39c3

Ich war dieses Jahr (mal wieder) nicht auf dem Chaos Communication Congress. Aber ich habe zwischen den Feiertagen ein wenig Talks geschaut und/oder die Podcasts des Sendezentrums ein wenig verfolgt.

Viele Tickets. Viele Menschen.

Ich hörte relativ schnell von etwa 16500 Teilnehmenden am 39c3. Das ist für mich eine abschreckend große Zahl muss ich gestehen. Im Vergleich vom 26c3, den ich erstmals besuchte damals im Berliner BCC, ist das die fünffache Menge an Menschen und 3000 fand ich ehrlich gesagt schon reichlich viel.

Wenn Dinge groß werden geht etwas verloren. Für mich sind Camp und Congress sehr sehr groß geworden. Zu groß als dass ich die volle Veranstaltungszeit dort verbringen könnte. Ich bedauere es daher, dass es keine Tagestickets mehr gibt. Für einen Tag wäre ich sehr gerne einmal rumgekommen: Leute treffen. Gemeinsam eine Mate trinken. Paar Lightning Talks schauen. Gut, Engeln wäre da halt bei einem Tag Aufenthalt eher nicht so drin.

Leider sind Tagestickets beim aktuellen Congress Format nicht mehr vorgesehen. Ich find es schade, denn es macht den Zugang schwieriger und auch deutlich teurer, wenn man ein Ticket und Unterbringung im Hotel für die ganze Veranstaltung braucht. Auch ist es eben nicht für jeden kompatibel bereits am 26.12. den familiären Weihnachtskontext zu verlassen. Ich verstehe, dass da vermutlich finanzielle Überlegungen dahinter stehen, warum es nur noch Volltickets gibt. Trotzdem finde ich es schade, denn Ticket plus Hotel für diese Zeit sind einfach sehr, sehr teuer. Man könnte ja Tagestickets mit fester Tagesbindung auch im Vorfeld bereits verkaufen, somit gäbe es auch finanzielle Planungssicherheit wenn man das wollte.

Veranstaltungen

Einige der Talks habe ich LIVE im Stream geschaut. Das hat wieder einmal bestens funktioniert. Das Re-Live brauchte man fast gar nicht, weil die Sachen meist schon nach serh kurzer Zeit in den Releases zu finden waren. So schnell ist das noch nie gegangen, das fiel mir positiv auf.

Waschmaschinen (da habe ich eine Menge gelernt, wie so eine Waschmaschine funktioniert. Toll!)
Cory Doctorow (Der Talk hat mir eine vor allem geopolitisch neue Sicht auf die Entwicklungen gegeben und eine tolle Erzählung angeboten)
Nico Semsrott (Dieses PRÜF finde ich sehr respektabel und die Gesänge fand ich sehr schön ansteckend)
– Der Dialog/Podcast mit Reiner Mühlhoff im Sendezentrum u.a. zu AI.
– Der Talk aus den USA zu den geostationaeren Satelliten (leider fehlten Slides… warum??)

Andere Talks sind jetzt bei mir nicht so sehr hängen geblieben. Einige Talks habe ich kurzerhand abgebrochen wegen schlecht aufbereiteter Slides oder permanentem „Ähm“-sagen in jeder kleinen Sprechpause, oder weil Leute so hastig gesprochen haben, dass sie das Luft holen vergessen haben. Solche Talks guck ich halt einfach nicht mehr, weil mich das stresst. Wer sich nicht die Mühe gibt seine Inhalte ordentlich aufzubereiten oder mal einen Probelauf zu machen, der hat auch meine Aufmerksamkeit nicht verdient. Mein Anspruch an mich selbst wenn ich da auf der Buehne stehen wuerde, waere zumindest meine Slides vorher getestet zu haben. Wer das nicht hinkriegt, den kann ich eigentlich nicht mehr ernst nehmen. Niemand wird gezwungen einen Talk zu geben. Wenn ihr einen haltet, bereitet den halt ordentlich vor.

No Fomo

Ich muss sagen ich hatte dieses Jahr eigentlich gar kein Fomo (Fear of Missing out). Das ist einfach so eine Feststellung. Sonst war ich immer schon hibbelig, dass der Congress los geht. Aber dieses Jahr bin ich da tiefenentspannt gewesen. Als ich irgendwo dann noch „10 Jahre nach Dieselgate“ gelesen habe, dachte ich mir nur „Ein Slide. Niemand wurde dafuer zur Rechenschaft gezogen. Wird wohl ein Lightning Talk sein.“

Cryptoparty 2.0

Was ich nicht auf dem 2025 BINGO Zettel hatte, war die Neuauflage der Cryptopartys als „Digital Independence Day“. Den Namen finde ich eher so mittelgut (und auch andere aus meinem Umfeld finden den nicht wirklich pralle), weil er mir zu viel Konnotation zu US-amerikanischer Geschichte enthaelt.

Vorschlaege:

  • Open-Choice-Tag
  • Reboot zur Freiheit
  • Cloud Exit Day
  • Tag der digitalen Freiheit
  • Tag der digitalen Selbstermächtigung
  • Tag des digitalen Ausstiegs

Die Idee dahinter finde ich sehr gut. Da steht fuer mich vor allem die aufklaererische Funktion der Hackerspaces bzw. CCC Erfas im Vordergrund. Es ist schliesslich auch zentrales Vereinsanliegen, hier durchaus kritische Allgemeinbildung anzubieten fuer den digitalen Bereich.

Ich weiss nicht ob von diesem „DI.DAY“ mehr bleiben wird als ein leiser Nachhall. Es erfordert einfach sehr viel Engagement, wenn man ein dauerhaftes Bildungs- und Beratungsangebot machen moechte. Das widerum erfordert Leute die ihre kostbare Zeit dafuer hergeben, Raeume in denen man das umsetzen kann und Bekanntmachungen so dass man da auch gefunden wird. Erfahrungsgemaess ist es schon schwer genug, Menschen einmal in der Woche in den Hackerspace zu bekommen. Die Menschen die dann zu solchen Events kommen, sind oft relativ alte Menschen (ist ein Fakt, den ich mit jeder Menge Erfahrung aus unserer Linux User Group belegen kann), weil die sich einerseits digital abgehaengt fuehlen und daher Handlungsdruck haben, diese Termine oftmals gerne verwechseln mit einem kostenlosen Computerservice (aka „Irgendwas geht an meinem Computer nicht so wie es soll, kannst du dir das mal anschauen?“) und die massig Zeit haben und auch gerne Zeit von Mitgliedern binden. Ich bin da nicht so optimistisch grade, dass man mit diesem DI.DAY die Zielgruppe trifft, die man erreichen moechte.

Why do I blog this? Am meisten hat mich wirklich ueberrascht, dass es nun diesen DI.DAY geben soll. Das kommt jetzt ganze 10 Jahre nachdem Edward Snowden aufgedeckt hat, was in unseren Netzen los ist. Aber am 29c3 30c3 liess man die Chance verstreichen, ein aktivistisches Motto zu waehlen. Stattdessen war man „sprachlos“. Jetzt, ganze 10 9 Jahre spaeter kommt so ein Aufruf zustande? Ich habe zwischenzeitlich selbst versucht an einer validen Loesungsidee zu arbeiten, aber leider kein Foerdergeld dafuer bekommen, so dass ich mich eben doch wieder klassischer Lohnarbeit zugewandt habe, weil ich leider nicht in privilegierten Verhaeltnissen mit grossem Erbe, eigenem Haus und sozialer Sicherheit lebe.

Wir (die Chaos Community) sind gemeinsam in der Lage zu den Camps unterhaltsame, lustige und technisch anspruchsvolle elektronische Gadgets zu realisieren, die bunte Lichter haben und lustige Geraeusche machen, sogar eine absolut abgefahrene Smartwatch („Card10“) mit EKG-Funktion wurde hier entwickelt und umgesetzt. Wieso bekommen wir es nicht hin unsere eigene, sichere Kommunikationshardware und -software zu bauen? Stattdessen stecken wir unsere Energie in solche Gadgets die dann bei 95% der Teilnehmer hinterher in der Elektronikkiste verstauben (Das Rad10 nicht, das nutze ich immer noch regelmaessig, weil es dafuer eine gute Desktop Software gibt.)?

Die Antwort die nun 10 Jahre nach Snowden kommt, erscheint mir unausgegoren und lediglich ein Strohfeuer, weil sie die Erfas nicht wirklich abholen kann. Mir fehlt der Zuendfunke, der hier nachhaltig etwas verbessert und eine lang anhaltende Initiative entzuendet die lange brennt und wirkt. Es gibt keine gute Loesung in einem durch und durch kaputten System. Man kann den grossen Betriebssystemen schlicht und einfach nicht mehr trauen, weil der General Purpose Computer auf dem Rueckzug ist und unsere Smartphones alle einen Kill-Switch haben der aus den USA betaetigt werden kann. Warum entwickeln wir also nicht eine ernsthafte, eigenstaendige Loesung statt so lustiger Gimmicks?

Meine Vermutung ist: Wegen der fehlenden finanziellen bzw. wirtschaftlichen Sicherheit. Wenn jemand meine Miete und Krankenversicherung und die anderen Kosten uebernehmen wuerde, koennte ich meine Zeit tatsaechlich in soetwas stecken. Aber so (ohne diese Sicherheit), muss ich meine Lebenszeit weiter gegen Geld eintauschen um ein einigermassen angenehmes Restleben in der „Freizeit“ zu haben und meine Familie zu ernaehren. Nur wenige koennen sich das leisten diese Zeit „einfach mal so“ aufzubringen. Wenn man daraus ein gewinnorientiertes Startup-Unternehmen machen moechte, dann laeuft das der Idee allerdings bereits zuwider, denn da steigt schnell die Gefahr, dass die Community die Kontrolle ueber die Loesung verliert und stattdessen dank ein paar Gluecksrittern mit Patenten und betrieblichem Eigentum der naechste Krieg verloren geht an ein Unternehmen. Wir stecken in der selbstgebauten Falle des Kapitalismus. Gemeinnutz wird ohne passende Abwehrmechanismen sofort von kapitalistischen Interessen besetzt, neutralisiert, vereinnahmt und zu Geld gemacht.

Das ist das eigentliche Problem, dass meiner Meinung nach geloest werden muss! …ach so, ja, verbloggt hab ich das, weil ich da aus Tradition gerne meine Sichtweise zum Congress teilen mag. Gefuehlt gibt es da immer weniger auffindbare oeffentlich geteilte Meinungen zu zu lesen. Das finde ich schade, denn es laesst auch ein Potenzial liegen zur Weiterentwicklung.

Ein etwas anderer Jahresrückblick 2025

Im Folgenden soll es um Gefühle gehen. Es gibt eine Zusammenstellung von Texten und Perspektiven auf eines der stärksten Gefühle, die wir als Menschen so haben, das Gefühl der Wut. Wut ist eine Emotion, die oft mit sehr viel Energie und aus der Tiefe heraus präsent wird. Wie fast alle Gefühle, kann man Wut nur dann erkennen oder sehen, wenn der Gefühlseigner sich dazu entschliesst sein – bislang möglicherweise unsichtbares – Gefühl mit anderen zu teilen.

Das Warnsignal der Wut kann eines der wohl unkontrollierbarsten Werkzeuge sein, die wir zur Verfügung stehen haben. Denn Wut, so wie auch Liebe und Angst lassen uns aufgrund ihrer Intensität und ihrer großen Auswirkungen auf unser System die verrücktesten und manchmal auch gefährlichsten Dinge tun. Gerade das Gefühl der Wut ist dafür bekannt, Menschen zum Überkochen zu bringen. Wir werden unvorsichtig, können uns gegen diesen wütenden, aufbauenden Druck im Körper kaum noch wehren, geschweige denn ihn aushalten.

Viele Menschen brechen unter diesem in uns manchmal zu lange eingesperrten Gefühl, gepaart mit ihrer gefühlten Handlungsunfähigkeit und einer ihnen zugeführten Prise Unfairness oder verletzendem Verhalten komplett zusammen und lassen sich gehen. Dies führt dazu, dass manche Menschen vor lauter Wut, wie bei der Liebe, den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen und überaus aggressiv gegenüber ihrem Partner werden. Sei es physisch/psychisch, angreifend/beleidigend oder sogar komplett gewalttätig. Wut in der Beziehung kommt meistens trotz aller Liebe ohne Rücksicht auf Verluste.

Entscheidend scheint beim Teilen der eigenen Gefühle, WIE man das Gefühl teilt oder eben mitteilt, so dass Sichtbarkeit hergestellt wird. Da gibt es eine ganze Palette an Möglichkeiten. Für bestimmte Gefühle wird es allerdings immer schwieriger sie noch auf eine Art und Weise zu teilen, die Verständnis ermöglicht, je länger sie zurückgehalten werden.

Unsichtbare Wut

Das WIE des Teilens von Wut scheint zu einem grossen Teil auch davon abzuhängen, wie lange die Wut schon existiert aber unsichtbar geblieben ist. Wenn das Wutgefühl schon lange im Unsichtbaren existierte, also aktiv unterdrückt wurde, dann wächst es über die Zeit an. Menschen mit einem sehr ausgeprägten Erinnerungsvermögen führen quasi ein Schuldenbuch darüber, welche Ereignisse das Wutgefühl vergrössert haben. Da sie in der Regel kein einziges der Ereignisse der Vergangenheit ruhen lassen oder vergessen können, ist da immer ein kleiner Vorrat an Groll bereits vorhanden, den man immer wieder bei Bedarf hervorholen kann, auch wenn andere diese Ereignisse bereits längst als erledigt oder verziehen abgehakt haben.

Mit zunehmender Grösse der unterdrückten Wut, wird es schwieriger die Wut weiter unsichtbar zu halten. An der einen oder anderen Stelle, möchte sich die Wut dann zeigen, quasi hervorblitzen und eine Warnung senden. Je länger der Zustand der Wutunterdrückung im Unsichtbaren anhält, umso schwieriger wird es eine Fassade des Nicht-wütend-Seins aufrecht zu erhalten. Am Anfang war da vielleicht nur ein Gefühl von Ungerechtigkeit oder eine kleine Grenzüberschreitung die zu einer Verstimmung führte, dann kam vielleicht noch ein haltloser Vorwurf dazu und zack wurde aus einer kleinen Verstimmung schon ein kleiner Groll, der jetzt permanent, latent präsent ist und nur auf den nächsten Einschlag lauert. Der Groll lauert vielleicht, weil er eigentlich heraus möchte aus der Unsichtbarkeit. Und dann eines Tages ist es soweit… eine grosse Ungerechtigkeit, ein mieser, haltloser Vorwurf, eine abgrundtiefe, herabsetzende Bewertung und der Groll wird in Sekunden zu einer ausgewachsenen Wut.

Sichtbare Wut

Eine ausgewachsene Wut lässt sich nicht mehr verbergen. Da blitzt nichts mehr hervor, es findet eher eine Explosion statt. Alles was sich über die Zeit angesammelt hat wird herangezogen als Gefühlsverstärker und dem Gegenüber entgegengeschleudert mit „Du“-Botschaften. „Du bist…“ oder „Du bist immer…“ oder „Aber Du hast schon vor 4 Monaten…“ oder „Das ist wieder genau so wie damals…“ und so weiter.

Die Wut bricht sich Bahn. Unkontrolliert sprudeln nun alle angesammelten Gedanken heraus. Gleichzeitig redet sich die wütende Person so sehr in Rage, dass der gesamte Körper ein Maximum an Stresshormonen ausstösst, um sich für einen Angriff und eventuelle Verteidigung bereit zu machen. Es werden Stresshormone ausgeschüttet, die mehr als 48 Stunden benötigen werden, um sich wieder auf normales Level abzubauen. Diese Gefühle sind jetzt sichtbar und bleiben auch für Stunden sichtbar.

Genese & Halbwertzeit

Schaut man sich die Genese der Wut an – die ich hier mal exemplarisch aufgebracht habe, weil fast jeder sich oder andere da gut wiedererkennen kann – dann erkennt man, dass das Problem deutlich früher beginnt. Die anfänglichen Gefühle, „eine kleine Ungerechtigkeit“, ein kleines „nicht gesehen werden“ oder ein „Vorwurf der im Nebensatz“ fallengelassen wird die für sich behalten werden und somit unsichtbar bleiben, die sammeln sich über die Zeit an. Ich denke, dass die Intensität der Wahrnehmung bzw. wieviel „Raum“ der Ärger oder die Missachtung einnimmt zwar grösser wird, wenn etwas Neues hinzu kommt, aber käme nichts Neues hinzu, dann würde sie peu a peu wieder das Normale Null-Niveau einstellen. Man vergisst den Ärger, er ist nicht mehr so wichtig oder auch „verraucht“.

Aehnlich zu radioaktiven Materialien, die gefährliche Strahlung aussenden, halbiert sich der Ärger in einer bestimmten Zeitspanne. Bei Menschen, die vergesslicher sind ist diese Zeit vermutlich kürzer als bei Menschen die eine Art Elefantengehirn haben und nichts vergessen können.

Bei einigen Menschen wird der Ärger also nie vergessen (vorwiegend weil er auch nie wirklich verziehen wird) und existiert kontinuierlich fort bzw. hat eine sehr lange Halbwertzeit. Während der Ärger fortbesteht belegt er aber auch wertvollen Raum im eigenen Sein. Wenn ich dem Ärger viel Raum einräume, dann ist da weniger Platz für Schönes, Erfreuliches, überraschendes, Neugieriges und so weiter. Der Raum für Emotionen scheint schon irgendwo begrenzt zu sein.

Kommunikation

Es stellt sich die Frage, wie kann man es verhindern, dass sich Ärger kontinuierlich ansammelt und damit dieser Teil der Emotionen immer mehr Raum besetzt? Man könnte erstmal da ansetzen, wo der Ärger entsteht und die Entstehung von Ärger so gut es eben geht vermeiden.

Achtsam und wohl überlegt in der Kommunikation zu handeln, scheint ein Schlüsselrezept dafür darzustellen. Der Ärger entsteht meistens aus:

  1. Nicht-Kommunikation – wo Kommunikation absolut notwendig wäre
  2. Gewaltvoller Kommunikation – wo rücksichtsvolle Kommunikation notwendig wäre

Wenn ich zum Beispiel mit meiner Kommunikationspartnerin oder meinem Kommunikationspartner eine bedachte Kommunikation führe und es mir wichtig ist, dass sich der/die andere gesehen fühlt, dann reduziert dies aktiv Ereignisse, bei denen sich einer der Partner „nicht gesehen“ fühlt. Ein Beispiel dafür ist der einfache Satz „Wie geht es dir?“, denn er zeigt Interesse an dem Wohlsein des anderen und ist mitnichten nur als Schablone der Kommunikation anzusehen. Dafür muss man das aber auch ernst meinen und nach dieser Frage auch zuhören können.

Nicht-Kommunikation

Wenn ich aber zum Beispiel ein Ereignis plane und den anderen nicht mit einbeziehe, dann ist klar, dass ich an dieser Stelle den anderen „übergehe“ und „nicht sehe“. Handelt es sich um ein Ereignis, bei dem ich aber den jeweils anderen gerne dabei hätte, dann ist Nicht-Kommunikation etwas, was in einem Gefühl des „nicht gesehen werdens“ bei dem nicht Einbezogenen resultiert.

Das Gefühl von nicht gesehen werden wird hervorgerufen, begleitet durch ein Gefühl übergangen worden zu sein. Indirekt transportiert diese Form der Nicht-Kommunikation, dass mir der andere nicht so wichtig ist, nur ein Nachgedanke ist und ich lieber mein eigenes Ding mache, als mich gemeinsam in die Ereignisplanung zu begeben.

Es geht vielleicht schneller auf diese Art und Weise ein Ereignis zu planen, aber ich hab es dann halt nur für eine Person geplant und stelle die andere Person vor vollendete Tatsachen. Man kann nur noch JA oder NEIN sagen, der Plan selbst lässt sich aber nicht mehr gross verändern. Derjenige der den Plan ausgeführt hat, hat dies selbstbestimmt getan, doch derjenige der dem Plan nun bitteschön zustimmen soll, ist in die Rolle der Fremdbestimmung gedrängt und hat nur noch die Option den Plan so wie er ist zu akzeptieren – obwohl er mit einigen Dingen nicht einverstanden ist – oder den Plan vollständig zurückzuweisen.

Beide Optionen erfordern einen einseitigen (unilateralen) Kompromiss, denn der oder die Planende konnte ja bereits alle wichtigen Aspekte für sich selbstbestimmt umsetzen und planen. Hingegen bleibt einem wenn man vor vollendete Tatsachen gestellt wird keine Möglichkeit mehr eigene wichtige Aspekte gleichberechtigt einzubringen. Zurück bleibt Ärger darüber nicht gesehen worden zu sein und somit auch nicht teilzuhaben an den Planungsentscheidungen. Es bleibt das Gefühl nicht etwa als gleichberechtigter Partner behandelt und wechselseitig (bilateral) berücksichtigt worden zu sein, sondern stattdessen als nachrangiger „Partner“, dem keine Mitsprache zugestanden wurde.

Es könnte sich um eine Machtfrage handeln. Denn derjenige der hier einfach macht, zeigt damit auch, dass er sich die Macht zugedacht hat und sie sich somit nimmt. Diese Macht befriedigt vielleicht das Bedürfnis nach Kontrolle und das Bedürfnis eventuell notwendigen Kompromissen vorzeitig aus dem Weg zu gehen, aber es erzeugt auch einen Graben und ein Gefälle zwischen den Partnern. Der notwendige Kompromiss soll nun nachträglich erreicht werden, mit den beschriebenen Problemen. Es ist ein fauler Kompromiss, denn wenn ich als Partner diese Art der Planung mit einem Kompromiss akzeptiere, ist dies zugleich auch die Einladung an den anderen auch in Zukunft mich weiter zu übergehen. Schlägt man die Route des faulen Kompromisses ein, gibt es sozusagen kein zurück mehr. Daher ist eigentlich klar, dass man das übergehen und nicht gesehen werden deutlich zurückweisen muss, um zukünftig eine gleichberechtigte Planung und Entscheidung zu begünstigen.

Gewaltvolle Kommunikation bzw. Aggressionen

Zu den Quellen für zunächst unsichtbare Wut gehört auch aggressiver bzw. gewaltvoller Kommunikation ausgesetzt zu sein. Das ist in der Regel keine beidseitige (bilaterale) Kommunikation mehr im eigentlichen Sinne, sondern eigentlich nur noch ein rechthaberischer Monolog aus Bewertungen, Verurteilungen, Abwehr, Infragestellen, Abwertungen und ausschliesslichen Du-Botschaften.

„DU hast doch…“, „DU bist…“, „Warum bringst DU das jetzt auf…“, „Aber DU warst doch…“, „DU wolltest doch…“ und so weiter. Alles soll davon ablenken sich mit dem Thema wirklich auseinanderzusetzen, es steht eine absolute Abwehrhaltung dahinter. Das Gegenüber möchte das nicht hören, sich nicht damit beschäftigen und lehnt folgerichtig jeden Versuch dazu ab. Es wird nicht zugehört und auch nicht versucht zu verstehen. Stattdessen geht das Gegenüber in den Attacke- bzw. Angriffsmodus über.

Sie sind in einer Beziehung den direkten oder indirekten Aggressionen eines anderen erlegen,

  • wenn Sie sich in seiner Gegenwart angespannt und ängstlich fühlen;
  • wenn Sie bei allem, was Sie sagen und tun, auf der Hut sind, weil Sie die Reaktionen des anderen fürchten;
  • wenn Sie glauben, unaufhörlich Beweise der eigenen Anhänglichkeit, Dienstbereitschaft und Vertraünswürdigkeit erbringen zu müssen;
  • wenn Sie keine Forderungen zu stellen wagen und Auseinandersetzungen vermeiden, weil Sie sich dem anderen nicht gewachsen fühlen;
  • wenn Sie jeder Versuch, eigene Bedürfnisse durchzusetzen, soviel Kraft kostet, daß Sie das Gefühl haben, es sei die Sache nicht wert;
  • wenn Sie im vorauseilenden Gehorsam die Forderungen des anderen erfüllen, noch ehe dieser sie ausgesprochen hat;
  • wenn Sie das Gefühl haben, immer alles falsch zu machen;
  • wenn Sie häufig einen Eiertanz aufführen, um eine Zurechtweisung durch den anderen zu vermeiden;
  • wenn Sie sich nicht mehr sicher genug fühlen, eine vom anderen abweichende Meinung zu vertreten, ihm zu widersprechen oder sein Verhalten zu kritisieren;
  • wenn Sie um des lieben Friedens willen praktisch alles tun, was der andere von ihnen verlangt.

All diese Verhaltensweisen sind Zeichen übergroßer Anpassung und damit auch eines Anpassungsdrucks, der eine echte Gefährdung für Ihre seelische und/oder körperliche Gesundheit sowie Ihre persönliche Integrität darstellt.

Quelle: „Du machst mich noch verrückt: Psychoterror in Beziehungen“, Claudia Szczesny-Friedmann, 1999 Rowohlt Verlag

Da man als Gegenüber kaum einen Einfluss auf diesen Monolog der Aggression hat, bleibt einem letztlich nur die Zurückweisung dieser Angriffe, der Rückzug und/oder die Trennung bzw. Beendigung der Beziehung.

Unsichtbarkeit von Gefühlen

Es stellen sich allerdings Fragen. Warum handelt ein Mensch so aggressiv? Warum lässt er nichts an sich heran? Warum wehrt er alles ab? Warum hört er nicht zu? Warum sendet er keine ICH-Botschaften sondern nur DU-Botschaften? Warum bringt sich dieser Mensch in einen aggressiven Erregungszustand und eskaliert diesen Zustand immer weiter? Warum also verhält sich jemand so antisozial und irrational? Was genau explodiert da und warum?

Vielleicht hat die Unsichtbarkeit der Gefühle ja einen tieferen Grund. Vielleicht ist sie das Ergebnis eines erlernten Verhaltens. Die Situation in der sich die aggressiv kommunizierende Person befindet, ist möglicherweise eine Situation der Not. Doch warum schaut es nach Aussen dennoch alles die meiste Zeit über Selbstbewusst und kontrolliert aus?

Das Gefängnis der Perfektion

Der Eindruck von starkem Selbstbewusstsein und Kontrolle ist möglicherweise das Ergebnis eines krassen Denkfehlers. Der Denkfehler lautet: „Ich muss nur perfekt sein, dann werde ich auch geliebt.“ Dieser einfache Gedanke entspringt einer durch und durch kindlichen Logik, in der man sich die Welt selbst so zurechtdenkt, wie sie einem gefällt. Möglicherweise ist es auch das verzweifelte Ergebnis in einem Umfeld aufgewachsen zu sein, das keine bedingungslose Liebe kannte, ein Umfeld, in dem man sich Liebe verdienen musste.

Ein lebensprägender Denkfehler der wie folgt geht:

  1. Mach keine Fehler – Fehler sind Schwäche.
    Fehler sind für Perfektionisten kein Teil des Lernens, sondern ein Makel, den es um jeden Preis zu vermeiden gilt. Doch genau dieser Anspruch führt zur ultimativen Lernblockade: Wer Fehler nicht zulässt, kann nicht wachsen. Wer nichts riskiert, bleibt stehen. Perfektionisten verdammen sich zum Stillstand – aus Angst vor Fehlern verhindern sie die einzige echte Möglichkeit, besser zu werden.
  2. Kontrolliere alles – dann passiert dir nichts.
    Perfektionisten glauben, dass sie durch Kontrolle Sicherheit schaffen können. Doch Kontrolle ist eine Illusion. Je mehr sie versuchen, alles zu kontrollieren und zu beherrschen, desto grösser wird die überforderung – und desto mehr entgleitet ihnen das Leben.
  3. Sei sicher – vermeide jedes Risiko.
    Die Angst vor Unsicherheit ist ihr ständiger Begleiter. Perfektionisten streben nach absoluter Absicherung, um Risiken zu vermeiden. Doch dieses bedürfnis erstickt jede Spontanität, lähmt Entscheidungen und führt zu endloser Zögerlichkeit.
  4. Triff nur perfekte Entscheidungen – du brauchst absolute Gewissheit.
    Perfektionisten wollen Entscheidungen erst treffen, wenn sie eine garantie für den Erfolg haben. Doch weil es sie nicht gibt, geraten sie in eine Endlosschleife aus Grübeln und Zögern – und verpassen Chancen, die ihnen weiterhelfen würden.
  5. Brauche niemanden – Abhängigkeit ist Schwäche.
    Perfektionisten glauben alles allein bewältigen zu müssen. Doch in Wahrheit isoliert sie dieser Anspruch – und hält sie davon ab, Unterstützung und neue Perspektiven zuzulassen.
  6. Wisse alles – Unsicherheit is gefährlich.
    Perfektionisten sind Getriebene der information. Sie versuchen das Unmögliche: die Zukunft zu ergrübeln. Doch da ihr Wissen niemals vollständig sein kann, bleiben sie in einem Zustand permanenter Angst und Verunsicherung.
  7. Sei makellos – dann wirst du geliebt.
    Die überzeugung, dass nur makellose Menschen Anerkennung verdienen, führt zu einer endlosen Selbstoptimierung. Doch wer sich nur perfekt präsentiert, verliert das Wichtigste: Echtheit. Und ohne Authentizität entsteht keine echte Verbindung.

Quelle: Buch „Der Mythos vom Glück: Warum du niemals dauerhaft glücklich sein wirst – und warum das gut so ist“

Diese Situation ist geprägt durch Unsicherheit, Selbstzweifel und Angst. Hinter der Aggression steht die eigene Unsicherheit, die sich wesentlich daraus speist, sich selbst nicht akzeptieren zu können wie man ist. Daraus entsteht auch ständig nagender Selbstzweifel, ob das was man gerade tut hilfreich ist oder nicht. Da man aber nicht weiss wer man eigentlich ist, weil man die guten Seiten an sich selbst und die schlechten Seiten an sich selbst nicht akzeptieren möchte, ist da der ständige Zweifel darüber was man eigentlich möchte und wer man eigentlich ist.

Statt die eigenen Defizite zu sehen und zu akzeptieren (oder an denen die man ändern kann zu arbeiten), versucht man diese krampfhaft zu verdecken und zu verstecken. Man ist 24 Stunden am Tag damit beschäftigt die perfekte Fassade seines Wunsch-Selbstbildes aufrechtzuerhalten. Doch das Selbstbild stimmt eben nicht mit dem Bild überein, wie man tatsächlich ist und wie man sich innerlich tatsächlich fühlt. Es lässt vor allem keine Schwächen, Verletzlichkeit, Zartheit oder Verständnis gegenuber anderen zu, denn das passt nicht zu einem Selbstbild eines höchst selbstbewussten und selbstbestimmten Menschen, der alles jederzeit unter Kontrolle hat und weder Fehler macht noch sonstige Schwächen aufweist.

Im Ergebnis werden die ganzen Gefühle, die mit dieser Diskrepanz einhergehen kaschiert, verdeckt, unterdrückt und verleugnet. Gefühle der Unsicherheit, des Zweifels, der Angst, der Sehnsucht usw. werden unterdrückt und stattdessen nach aussen hin eine Fassade oder auch ein Schutzwall erzeugt, der das Gegenteil dessen zum Ausdruck bringen soll, nämlich Sicherheit, Selbstbewusstsein, Stärke und maximale Unabhängigkeit auch von der Zuwendung anderer. Diese Fassade wird mit einer wahnsinnigen Energie aufgebaut und aufrecht erhalten. Sie hat nur eine einzige Funktion: Die wahren Gefühle unsichtbar zu machen und sämtliche möglichen Schwächen oder Schwachstellen zu kaschieren.

Das Verrückte ist, Menschen die so vermeintlich stark, selbstbewusst und unbeirrbar auftreten, beeindrucken einen erstmal und sie faszinieren einen auch irgendwie, wie eine Fata Morgana täuschen sie einen. Denn das erzeugte Bild ist ja einmalig stark und überwältigend glaubwürdig. Man möchte das auch einfach glauben, weil es zu schön ist um wahr zu sein. Es entsteht unter grossem Aufwand und daher schaut es auch so makellos und wahr aus. Aber wie immer wenn etwas zu schön ist um wahr zu sein, dann ist es mit grosser Wahrscheinlichkeit eben nicht wahr.

Innerlich ist der vermeintlich starke & perfekte Mensch möglicherweise so traurig, dass er gerne weinen möchte, aber nach aussen gibt es nur eine herzliches Lachen und unangenehme Themen werden einfach weggelächelt und schnell das Thema gewechselt. Die den Menschen wirklich bewegenden Themen bleiben tabu und werden ausgeklammert aus der Kommunikation mit dem einzigen Ziel des Selbstschutzes vor unangenehmen Gefühlen die nicht mit dem Selbstbild zusammenpassen.

Die Gefühle sind nun zwar für andere unsichtbar, die Gefühle sind aber weiterhin da!

Es existieren nun eine Menge starker und unterdrückter Gefühle. Viele dieser Gefühle haben mit Verletzungen und Ungerechtigkeiten und weiteren negativen Erfahrungen aus dem Alltag zu tun. Doch es werden auch eine riesige Menge Gefühle mitgeschleppt aus der Vergangenheit. Gefühle die man aus Scham, Angst, Unsicherheit nie jemandem gezeigt hat, die aber jeden Tag weiterhin da sind. All diese Gefühle unter dem Deckel zu halten, um eine perfekte Fassade aufrechtzürhalten ist vielleicht kurzzeitig für einen 8-Stunden-Arbeitstag möglich aber nicht durchgängige 24 Stunden.

Die gesammelten unsichtbaren Gefühle erzeugen ein ständig hohes Intensitätsniveau für eine mögliche Wut. Viele kleine Ungerechtigkeiten, die im Laufe des Tages passiert sind sammeln sich und gegen Abend ist das Maß im Prinzip voll. Es fehlt auch nicht wirklich viel, da bereits aus der Vergangenheit präsente Gefühle viel Raum einnehmen, muss nur noch ein wenig hinzukommen und es wird schnell unerträglich. Es reicht dann schon ein kleiner Auslöser um die Wut von der Leine zu lassen. Der gesammelte Ärger und all die aufgestaute Energie muss irgendwohin, doch wohin? Das grosse Dilemma, damit der Ärger sichtbar werden darf und die Wut raus darf, muss eine geschützte Umgebung existieren.

Komplize/n

Es braucht eine Umgebung die verständnisvoll und schweigsam ist und in der man es sich erlauben kann einen Teil der Gefühle zu zeigen, die sich über den Tag angesammelt haben. Dieser verständnisvolle und schweigsame Kontext ist meist der Partner oder die Partnerin in einer Beziehung, oder vielleicht der beste Freund und die beste Freundin.

Doch wie geht man damit um, wenn man die Vielzahl der unterdrückten Gefühle des Partners oder der besten Freundin immer wieder „zu spüren“ bekommt, weil man als die „sichere“ Umgebung angesehen wird? Vor allem wie geht man damit um, wenn sich der Gefühlswelterguss derart gestaltet, dass man plötzlich nur noch als Empfänger akzeptiert wird? Das ist dann keine gesunde Beziehung mehr sondern eine ungesunde, mindestens aber nicht ausbalancierte wenn nicht gar toxische Beziehung.

Solche Beziehungen haben einige gemeinsame Kennzeichen:

  • Mangel an Unterstützung: Anstelle von Ermutigung und Verständnis herrscht oft Kritik und Abwertung.
  • Schlechte Kommunikation: Statt offener und ehrlicher Gespräche gibt es Missverständnisse, Unterstellungen und oft auch Aggressionen.
  • Machtungleichgewicht: Eine Person dominiert oder kontrolliert die andere, was zu einem Ungleichgewicht in der Beziehungsdynamik führt.
  • Mangel an Respekt: Die Bedürfnisse und Grenzen des anderen werden nicht geachtet oder ernst genommen.
  • Emotionale Instabilität: Häufige emotionale Höhen und Tiefen, oft verbunden mit Gefühlen von Unsicherheit und Angst.

Quelle: Verborgene Gefahr: Emotionale Erpressung in der Beziehung

Für den- oder diejenige, die unfreiwillig zum Komplizen eines solchen Wut-Bulimie-Verhaltens wird, werden auf einmal alle Merkmale einer „toxischen“ Beziehung zutreffend. Der Partner erhält selbst keine Unterstützung bei für ihn wichtigen Dingen, denn alles kreist nur noch um das Befinden des Wut-Unterdrückers. Es gibt auch keine Ermutigung oder Verständnis für die Belange des Partners, stattdessen wird er kritisiert für seine Bedürfnisse und diese werden als nicht so wichtig abgewertet oder gar nicht erst akzeptiert. Es gibt nur noch Missverständnisse, es werden Unterstellungen formuliert und die Kommunikation wird aggressiv. Der Wut-Bulimist respektiert die Grenzen des anderen nicht mehr und stellt zusätzlich die Bedürfnisse des anderen in Abrede. Stattdessen sieht der Wut-Bulimist nur noch sich und seine eigenen Bedürfnisse und seinen Handlungsdruck. Die teilweise vermutlich über Jahrzehnte angestaute Wut plus die Wut des Alltags, möchte er jetzt unbedingt an seinem Gegenüber im vermeintlichen Schutzraum loswerden. Und da offenbart sich das ganze Dilemma einer solchen Art von Beziehung, es gilt das Sprichwort: „Die Hand die segnet wird zuerst gebissen.“

Die Personen, die dem Wut-Bulimisten am nächsten stehen, bekommen den ganzen Schwall an Wut & Ärger ab und nicht etwa die Verursacher des Ärgers. So zerstört der Wut-Bulimist letzlich seinen eigenen Schutzraum Stück für Stück auf Kosten des anderen. Es gibt keine Wiedergutmachung, keine Entschuldigung und letztlich auch kein Verständnis mehr für die Bedürfnisse des anderen.

Wer in so einer fortdauernden Situation nicht einschreitet, wird zum Komplizen, der das Verhalten weiter unterstützt und letztlich auch zum Opfer emotionaler Erpressung. Er macht sich deshalb zum Komplizen des Wut-Bulimisten mit einem Dauerabonnement für emotionale Achterbahnfahrt, weil er sich selbst reduziert auf einen emotionalen Abfalleimer ohne weitere Rechte und seine Bedürfnisse gar nicht mehr vorbringen kann.

Selbstliebe

Für mich stellt sich das auch als ein Problem von Selbstliebe dar, deshalb ja der Perfektionsanspruch. Der Wut-Bulimist akzeptiert sich selbst nicht wie er ist und möchte sein wahres Ich daher lieber 24 Stunden am Tag versteckt halten. Ein gewaltiges Unterfangen, denn den ganzen Tag über Theater zu spielen ist anstrengend, kostet eine ganze Menge Extränergie und ausserordentliche Selbstbeherrschung.

Der Artikel „Friendship Begins at Home“ ist hier sehr aufschlussreich. Da gibt es ein schönes Zitat von Carl Jung:

To love someone else is easy, but to love what you are, the thing that is yourself, is just as if you were embracing a glowing red-hot iron: it burns into you and that is very painful. Therefore, to love somebody else in the first place is always an escape which we all hope for, and we all enjoy it when we are capable of it. But in the long run, it comes back on us. You cannot stay away from yourself forever, you have to return, have to come to that experiment—whether you can love yourself, and that will be the test.

Insbesondere der folgende Abschnitt ist meiner Ansicht nach sehr aufschlussreich:

To illustrate, I’ve worked with patients who honestly saw their habitually critical and demanding attitude toward others as totally reasonable—“it’s what I hope for from others,” as one patient said when I noted how harsh she sounded when talking about her son. But as she has become aware of how distorted and unreasonable her so-called reasonableness has turned out to be, she’s pained at how unfair she’s been to others. But she’s also relieved because (no surprise by now) she had been treating herself in the same critical demeaning way. What a relief, then, to explore how this critic was actually a defense meant to protect her: keeping her ever-vigilant by rehearsing every way she had screwed up, and anticipating every way she might be about to.

Mein Fazit

Versteckte Gefühle bei sich selbst und/oder beim anderen sind eine erste „Red Flag“, ein Warnzeichen. Wenn der Partner seine Gefühle nicht offen zeigt sondern durchgängig versteckt, oder man selbst sich genötigt sieht die eigenen Gefühle nicht mehr zeigen zu dürfen, dann ist das ein deutliches Warnzeichen für jede zwischenmenschliche Beziehung. Es mag Gründe geben für das zeitweise Verstecken von Gefühlen, aber für ein dauerhaftes Verstecken sollte man die Gründe dafür herausfinden, angehen und aufarbeiten. Wenn meine Beziehung zu mir selbst aus Selbstablehnung & Selbstverleugnung besteht, dann ist das ein Problem, denn ich kann nicht jemand anderen lieben und annehmen, während ich mich selbst hasse oder ablehne. Das ist dann nicht Liebe, das ist Flucht vor sich selbst.

Das Geheimnis eine Beziehung nicht nur zu beginnen sondern dauerhaft fortzuführen, besteht meiner Ansicht nach darin, in der Lage zu sein, auch kleine Gefühle unmittelbar teilen zu können und zeigen zu dürfen. Das meint sowohl positive Gefühle wie auch negative Gefühle. Wenn man nur in einer Beziehung ist, um bestimmte „Funktionen“ abgreifen zu können, wie z.B. die Funktion des Partners als emotionalem Mülleimer, dann ist das keine Liebe. Es ist das rücksichtslose stillen eines eigenen Bedürfnisses, mehr nicht. Und was einem da nach der Trennung fehlt ist nicht der andere Mensch, sondern die nicht mehr verfügbare Funktion.

Wenn ich bereits Angst davor haben muss, selbst kleine, negative Gefühle (z.B. einen kleinen Ärger) zu zeigen, weil die Reaktion nicht auf Verständnis oder eine Absicht des Verstehens trifft, ist eigentlich keine Basis für eine tiefere Beziehung gegeben. Nur weil man einen kleinen Ärger hat, stellt man damit ja nicht etwa die ganze Beziehung oder die Person in Frage. Manchmal tritt eben ein kleiner Ärger auf aus Unachtsamkeit im Alltagsstress oder weil man hastig etwas erledigen möchte und dabei Abkürzungen wählt, die unpassend sind.

Wenn das Teilen kleiner positiver Gefühle (z.B. das Teilen der Freude über etwas Gelungenes), in der Mehrheit der Fälle keine positive Erwiderung erfährt, dann beraubt man sich auch einer nachhaltigen Vertiefung der Beziehung. Dann fehlt die positive Resonanz. Es fühlt sich dann zunehmend nach Dissonanz an und man beginnt an der eigenen Wahrnehmung zu zweifeln, wenn es den anderen offenbar kalt lässt, dass man gerade einen kleinen Erfolg erzielt hat und die Freude gerne teilen möchte. Es setzt ein Prozess der Erosion ein. Man teilt positive Ereignisse nicht mehr, weil man schon erwartet, dass die Reaktion des Partners eher nicht anerkennend oder positiv wahrnehmend ausfallen wird.

Daher ist meiner Ansicht nach bereits die fortdauernde Nicht-Reaktion oder gar die negative Reaktion auf das Teilen eines positiven Gefühls mit dem Partner, ein erstes, ernstes Warnzeichen. Wer sich nicht einmal mit dem anderen gemeinsam freuen kann, der ist auch weit davon entfernt diesen Menschen zu lieben.

Das soll soweit meine Zusammenfassung sein, von dem, was ich in 2025 mein dominierendes Thema war. Kommunikation, Nicht-Kommunikation, Aggression, Wut und deren Auftreten in Situationen des Alltags auf Arbeit und in der persönlichen Beziehung.

Why do I blog this? Ich bin in den vergangenen Jahren öfters Wutausbrüchen und aggressiver Kommunikation ausgesetzt gewesen. Dies hat mich bewegt einmal meine Gedanken und Recherchen zu dem Thema aufzuschreiben. Dies ist auch ein Versuch einer Katharsis zum Jahresabschluss.

Meine erste 3D Konstruktion mit OpenSCAD

Durch die Verfügbarkeit eines 3D Druckers im Hackerspace, habe ich in der Vergangenheit bereits einige Dinge für meinen Alltag gedruckt. Oftmals bin ich dafür auf einschlägige Webseiten gegangen, die 3D Modelle in einer Art Library vorhalten. Da hab ich dann solange gesucht, bis ich was fand, was mir hilft und habe es runtergeladen, ge-slice’d und gedruckt (mit einem ANYCUBIC Kobra II Max).

DIY

Doch bei einigen dieser Dinge blieb das Gefühl zurück, dass es zwar schon eine Lösung ist, aber halt nur so eine 70-Prozent-Lösung. Schöner wäre es, wenn man die Sachen selbst konstruieren könnte, so dass sie eine 90 bis 99-Prozent-Lösung ergeben. Doch dafür muss man sich mit 3D-Konstruktionsprogrammen beschäftigen. Da hatte ich Bammel vor, bis ich ich dann OpenSCAD genauer angeschaut habe.

3D Konstruktion für Programmierer

OpenSCAD (gesprochen „Open-Ess-Kat“) ist ein Werkzeug, mit dem man seine Konstruktion in Programmcode erzeugt. Und wow, hat das meine Weltsicht auf 3D Konstruktion verändert.

OpenSCAD is software for creating solid 3D CAD objects. It is free software and available for Linux/UNIX, MS Windows and Mac OS X.

Auf Deutsch:

OpenSCAD ist ein freies Modellierungswerkzeug, das 3D-Modelle nicht durch Mausinteraktion, sondern durch textbasierte Skripte beschreibt. Die Sprache folgt funktionalen Prinzipien: Variablen sind unveränderlich, und jeder Entwurf ist reproduzierbar und leicht automatisierbar. Sie ermöglicht so einen präzisen, programmatischen Ansatz für den Modellaufbau.

Ich hatte irgendwann mal Blender probiert (ich denke deren Sculpting Funktionen kommen dem was man hier braucht noch am nächsten), war aber von den Möglichkeiten einfach überwältigt. Die Lernkurve schien mir gewaltig steil zu sein. Nicht so bei OpenSCAD, denn da muss ich nicht in einem Editor mir die Maushand bis zu echten Handproblemen kaputt navigieren. Ich beschreibe einfach was ich benötige mit primitiven geometrischen Grundformen mathematisch in Programmcode.

Was ist die OpenSCAD Scripting Language

Die OpenSCAD-Skriptsprache ist eine funktionale, domänenspezifische Sprache zur Erzeugung von 2D- und 3D-Modellen, die vor allem im Bereich des Computer-Aided-Design (CAD) und 3D-Drucks eingesetzt wird.[1][7]

Möglichkeiten für Nutzer

  1. Skriptgesteuerte Modellierung: Nutzer schreiben Skripte, die geometrische Grundformen (z.B. cube, sphere, cylinder, polygon) definieren und diese durch Transformationen oder Boolesche Operationen (Vereinigung, Differenz, Schnittmenge, Minkowski-Summe) kombinieren.[7]
  2. Parametrisches Design: Wichtige Maße oder Eigenschaften lassen sich über Variablen steuern. Ein einzelnes Skript kann so viele Varianten desselben Objekts generieren, indem nur Parameterwerte angepasst werden.[7]
  3. Funktionale und modulare Struktur: OpenSCAD unterstützt Funktions- und Moduldarstellung, wodurch sich wiederverwendbare Komponenten und Abstraktionsebenen bilden lassen.[1]
  4. Transformationen und Stilmittel: Mit Befehlen wie translate, rotate, scale oder mirror werden Objekte verschoben, gedreht und skaliert. Farb- und Transparenzattribute erlauben visuelle Gestaltung.[2]
  5. Dateiausgabe: Modelle können in Formate wie STL oder DXF exportiert werden – ideal für Slicer-Programme und 3D-Drucker.[1]
  6. Automatisierte Workflows: Durch seine Textbasiertheit lässt sich OpenSCAD leicht in Versionsverwaltungssysteme oder generative Design-Pipelines integrieren.[7]

Typische Leistungsmerkmale

  1. Konstruktive Festkörpergeometrie / Constructive Solid Geometry (CSG): Modelle entstehen aus Kombinationen bzw. Subtraktionen fester Körper mittels Boolescher Operationen.[3]
  2. Funktionaler Programmierstil: Unveränderliche Variablen, rekursive Ausdrücke und modulare Strukturen fördern klare, fehlerresistente Konstruktionen.[1]
  3. Spezialvariablen: Mit reservierten Variablen (z.B. $fn, $fa, $fs) kann der Detailgrad von Rundungen oder die Auflösung von Oberflächen beeinflusst werden.[2]
  4. Vektoren, Felder und Bereiche: Über dynamische Listen und Wertebereiche lassen sich Schleifen und Array-Operationen zur effektiven Geometrieerzeugung verwenden.[2]
  5. Rekursion und Iteration: Auch wenn OpenSCAD nicht Turing-vollständig ist, ermöglichen rekursive Module und Schleifen die Erstellung komplexer, wiederholter Strukturen.[2]
  6. String-Unterstützung und Unicode: Textausgabe und Beschriftungen können mit Unicode-Zeichen realisiert werden, was für parametrische Gravuren oder Skript-Debugging nützlich ist.[1]
  7. Bibliotheken und Erweiterbarkeit: Nutzer können eigene Module oder Community-Bibliotheken importieren. Dadurch entstehen hochgradig konfigurierbare Modelle.[3]

Dank dieser Eigenschaften ist OpenSCAD besonders beliebt bei Ingenieuren, Entwicklern und Makern, die programmatische Präzision, Wiederholbarkeit und vollständige Kontrolle über Konstruktionen bevorzugen.[7][1]

Quellen: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9 (Diese Erklärung wurde mit Hilfe von perplexity.ai erstellt & gegengelesen.)

Jeder Topf braucht ’nen Deckel: Die 90-Prozent-Lösung

Fangen wir mit dem Ergebnis zuerst an. Ich brauchte einen Deckel für eine Metallschale, die ich in der Küche immer für organischen Bioabfall benutze. Da die Schale bislang immer offen rumstand, hat sich gerade im Sommer schnelle eine Population Fruchtfliegen gebildet, die ich kaum mehr in den Griff bekommen habe. Wenn ich doch bloss einen Deckel für diese Schale…

…nun, einige Monate NACH der Feststellung des Problems und einer Lösungsidee und nach ca. 6 Stunden Basteln mit OpenSCAD, dann nochmal ca. 15 Minuten Druck des Griffs und ca. 3 Stunden Druck des Deckels an sich, gibt es eine passende Lösung. Im Bild sieht man die Schale und den Deckel. Der Deckel besteht aus zwei Komponenten Griff und eigentliche Abdeckung, die mit zwei Schrauben verbunden wurden. Griff und Abdeckung habe ich noch mit einem schwarzen Lack aus der Sprühdose lackiert.

Wie kam es aus dem 3D Drucker?

Hier nochmal die etwas detailliertere Sicht auf das fertige Produkt. (Bereits lackiert)

Wie wurde es konstruiert?

Hier sieht man die Abdeckung einmal von unten und einmal von oben. In der Unterseite habe ich versucht eine hexagonale Öffnung für die Mutter zu den beiden Schrauben umzusetzen. Leider war die Abmessung dann zu end. Was ich also für das nächste mal gelernt habe: Insbesondere Öffnungen die eigentlich Bohrungen sein könnten immer 1-2 Millimeter grösser designen als benötigt.

Alle Abmessungen hatte ich vorher mit einem Messschieber und einem Lineal vorgenommen. Aber gerade bei den Abmessungen der Schraubenöffnungen war ich mir echt unsicher ob das klappt. Notfalls hätte ich die halt gebohrt. Das ursprüngliche Design war eine einzige Konstruktion, Deckel mit Griff in einem. Doch für den 3D-Druck sind vor allem frei schwebende Teile ein grosses Problem, daher habe ich Griff und Deckel in zwei Komponenten aufgeteilt und auf eine Schraubverbindung gesetzt.

Der Quellcode für Deckel und Griff

Hier der Quellcode für den Deckel und den Griff. Ich hab den bereits ein wenig refactored für den Deckel. Die Griff-Konstruktion ist noch nicht so schön.

Die Code-Abschnitte für LABEL und LOGO sind Experimente gewesen ein SVG-file als Logo einzubinden und das LABEL war ein Experiment Text mit einem spezifischen Font einzubinden. Beides hat funktioniert, aber leider hätte es den 3D-Druck arg verkompliziert weil ich dann Supportmaterial hätte drucken müssen. Das wollte ich absolut vermeiden.

//  AUTHOR: blazr
//    DATE: OCT 2025
// VERSION: 1.5

// INITIALIZATION
echo( "---------------------------------" );
echo( "INITIALIZING" );
/* [BUILD/ADD] */
// CAP
USE_CAP = true;
// GRIP/HANDLE
USE_GRIP = true;
// LOGO
USE_LOGO = false;
// LABELS
USE_LABELS = false;

/* [CAP] */
// CAP RESOLUTION/QUALITY
cap_resolution = 300; // [20:Low,50:Medium,300:High,600:Perfect]
// COLOR
cap_color = "Silver"; // [Dimgray,Gray,Slategray,Silver,Lightgray,Gainsboro]
// INNER DIAMETER (CM)
cap_diameter_inner = 20.7; // [10:0.1:100]
// HEIGHT (CM)
cap_height = 2.0;  // [1:0.5:50]
// WALL SIZE (CM)
cap_wall_size = 0.5; // [0.5:0.1:5]
// HOLES DIAMETER (CM)
hole_diameter = 0.55; // .01
// SCREW HEAD HEIGHT (CM)
hole_screw_head_length = 0.3; // .05
// SCREW HEAD DIAMETER (CM)
hole_screw_head_diameter = 1.05; // .01
// HEX NUT RADIUS (CM)
hole_hexa_radius = 0.5; // .05
// HEX NUT DEPTH (CM)
hole_hexa_depth = 0.3; // .1

/* [GRIP] */
// COLOR
grip_color = "Dimgray"; // [Dimgray,Gray,Slategray,Silver,Lightgray,Gainsboro]
// HEIGHT (CM)
grip_height = 2.0; // [1:0.5:15]
// WIDTH (CM)
grip_width = 1.5; // [1:0.1:5]
// LENGTH (CM)
grip_length = 6.0; // [4:0.5:30]
// WALL SIZE (CM)
grip_wall_size = 0.5; // [0.5:0.1:5]

/* [LOGO] */
// COLOR
logo_color = "Fuchsia"; // [Fuchsia,DeepPink,Crimson,DarkOrange,Gold,Yellow,GreenYellow,DarkViolet,Aqua,SandyBrown,Wheat]
// SIZE
logo_scale_size = 0.02;  // [0.0025:Tiny,0.005:Small,0.01:Normal,0.02:Bigger,0.04:Big]
// FILENAME (SVG)
logo_filename = "lightbulb.svg";

/* [LABEL] */
// COLOR
label_color = "Gold"; // [Fuchsia,DeepPink,Crimson,DarkOrange,Gold,Yellow,GreenYellow,DarkViolet,Aqua,SandyBrown,Wheat]
// TEXT
label_text = "blazr";
// FONT NAME
label_fontname = "Data Control";
// FONT HEIGHT (CM)
label_size = 3; // [0.1:0.1:10]

// USED TO STOP FOLLOWINg VARS TO APPEAR In CUSTOMIZER
module __Customizer_Limit__ () {}
 
// MISC VARS
model_version = [1, 5, 0];
openscad_version = version();
flicker_correction = 0.005; // NEEDED TO FIX OPENSCAD FLICKERING ON DIFFS IN PREVIEW-RENDER

/**
* CAP WITH A CERTAIN DEPTH AND WALL THICKNESS
*/
module cap( height, radius, wall_size, color_name, color_name_inner ) {
  difference() {
    // OUTER CYLINDER
    color( color_name )
    cylinder(h = height, r = radius, center = false, $fn=cap_resolution);
    // INNER CYLINDER
    height_inner = height - wall_size;
    translate([0.0, 0.0, -flicker_correction]) {
      color( color_name_inner )
      cylinder(h = height_inner-flicker_correction, r = (radius-wall_size), center = false, $fn=cap_resolution);
    }
  }
}

/**
* POLYGON 2D-SHAPE FOR EXTRUSION
*/
module regular_polygon(order = 3, radius = 1) {
     angles=[ for (i = [0:order-1]) i*(360/order) ];
     coords=[ for (th=angles) [radius*cos(th), radius*sin(th)] ];
     polygon( coords );
 }

/**
* HOLE ROUND
*/
module hole( length, radius, color_name, offset_center_x ) {
   translate( [offset_center_x,0,0] ) {
     color(color_name) cylinder(length, radius, radius, $fn = 50);
   }
}

/**
* HOLE HEXAGON
*/
module hole_hexa(length, radius, color_name, offset_center_x, offset_z) {
  translate( [offset_center_x, 0, offset_z] ) {
    color( color_name ) linear_extrude( length ) regular_polygon( 6, radius );
  } 
}

/**
* MAIN MODULE TO CONSTRUCT CAP & GRIP
*/
module main(cap_diameter,cap_height,cap_wall_size,label_text,gh,gw,gs,gl) {
  cap_radius_inner = cap_diameter / 2.0;
  cap_radius_outer = (cap_diameter + (2*cap_wall_size)) / 2.0;
  // HOLE CALCULATIONS
  hole_radius = hole_diameter/2.0;
  hole_spacing = 0.5;      
  hole_length = (2*hole_spacing)+hole_diameter;
  bar_length = (2*hole_length) + gl;
  hole_grip_offset_center = (bar_length/2.0)-(hole_spacing+hole_radius);
  hole_through_length = gs;  
  rotate([0.0, 180.0, 0.0]) { // CONSTRUCTION ALL
    if( USE_CAP ) {
    translate([0,0,-cap_height]) { // CAP CONSTRUTION
      cap_radius = cap_radius_outer;
      difference() { // HOLES HEXAGON
        // DECKEL
        difference() { // HOLES ROUND
          // CAP (BUILD WITH INNER & OUTER CYLINDER)
          cap(
            cap_height,
            cap_radius,
            cap_wall_size,
            cap_color,
            "gray"
          );
          
          // HOLES ROUND THROUGH
          hole_offset_center = hole_grip_offset_center;
          hole_length = cap_height+flicker_correction;
          hole_diameter = 0.5;          
          hole_radius = hole_diameter/2.0;
          // HOLE 1
          hole( hole_length, hole_radius, "yellow", -hole_offset_center );
          // HOLE 2
          hole( hole_length, hole_radius, "yellow", hole_offset_center );
          
      } // difference HOLES ROUND
    
      // HOLES HEXAGON SURFACE
      hole_hexa_offset_center = hole_grip_offset_center;
      hole_hexa_offset_z = cap_height-cap_wall_size-(3*flicker_correction);
      hole_hexa_length = hole_hexa_depth;
      // HOLE HEXA 1
      hole_hexa(
        hole_hexa_length,
        hole_hexa_radius,
        "blue",
        hole_hexa_offset_center,
        hole_hexa_offset_z
      );
      // HOLE HEXA 2
      hole_hexa( 
        hole_hexa_length,
        hole_hexa_radius,
        "blue",
        -hole_hexa_offset_center,
        hole_hexa_offset_z
      );
    } // difference HOLES HEXAGON
        
    // OPTIONAL LABELS ON TOP OF CAP (PROBLEMATIC FOR PRINTING)
    if( USE_LABELS ) {
      label_height = 0.1;
      label_offset_to_center = cap_radius_outer/2.3;
      // LABEL LOWER
      translate([0.0, +(label_offset_to_center-(label_size/2.0)), cap_height]) {
        color(label_color) linear_extrude(label_height) text(label_text, size=label_size,halign="center",font=label_fontname, $fn=300);
      }
      
      // LABEL UPPER
      rotate( [0, 0, 180] ) {
        translate( [0.0, +(label_offset_to_center-(label_size/2.0)), cap_height] ) {
          color(label_color) linear_extrude(label_height) text(label_text, size=label_size,halign="center",font=label_fontname, $fn=300);
        }
      }
    } // if
  } // translate CAP CONSTRUTION
  } // if
  // END OF CAP CONSTRUCTION
  
  // BEGIN GRIP CONSTRUCTION (DEACTIVATED)
  if( USE_GRIP ) {
  difference() {
    translate( [0,0,(gh/2.0)] ) {
      // HANDLE UNION
      union() {
        // UPPER PART WITH HOLE
        difference() {
            color(grip_color)
            cube([gl, gw, gh], center = true);
            translate( [0,0,-gs] ) {
              color(grip_color)
              cube([gl-(gs*2), (2.0*gw), (gh)], center = true);
            }
        }
        // LOWER PART
        translate( [0,0,-((gh-gs)/2.0)] ) {
          color(grip_color)
          cube([bar_length, gw, gs], center = true);
        }
      }
    }
    // HOLES
    translate( [-hole_grip_offset_center,0,-flicker_correction] ) {
      color("yellow") cylinder(hole_through_length+(2*flicker_correction),hole_radius,hole_radius, $fn = 50);
    }
    translate( [hole_grip_offset_center,0,-flicker_correction] ) {
      color("yellow") cylinder(hole_through_length+(2*flicker_correction),hole_radius,hole_radius, $fn = 50);
    }
    // HOLES HEAD
    hole_screw_head_radius = hole_screw_head_diameter/2.0;        
    translate( [-hole_grip_offset_center,0,(hole_through_length-hole_screw_head_length+flicker_correction)] ) {
      color("crimson") cylinder(hole_screw_head_length,hole_screw_head_radius,hole_screw_head_radius, $fn = 100);
    }
    translate( [hole_grip_offset_center,0,(hole_through_length-hole_screw_head_length+flicker_correction)] ) {
      color("crimson") cylinder(hole_screw_head_length,hole_screw_head_radius,hole_screw_head_radius, $fn = 100);
    }        
  } // difference
  }

  // OPTIONAL LOGO
  if( USE_LOGO ) {
    // ADDITIONAL STUFF
    color(logo_color) linear_extrude(0.1)
    translate( [-7.3,0, 0] ) {
      scale([logo_scale_size,logo_scale_size,logo_scale_size]) {
          import(file = logo_filename, center = true, $fn = 100);
        }
      }
      mirror( [0,1,0] ) {
        color(logo_color) linear_extrude(0.1)
        translate( [7.3,0, 0] ) {
          scale([logo_scale_size,logo_scale_size,logo_scale_size]) {
            import(file = logo_filename, center = true, $fn = 100);
          }
        }
      }
    }    
  } // rotation CONSTRUCTION ALL
} // END MAIN MODULE

// EXECUTE PROGRAM
echo( "EXECUTING" );
main( 
  cap_diameter_inner,
  cap_height,
  cap_wall_size,
  label_text,
  grip_height,
  grip_width,
  grip_wall_size,
  grip_length
);

echo( str( "MODEL VERSION: ", model_version[0],".",model_version[1],".",model_version[2] ) )
echo( str( "BINARY VERSION: ", openscad_version[0],".",openscad_version[1],".",openscad_version[2]) );
echo( "COMPLETE" );
echo( "---------------------------------" );

Code als ZIP-Archiv cap_and_grip_1_5_0.zip download.

Mit etwas Zeit, werde ich das noch ein wenig schöner machen, den Code. Ich hätte gerne ein vollständig parametrisierbaren Deckel mit Griff, so dass ich für jedes Gefäß von sagen wie einem Durchmesser von 5 bis 60 Zentimeter einen Deckel konstruieren kann.

UPDATE 1.4.0
Ich hab die Parameter jetzt nach der Dokumentation refactored so dass man eine schöne Ansicht im „Customizer“ hat. Das ist eine optionale Einblendung in OpenSCAD, bei der man die Variablen die die Konstruktion beeinflussen, im GUI verstellen kann und die Änderung sofort sieht.

UPDATE 1.5.0
Jetzt sind alle Parameter über den Customizer wunderbar anpassbar.

UPDATE 1.6.0
Erster Release auf Thingiverse für mich. Bin noch nicht damit zufrieden, dass man die handlebar noch manuell drehen müsste für den Druck. Es fehlen noch die Daten für die eingesetzten Metallschrauben und Muttern. Ich hab da einfach Zeug gegriffen das noch in meiner Werkzeugkiste vorrätig war.

UPDATE 1.7.0
Jetzt auch bei Printables veröffentlicht.

UPDATE 1.8.0
Support für transparente Farben hinzugefügt, einige ASSERT statements hinzugefügt, um Grenzwerte zu prüfen, das Rendersystem zu Beginn sauber initialisiert, die aktuelle Viewport Konfiguration (Kamerasicht und Ausschnitt) per ECHO statement ausgegeben.
Code als ZIP-Archiv universal_cap_1_8_0.zip download.

Customizer Default GUI Customizer Easy GUI

Man kann in dem Customizer sich die Arbeit noch schöner machen, indem man „Description only“ wählt bei der Anzeige der Parameter. Das hängt natürlich davon ab wieviel Arbeit sich der Autor gemacht hat, ob das nützlich ist.

Fazit: Augen auf bei den Einheiten und beim Slicing

Es war nicht so schwer wie gedacht. Es hat Spass gemacht. Man sollte bei der Konstruktion bereits permanent einbeziehen, ob der 3D-Druck ohne Supportstrukturen auskommen wird. Es ist leicht möglich ein grosses Konstrukt in zwei Teile zu teilen. Ich habe mit Hilfe von Translation und Rotation beide Konstrukte abschliessend in die Lage im Raum gebracht, die dann auch auf dem Druckbett des 3D-Druckers verwendet werden sollte. Das hat die Weiterverarbeitung im Slicer vereinfacht.

Beim Slicing musste ich dann nur noch eine einzige Korrektur vornehmen, nämlich das Modell skalieren. Offenbar interpretiert der Slicer die OpenSCAD Masseinheiten als Millimeter. Ich hatte jedoch in Zentimetern gerechnet und kalkuliert. Anfängerfehler.

Weiterer Nachtrag: Wie man in den Fotos sieht, ist die innere Oberflaeche nicht so toll gedruckt worden. Woran es genau lag, kann ich nicht sagen, jedoch hat das Slicing mit dem ANYCUBIC Next Slicer (und der zugehoerigen Druckerkonfiguration) das Problem behoben. Der eingesetzte Prusa Slicer hatte offenbar nicht die richtige Konfiguration beim Druck.

Nachtrag

Ich hab hier nur an der Oberfläche der Fähigkeiten von OpenSCAD gekratzt. Es steht einem letztlich das volle Spektrum der Mathematik zur Verfügung, um sich auszudrücken. Das ist mir beim Lesen der Dokumentation aufgefallen. Das bedeutet, man ist „nur“ durch die eigenen Kenntnisse in Mathematik begrenzt.\

Damit halte ich OpenSCAD für ein wunderbares Werkzeug, um Begleitend Konzepte der Mathematik zu lernen und zu begreifen. Und dabei meine ich „begreifen“ im Sinne von „Begreifen“ es anfassen können. Ich würde mir wünschen dieses Werkzeug (exemplarisch für die Kategorie dieser Werkzeuge) würde Eingang finden in die mathematische Grundbildung junger Menschen. Ich lönnte mir das super im Mathematikunterricht vorstellen und halte das Werkzeug für geeignet spielerisch Mathematik auszuprobieren und zu verstehen.

Basis Template

Da ich nun des öfteren ein neues Projekt mit OpenSCAD begonnen habe, hab ich mir ein kleines Basis Template gebaut, so dass ich nicht immer wieder beu Null beginnen muss.

Mit dem Template werden einige Variablen, die man immer gut brauchen kann definiert. Auch wird der Customizer sofort benutzt. Das Template unterstuetzt zwei Konstruktionen, die einzeln, oder kombiniert ausgegeben werden können.

Basis Template zum runterladen: openscad_base_template_0_1_0.zip

Why do I blog this? Ich hatte ein wenig Spass dran. Und ich hab eine Menge gelernt. Vor allem hab ich den Schrecken vor 3D Konstruktionen verloren. Es kostet zwar einiges an Überlegungen, bis das was man sieht auch den eigenen Vorstellungen entspricht, aber man kann es programmieren. Und DAS ist VIEL besser als es zu konstruieren per Hand.

Was ist wirklich schwierig fand, war das Denken in geschweiften Klammern. Welche Translation bezieht sich jetzt nochmal auf welche Objekte? Ich finde es schade, dass man das Ergebns einer „Action“ (so nennt man eine Zeile die eine graphische Primitive umsetzt) nicht in einer Variablen speichern kann. Da muss ich nochmal schauen, ob das über „Module“ besser geht. Denn wenn ich eine gleiche Bohrung nicht nur einmal verwende, dann moechte ich das ungern per Copy & paste tun. Vermutlich ist der richtige Weg hier ein neue „Module“ zu definieren.