoenen Vortrag „Vom Wunsch nach Digitaler Souveränität bis zur Deutschen Verwaltungstrategie – ein Reisebericht“ auf der republica 2023 gehalten zu dem Thema „Digitaler Souveränität“. Weiterer sehr empfehlenswerter Vortrag von Thomas ist „Energy Consumption of Data Centers“.

Thomas zitiert in dem Vortrag zu digitaler Souveränität einen Beitrag von Hans Kelsen, den ich hier mal recherchiert habe: Das Problem der Souveränität und die Theorie des Völkerrechts, Beitrag zu einer reinen Rechtslehre von Hans Kelsen (siehe auch Volltext im WebArchiv)

Wer den Vortrag von Thomas verfolgt bemerkt die Problematik des Begriffs „Souveränität“ ist erheblich.

Wenn jeder was anderes unter Souveränität versteht, wo führt das dann hin?

Ich bringe da gerne ein Beispiel aus der Luftfahrt, wenn im Flugzeugbau jeder unter dem zu fertigenden Leitwerk etwas anderes verstehen wuerde, dann kann man zwar versuchen ein Flugzeug zu bauen, eventuell hat man am Ende auch eine Maschine die auf dem Rollfeld steht, bloss fliegen wird sie vermutlich nicht.

Die Definition dessen, was ich erreichen moechte muss eindeutig nicht mehrdeutig sein. Also wird der Flugzeugbauer sich festlegen und z.B. sagen: „Wir statten das Flugzeug mit einem T-Leitwerk aus mit einfachem Pendelruder“. Damit ist dann auch klar was alles nicht gebaut wird.

Aehnlich ist es mit dem Begriff der Souveränität, bei dem vollkommen unklar ist, um was es eigentlich geht. Der Begriff ist so vieldeutig, dass er untauglich dafuer ist zu beschreiben, was das Ziel sein soll.

Ich werde jedoch den Eindruck nicht los, dass genau diese Vieldeutigkeit begruesst wird, denn so kann jeder das Ziel nach seiner eigenen Interpretation deuten oder umdeuten, so wie es gerade am besten passt.

Der Lobbyist, der die heimische IT Industrie foerdern moechte, wird sich nicht mit der Rechtsgleichheit aufhalten wollen, er moechte lediglich, das der Staat z.B. nur noch von einheimischen Firmen kauft.

Der AfD-Vertreter im Bundestag wird sich weder fuer Rechtsgleichheit noch fuer Rechtssicherheit interessieren, sondern stattdessen den Hass auf alles was aus dem Ausland kommt in den Vordergrund stellen. Er wird der Regierung Versagen vorwerfen, weil sie Elektrotechnik aus dem Ausland einkauft.

Jahrzehntelang war die Politik gluehender Anhaenger der Globalisierung. Solange man von den Exporten genug profitierte, schienen die Nebenwirkungen der Globalisierung (u.a. neue Abhaengigkeiten z.B. bei Medikamentenimporten) egal. Mir scheint, jetzt schlaegt die Globalisierung massiv zurueck. Es wird klar, dass die Abhaengigkeiten in die man sich hineinmanoevriert hat, zu einem grossen Problem werden, sobald die geopolitische Stabilitaet ins Wanken geraet. Nationen nutzen diese Abhaengigkeiten nun als Druckmittel zur Erreichung eigener Ziele.

Was tun wir jetzt?

Eigentlich ist es nicht sonderlich kompliziert. Wir muessen einfach zur Kenntnis nehmen, dass die rosarote Zeit der Globalisierung vorbei ist. Diese Erkenntnis ist unabhaengig von dem Begriffsverstaendnis der „Souveränität“ machbar.

Doch eines sollte schnellstens veraendert werden: Die „Laissez-faire“ Politik, die Deutschland und die EU bereits viel zu lang laufen lassen gegenueber den Steuerzahlungen von grossen Unternehmen. Die Rechtsgleichheit muss hergestellt werden. Das ist vor allem deshalb noetig, damit die Freihheitsrechte der Buerger gesichert werden koennen.

Freiheitssicherung
Die Bürgerschaft hat bestimmte Rechte, die ihr niemand nehmen kann. Eine Freiheitsbegrenzung ist nur ausnahmsweise durch Gesetz möglich. Die Grund- und Menschenrechte sind Abwehrrechte gegen staatliche Willkür und schützen die Privatperson. In bestimmte private Bereiche darf sich der Staat nicht einmischen. Grundrechte sichern dadurch den Freiraum vor dem Staat, aber auch gegenüber anderen Bürgerinnen und Bürgern.

Unternehmen greifen mittlerweile in die Freiheitsrechte der Buerger massiv ein. Die Ausforschung der Buerger im Internet und ueber das Smartphone und allerlei andere elektronische Geraete (z.B. Smarte TV, Automobile, etc.) muss gestoppt werden. Der Rechtsstaat muss sich hier kuemmern und die Freiheitssicherung aktiv in die Hand nehmen.

Why do I blog this? Geltendes Recht muss auch gegenüber Unternehmen durchgesetzt werden. Man gewinnt den Eindruck die staatlich Handelnden Institutionen haben aufgegeben, diese Freiheitssicherung gegenüber Unternehmen ernst zu nehmen. Stattdessen freut man sich nun ueber den Begriff der Souveraenitaet, der wunderbar vom eigenen Nichtstun ablenkt.

Apple Adapter im Selbstbau

Die Welt hat sich danke der Europaeischen Union Gott sei Dank („USB Type-C becomes the standard for mobile devices across the EU“ PDF) zu einer besseren veraendert, indem der USB-C-Anschluss zum obligatorischen Anschluss definiert wurde. Bedeutet jedoch auch, dass es immer weniger Geraete gibt, die einen USB-Typ-A Stecker unterstuetzen. Somit wird es immer schwieriger eine Geraet das noch auf den Lightning-Port angewiesen ist kabelgebunden aufzuladen.

Ich hab das Problem nun mit einem Adapter geloest, den ich (nicht bei Apple) gekauft habe. Nachteil dieser kleinen Dinger ist, man verliert sie so schnell. Damit das nicht passiert, habe ich den Adapter ein wenig konfektioniert mit zusaetzlichen Materialien.

Damit ich den Adapter immer bei mir haben kann, musste er irgendwie an das Schlueselbund dran. Also zunaechst ein Stahlring her. Doch wie den Adapter da dran bekommen? Kabelbinder war die Antwort. Doch der allein reicht halt nicht, der allein wuerde abrutschen. Ich hab dann zu einer Kombination aus Heisskleber, dem Kabelbinder und einer Textilummantelung in bunten Farben gegriffen. Mit dem Textil hab ich gute Erfahrungen gemacht. Es macht das Stueck Hardware einfach entdeck- & auffindbar. Und so „verirrt“ sich das Bauteil auch nicht aus Versehen in andere Taschen.

Why do I blog this? Ich hab das Teil jetzt eine Weile am Schluesselbund und es funzt praechtig. Noch nicht verloren und es ist immer einsatzbereit. Ich muss es oft nichtmal vom Schluesselbund abfriemeln. In einer naechsten Interation werde ich mir mal ueberlegen, ob man nicht auch was mit Velcro/Klettverschluss machen kann. Das funktioniert ja schliesslich auch auf der ISS super.