Portable Vector Network Analyzer: NanoVNA zum LoRa 868 MHz Antennen vermessen einsetzen

Ich habe mich ja schon länger mit Meshnetzwerken beschäftigt. Seit über einem Jahr hatte ich einen Solarknoten für Meshtastic auf dem Dach (mittlerweile bin ich aber auf MeshCore migriert mit allen Geräten). Was mich jedoch die ganze Zeit über wirklich genervt hat, war, dass ich keine Möglichkeiten hatte als Normalsterblicher mal zu überprüfen, ob die Antennen die ich für das Meshnetz einsetze überhaupt funktionieren.

VNA

Stellt sich raus, dafür braucht man einen Vector Network Analyzer bzw. ein SWR Meter bzw. ein Stehwellenmeßgerät.

Wenn man so ein Teil hat, kann man die Parameter die ausschlaggebend sind für das Aussenden und den Empfang von Radiowellen, selber überprüfen. Das ist kein Mal-eben-so-Prozess, aber es geht. Wenn man nicht zufällig zuviel geld rumliegen hat, dann landet man bei einem Low-Budget-Meßgerät und nicht bei dem „Porsche“ ZVA 40 von Rohde&Schwarz.

NanoVNA-H

Ich hab mir also den NanoVNA-H zugelegt. Das „H“ steht für die Screengröße, es gibt auch den „H4“, der hat einen 4 Zoll Screen. Meiner ist nicht größer als eine Zigarettenschachtel. Das ist ein kleines Gerät mit zwei Standardanschlüssen für sogenannte SMA-Schraub-Stecker-Verbindungen.

Bevor man mit dem Ding irgendwas sinnvolles tun kann, muss man es kalibrieren, dann erstmal rausfinden was die ganzen Menüs alles sind… rausfinden, was man davon alles ignorieren kann, weil man es gar nicht benötigt und dann braucht man eine Antenne zum messen.

Ich hab sehr suchen müssen, bis ich was vernünftiges fand, was mir den NanoVNA in der Benutzung nachvollziehbar erklären konnte. Gefunden habe ich bislang zwei Webseiten die etwas Hilfe hatten für mich als Laien. Die Webseite bzw. das github Repository für die Firmware meines Gerätes war da leider nicht sonderlich hilfreich. Die hatte aber hilfreiche Software, um mit Python Screenshots von dem Gerät zu holen.

Die zwei Webseiten die ich fand waren:

Anwendungskurs Netzwerkanalisator (NanoVNA)

In einer Seite werden verschiedene Aspekte des NanoVNA der mini Vektor Netzwerkanalysator in einem Anwendungskurs in 11 Teilen vorgestellt.
URL: https://www.darc.de/der-club/distrikte/n/ortsverbaende/01/technik/nanovna/

NanoVNA Praxisguide für echte Messungen

Zitat von der Webseite:

Wenn du dir einen NanoVNA gekauft hast, um „mal eben SWR zu checken“, bist du schon auf dem richtigen Weg – aber ein NanoVNA kann deutlich mehr als nur eine einzelne SWR-Zahl anzeigen.

Ja, ist aber auch nicht so einfach die einzelne SWR-Zahl auf den Screen zu bekommen. Und die ist ausschlaggebend!
URL: https://nexttechworld.com/de/amateurfunk/nanovna-praxisguide/

Des weiteren habe ich dann später nochmal intensiver nach PDF-Dokumenten das Web durchsucht und bin dabei auf folgende Exemplare gestoßen:

NANO NANOVNA V2 USER MANUAL (NanoVNA_V2_UserManual.pdf) und THE MISSING MANUAL by BILL RUGGIRELLO (TheMissingManualForThe_NanoVNA_V2Plus4.pdf) und Der NanoVNA (Nano_H_Deutsch_2020.pdf).

Messen, gar nicht so einfach!

Was ist OPEN, was ist SHORT, was ist LOAD? Ich musste erstmal neues Vokabular lernen. Spoiler: Das bezeichnet die abgebildeten Steckeraufsätze, die man auf den Meßanschluss schrauben muss, um einen Kurzschluss, ein offenes Ende und einen Widerstand mit 50 Ohm zu messen. Und genau das muss man zuerst messen, um das Gerät zu kalibrieren. Ohne kalibrierung geht nichts!

Hier mal ein Screen, der den SWR-Wert misst für die bei meinem LilyGo-T-Echo mitgelieferte Stummelantenne. Spoiler, für die 868MHz (für die die Antenne angeblich ausgelegt ist) ist der Wert (Siehe Meßpunkt M1) relativ schlecht. Hingegen ist die Antenne offenbar für 760Mhz viel besser geeignet (siehe Meßpunkt M2) oder aber für 1GHz (siehe Meßpunkt M3).

Hier sieht man wie ich das ganze Zeug auf dem Tisch liegen habe. So hab ich die Antenne aber nicht gemessen. Ich habe die Antenne senkrecht hochgehalten und ausschließlich an den isolierten Bereichen des Koaxialkabels gehalten, um nicht mit der Schirmung (blanke/messingfarbene Metallflächen der SMA-Konnektoren) in Berührung zu kommen, denn das verfälscht das Meßergebnis sehr.

Messen, messen, messen, … Stummel Antenne

Hier sieht man mal verschiedene Screens, die ich beim Messen konfiguriert habe.

  1. SWR: Zeigt den Verlauf der Meßwerte um den Wert 868MHz mit einer Spannweite von 500MHz an. Der Marker M1 markiert die Frequenz 868MHz, da sollte der SWR-Wert im idealen Falle am geringsten sein. Wie man sieht ist er das nicht.
  2. LOGMAG: Das LOGMAG Diagramm mit einer dB Achse
  3. Smith: Ein Smith Diagramm. Ich hab ehrlich gesagt keine Ahnung was das anzeigt.
  4. Resistance: Das Diagramm für Resistance. Es zeigt Wiederstand in Abhängigkeit von der Frequenz an… hmmmm… bloss was bedeutet das?
  5. Alle Diagramme gleichzeitig.
  6. Mit dem DISPLAY Menü bestimmt man, welche Kurven gezeigt werden sollen (4 Farben)
  7. Pro Kurve (aka TRACE) legt man das FORMAT (was man messen will) fest und die SCALE. Es hilft bei der SCALE einfach mal AUTOSCALE zu tippen.
  8. Für das FORMAT wählt man SWR, um den wesentlichen Wert für die Antenne zu bestimmen.
  9. Um überhaupt einen Frequenzbereich festzulegen der einen interessiert, ruft man das STIMULUS Menü auf
  10. Im STIMULUS Menü kann man die Frequenz wählen, die CENTER sein soll (die also im Fokus der Untersuchung steht)
  11. Man tippt dort 8, 6, 8 und dann M, um 868 MHz festzulegen
  12. Das letzte Diagramm zeigt, wie man mit den Markern M1-M3 verschiedene Stellen der Kurve im Blick behalten kann, und dafür dann di Werte oben eingeblendet bekommt.

Fazit, die Stummel-Antenne, die eigentlich für 868MHz funktionieren soll, funktioniert besser im Bereich 1GHz oder im Bereich 763MHz, ist somit eher billiger China-Schrott, als eine gute Antenne. Mal gut, dass wir das mal ausmessen konnten.

Sleeve Antenne (Selbstbau)

Dieses hier ist dann schon die fortgeschrittene Version meiner Meßversuche. Ich messe meine selbstgebaute Sleeve-Antenne ein. Die ist auf keinen Fall perfekt, aber sie ist deutlich besser. Danke an der Stelle an Elektra! Denn ohne sie wüßte ich gar nicht von der Möglichkeit einer Sleeve Antenne.

Das Bild zeigt die noch nicht richtig fixierte (Die Abschirmung kann sich noch verschieben) Antenne. Mit Hilfe des NanoVNA habe ich diese Antenne nun soweit verändert, bis ich richtig gute Werte hatte für die SWR-Messung.

Vergleich: Stummel vs. Sleeve

Un hier sieht man den gravierenden Unterschied. Ich habe einmal die Messungen beider Antennen gegenübergestellt. Die selbstgebaute Antenne schlägt das China-Produkt im Handumdrehen aus dem Feld. Und das ist noch die schlecht gebaute Sleeve Antenne. Ich werde eine weitere bauen und dann erneut messen.

Der „Pro“-Meßstand!?

Damit ich die Antennen in absolut vergleichbaren Positionen halten konnte, habe ich mir meine Halteklammern von meinem Werkstatt-Tisch geholt. Das funktioniert tatsächlich richtig gut. Da die Halteklammern selbst mit Silikon überzogen sind, sind sie somit auch gut isoliert. Eventuelle Effekte wegen des Metalls vom Arm der Klammer wirken sich auf alle Antennen im Prüfstand aus, somit kann ich das mal vernachlässigen denke ich.

Mit dem Zwischenergebnis bin ich ganz zufrieden.

Why do I blog this? Ich habe nicht wirklich einfach Infos zu dem NanoVNA finden können, die einem systematisch das Vorgehen zeigen. Hier möchte ich die gefunden Dokumente und Anleitungen für mich selbst archivieren und auch meine Erfahrungen dazu gerne teilen. So ein NanoVNA ist sehr hilfreich die Funktionalität einer Antenne zu beurteilen. Ich habe mittlerweile auch eine andere Antenne, die mit meinem Meshcore Solar-Node mit kam vermessen und die hat Werte mit einer „1“ vor dem Komma für den SWR. Das ist also kein Schrott und ich kann es jetzt selbst beurteilen.

Kurzbericht vom DWeb Camp 2026: Root Systems

Ich habe dieses Jahr das erste Mal das DWeb Camp besucht. Hier möchte ich ein wenig berichten.

Das Camp beschreibt sich selbst wie folgt:

DWeb Camp 2026: Root Systems is a five-day gathering in nature for builders and dreamers dedicated to building a decentralized web (DWeb). A web that is private, resilient, and beyond the control of a few central powers. Like forests, decentralized systems derive strength from what lies beneath the surface: dense networks of roots, sharing resources without hierarchy, and coordination that persists even when individual nodes disappear.

DWeb Camp: Root Systems invites participants to build technologies that–like living ecosystems–adapt, regenerate, and endure.

Erwartungen

Ich hatte mich bewusst für das DWeb Camp entschieden, weil ich einerseits Outdoor-Veranstaltungen mag und mir andererseits Camps wie das Chaos Communication Camp deutlich zu groß geworden sind (da hatte ich auch schonmal was zu in diesem Blog). Ich wünschte aber eine Alternative und brauche den Austausch zu neuen Technologien und mit Menschen die sich damit auskennen und beschäftigen, also wurde es dieses Jahr das DWeb Camp.

Mein Erwartungen gingen ein wenig in Richtung „Was kann ich Neues lernen und mitbekommen.“ gerade in Zeiten von AI passiert da gefühlt im Augenblick eine ganze Menge. AI und Meshnetze waren so meine Favoriten – neben Aspekten wie man Communities aufbaut weshalb – ich das Camp besuchen wollte. Besondere Einsichten habe ich mir von der Tatsache versprochen, dass es eine Veranstaltung ist, die aus den USA hierher nach Europa zum ersten Mal gekommen ist.

Ich erwartete so ein wenig, dass viele der Speaker die Vibes aus den USA mit hierher bringen und man so ein wenig davon mitbekommen kann, was da gerade eigentlich so abgeht. Und ich wurde nicht enttäuscht. So kam ich zu der Gelegenheit mir von Evan der das ActivityPub Protokoll / API des Fediverse mitentwickelt hat, erklären lassen zu können, wie man einen einfachen ActivityPub Client in Javascript baut.

Allgemeine Eindrücke

Das Camp ist deutlich anders aufgestellt als Chaos Communication Camps, obwohl viele Chaos-nahe Personen offenbar Infrastruktur für das DWeb Camp gemacht haben und auch mit künstlerischen Beiträgen in Bild und Ton vor Ort supporteten. Ich sah auch sehr viele Freifunk-Router über das Gelände verteilt. Der Ort „Alte Hölle“ ist ziemlich cool. Mitten in einem Naturschutzgebiet gelegen, von Wald umgeben und somit recht weit ab vom Schuss.

Der Camp-Ground wurde überwiegend durch Glamping-Zelte belegt. Eine beauftrage Firma hat die Zelte aufgestellt und ausgestattet, also relativ professionell und eher dienstleisterisch. Es gab jedoch auch abseits der Glamping-Area weitere eigene Zelte ich schätze so insgesamt ca. 50 weitere. Die eine bunte Vielfalt waren.

Das Wetter hätte besser nicht mitspielen können. Sehr angenehme Temperaturen zur Nacht, so dass man gut schlafen konnte. Erste Tage morgens wolkig und dann Sonne, letzte Tage Dauersonne und steigende Temperaturen. Der Bereich in dem ich mit dem Zelt war, war so weit ab vom Geschehen, dass ich auch einen wunderbar ruhigen Ort hatte mit dem Zelt. Das ist etwas was ich wirklich sehr zu schätzen wusste. Irgendwann einfach aus dem Trubel ins Zelt gehen zu können und Ruhe haben. Das ist definitiv ein Feature, das jedes Outdoor Camp kopieren sollte.

Gerade in den ersten 48h ist für mich ein ruhiger Rückzugsraum eine wahre Wohltat. Man ist ja plötzlich mit so vielen Menschen zusammen, dass man auch irgendwann im Lauf des Tages einfach übermensch’t ist und gerne seine Ruhe hätte. Es mag sein, dass es andere Leute gibt, die das den ganzen Tag mögen und auch können, ich brauch aber meine Auszeiten, zumal auch viele Eindrücke aus den Veranstaltungen zu verarbeiten sind und auf einen einwirken. Mal in Ruhe ein paar Notizen machen können ist da schon hilfreich.

Auch auf diesem Camp gab es wieder eine Toiletten-Situation (um die ich aber drumrum-routen konnte durch normale WC’s im Haus). Ich frage mich wirklich, ob wir nach was weiß ich wieviel tausenden von Jahren, wirklich alle Fehler beim Bau eines Klos immer wieder von vorne machen müssen. Ich habe nichts gegen umweltfreundliche und wassersparende Toiletten – sprich, Kompostklos – aber warum zur Hölle müssen die Dinger eine Usability haben die einfach unbeschreiblich scheiße ist?

Klo-Rant

Die Klos sollten das kleine vom großen Geschäft trennen und hatten dafür einen Plastikeinsatz, der nur noch für das grosse Geschäft ein Loch hatte. Das kleine war wie ein Mini-Trichter (?) aufgebaut. Ich fang mal an ein paar Features zu beschreiben, die ich mir von einer Toilette wünsche (un ich kann nicht glauben, dass ich das hier echt nochmal aufschreiben muss):

  • Kompromisslos blickdichter Raum, in dem ich ein Minimum an Privatheit habe (Privacy ya know??)
  • Ich möchte einen Türverschlussmechanismus, der den Raum nachhaltig und auch gut sichtbar/erkennbar schliesst (so dass von Aussen klar ist dieses Klo ist grade besetzt und dafür niemand an der Tür rütteln muss um das herauszufinden), ohne das da jemand dran rütteln kann und dann geht der Verschluss vielleicht durch physische Erschütterung auf
  • Ich möchte mich Hinsetzen können, ohne dass meine Genitalien – i.e. natürlicherweise hängende Testikel und je nach Temperatur längerer oder kürzerer Penis – mit den flüssigen Exkrementen die Benutzer dieser Installation vor mir hinterlassen haben in Berührung kommt. (Dies scheint eine einfache aber absolut unerfüllbare Anforderung für die Konstrukteure des DWeb Camp Outdoor Kompost-Toiletten-Systems gewesen zu sein)
  • Ich möchte mein Gleichgewicht halten können während ich mich auf die Latrinen-Vorrichtung setze (Auch dies eine absolut unerfüllbare Anforderung an die Designer der Kompost-Latrine des DWeb Camp)
  • Ich möchte einfach wieder aufstehen können, ohne mit den Händen gezwungen zu sein in die Exkremente meiner Vorgänger:innen fassen zu müssen
  • Nochmal ganz deutlich: Ich möchte auch keinen Hochsitz bergsteigerisch im Halbschlaf erklimmen müssen, um Scheissen oder Pissen gehen zu können

Die Outdoor Toiletten waren für mich als gesunden Menschen ohne körperliche Beeinträchtigung eine Zumutung. Für Rollstuhlfahrer ganz sicher absolut und vollständig unbenutzbar. Es war ein lose zusammengehauener Bretterverschlag, weder Blickdicht und schon gar kein privater Raum.

Im Nachgang des Camps wurde mir gesagt, dass es auch eine Pinkelrinne gegeben hätte. Die war allerdings nicht in dem Bereich der Kompost-Toiletten, sondern in der Nähe des Swimmingpools(?)… also relativ versteckt platziert. Das hätte es ganz sicher deutlich besser gemacht für mich, wenn diese im Einzugsbereich des geschehens verfügbar gewesen wäre. Ich hab den Lageplan dann nochmal angeschaut und festgestellt, dass es da leider keine näheren Hinweise gab, welche Features die Toiletten so aufweisen.

TL;DR: ich will auf einem Outdoor Camp kein Beta-Tester für irgendwelche Amateurlösungen von Toiletten sein. Das war definitiv eine Amateurlösung. Meine Hygieneerfahrung prägt die Erfahrung auf so einem Camp maßgeblich, weil ich mindestens 3 Mal am Tag davon Gebrauch machen werde. Also baut das verdammt nochmal so, dass es in Ordnung ist und die tausende von Jahren Erfahrung mit Latrinen berücksichtigt. Fazit: Klo’s und Hygieneanforderungen scheinen bei solchen Events absolut nachrangige Gedanken zu sein. Das ist sehr, sehr schade, denn es stört eine ganze menge Menschen die da kaum die Wahl haben sind sie einmal auf dem Camp Ground angekommen! Die kommen dann halt nicht mehr beim nächsten Mal, das ist ihre Wahl.

Talks & Workshops

Das Programm bzw. der Schedule war extrem breit aufgestellt. Es gab sehr viele Locations auf die sich das Ganze von 9 Uhr 30 beginnend bis 18 Uhr verteilte. Ich habe einige für mich interessante Talks & Workshops besucht.

Darunter waren folgende:

Talks die ich leider verpeilt habe:

Talks die nicht im Schedule waren, und denen ich per Zufall beiwohnen durfte:

Es gab auch eine Unconference am Freitag und Samstag. Ich entschloss mich kurzerhand selber einen Unconference Talk zu halten zu dem Mastodon Mood Board. Die Resonanz war sehr überschaubar.

Erstes Fazit (geschrieben auf dem Camp)

Insgesamt eine Veranstaltung die paar coole Sachen zu bieten hatte. Was ich relativ schade fand, war, dass es trotz des hohen Ticketpreises Kaffee nur zum Frühstück (8 Uhr bis 9 Uhr 30) gab, man andererseits aber selber keine Gaskocher nutzen durfte, um sich neben dem Zelt selbst einen Mokkapott heiss zu machen. Da blieben nicht mehr soviel Alternativen, ausser auf selbst mitgebrachte Flora Power Mate auszuweichen. Zur Verteidigunbg der DWeb Orga, es gab aber einen Coffeetruck auf dem Gelände mit allerdings SEHR(!) sportlichen Preisen pro Kaffee.

Superschön war die Tatsache, dass es einen Swimmingpool gab (fest installiert; gehört zum Gelände der „Alten Hölle“). Bei den klasse sommerlichen Bedingungen war das wirklich eine willkommene Abwechslung und ich habe davon Gebrauch gemacht. Es gab auch ein kleines „Shower Paradise“, für die Dusche die dann nach einiger Zeit einfach nötig ist und wirklich tolle Outdoor Duschen mit quasi Null Warteschlange.

Mein Schrittezähler an der Smartwatch hat einen Erfolg/Zielerreichung nach dem nächsten gemeldet, weil man eben halt doch auch echt viel durch die Gegend läuft. Alleine einmal Klo & zurück zum Zelt… da kommt über den Tag schon was zusammen.

Bissel gewöhnungsbedürftig finde ich die Art des Zahlungssystems auf dem Event. Man musste zunächst über eine Webseite ein Drinking-Package kaufen (quasi eine Art Prepaid-Guthaben) und einzig zugelassenes Zahlungsmittel war leider die Kreditkarte. Das ist vermutlich der US-Kultur der Veranstaltung geschuldet und ich fand es etwas eigen.

Bissel komischer war dann, dass ich mit einem QR-Code dann zu einem Desk gehen sollte, und dort händigte man mir dann nach dem Scannen des QR-Codes eine Tüte voller Plastikchips aus, die irgendwie mein Geld repräsentieren sollten. Für mich ist leider intransparent geblieben, wieviel meine Drinks jetzt wirklich gekostet haben (Absicht?). Es gibt sicher Gründe für so ein Token-Bezahlsystem (z.B. dass ein Spendebeitrag dabei immer übrig bleibt), aber es ist ein Komplikation im Ablauf, die auf einem Camp das sich der DEZENTRALITÄT verschrieben hat, vollständig widerspricht, alle erstmal durch einen Single Point (Internetaccess, Kreditkartenanbieter, QR-Code-Scanner mit Service in der Cloud) of Failure zu schicken. „Walk your talk!“ sag ich da nur.

Nun, ja. Der Rest meiner nicht eingelösten Plastechips geht dann an die DWeb-Orga als Spende soweit ich das verstanden habe. Ich hab die einfach bei meinem letzten Besuch an der Bar alle abgegeben, was soll ich mit dem Token-Plastik?

Ich habe einige bekannte Gesichter aus der nahen Berliner CCC Bubble gesehen/wiedergetroffen, das war ganz nice und gab ein wenig Chaos-feel. Ansonsten war die Sprache auf dem Camp die man nahezu überall gehört hat eindeutig Englisch oder Spanisch. Deutsch war eher die Ausnahme. Das dürfte für menschen, die nicht so fit in Englisch sind ein Hindernis sein auf diese Konferenz zu gehen. Alle Talks & Workshops waren auch ausnahmslos auf Englisch.

Ich hatte den Eindruck eine Menge Leute sind aus den USA und Kanada gewesen. Speziell mit Leuten aus Kanada habe ich oft die deutlich besseren Gespräche gehabt. Bei den US-Amerikanern gelingt es mir selten einmal wirklich einen tieferen Austausch hinzubekommen. Viele die ich traf sind oft mehr im „Sende“-Modus, und wollen ihre Idee promoten, das find ich etwas schade, denn dadurch kann ich zwar zuhören und viele Ideen mitbekommen, aber über mich erfahren sie dann leider wenig. Womit man halt auch klarkommen sollte ist diese übertriebene, oberflächliche Freundlichkeit. Alles ist immer awesome, great, superb etc. pp. wenn es ein Mensch aus den USA ausspricht. Aber das kenne ich aus dem Unternehmenskontext auch nicht anders.

Zweites Fazit (geschrieben zu Hause)

Ich habe ein paar Links eingesammelt:

Erst nach dem Event ist mir klar geworden, dass das Department of Decentralization (DoD) aus Berlin eine recht tragende Rolle in der Orga des DWeb Camp hatte. Ganz spezieller Dank geht also nochmal raus an die Menschen hinter dem DoD die das ermöglicht haben. Sehr, sehr cool und aus meiner Sicht wirklich ein Komplement zu DWeb würde ich sagen. Der Besuch dieses DWeb Camps hat definitiv mein Interesse am DoD gefördert.

Drittes Fazit (nach 2 Wochen)

Das Camp war durchaus interessant. Die Sprachbarriere war aber auch real. Es ist eine recht hohe Dauerhürde, immer nur Englisch reden zu können. Ich fand die Vorträge/Sessions/Workshops/Panels in ihrer schieren Anzahl zuviel. Ich hatte auch den Eindruck, dass die Qualität des Angebots sehr sehr stark variierte. Teilweise habe ich mich schon gefragt, ob hier nicht nur stumpf eine bereits existierende Projektpräsentation nochmal für das Camp zum x-ten Mal runtergerattert wurde. Das finde ich schade und irgendwie vertane Zeit da was passend für die Zielgruppe zu haben. Die Menschen sind ja gerade deshalb dort, weil sie direkten Austausch zu den Themen Dezentralit“t etc. haben möchten. Dann einfach sumpf ’ne Präse runterzurattern in der Hoffnung „passt schon irgendwie“ ist halt schade.

Ich hab aber auch keinen Einblick in die inhaltliche bzw. redaktionelle Arbeit, wie diese Veranstaltungen letztlich auf den Schedule gekommen sind. Um mich überhaupt irgendwie orientieren zu können, habe ich den Fahrplan-Transformer eingesetzt, denn die pretalx Ansicht war dafür leider absolut nicht mehr ausreichend, da es sich auf zuviele Orte verteilt hat. Es schien auch keinen richtigen High-Profile Lead-Track oder sowas zu geben, an den man redaktionell so ein wenig härtere Ansprüche formuliert. Da bin ich vermutlich von Chaos Events und der oftmals exzellenten redaktionellen Auswahl versaut worden.

Mein organisatorisches Fazit wäre, dass weniger Talks/Sessions/Plena/Workshops etc. besser gewesen wären. So hat sich das auf viele kleine Zelte bzw. Domes oder andere Orte verteilt und es war irgendwie nicht gerade leicht etwas zu finden, was auch thematisch gepasst hat. Das lag teilweise auch an den Beschreibungstexten zu den Veranstaltungen. Viele Beschreibungstexte haben für meinen Geschmack nicht gerade heraus beschrieben was sie liefern werden. Ich bin oft auf Überschriften gestossen, die Aufmerksamkeit erhaschen wollten und dann nur nebulös waren, was den Teilnehmer dann eigentlich erwartet. Sowas mag ich nicht. Lieber ehrlich und klar, so dass ich verstehe, was mich erwartet, auch wenn das als Überschrift vielleicht nicht so „sexy“ klingt. So musste man halt hingehen um rauszufinden, ob es was taugte und dann manchmal sich peinblich berührt rausschleichen, weil es halt doch nicht so gepasst hat.

TL;DR

Weniger ist mehr. Mehr Workshops/Hands-on-Action. Einen Camp-Lead-Track mit hohen inhaltlichen Qualitätsanforderungen. Strukturell klare Vorgaben für die Beschreibungstexte, so dass man da nicht einfach nebulösen Text hinterlassen kann zu einer reisserischen Überschrift.

Es wäre der perfekte Ort gewesen 4 Tage lang den Elefanten im Raum gemeinsam in Workshops und Panels etc. zu besprechen: AI

Ich hatte darauf gehofft, dass man genau dieses Thema aus USA mitbringt und stark fokussiert. AI wird einen noch viel zu wenig antizipierten Einfluss auf alle Bereiche unseres Lebens haben. Fragt da nur mal eure Freunde die als Lehrer:in an einer Schule arbeiten und mit Hausaufgaben made-by-ChatGPT und Klausuren geschrieben mit Zweithandy-Verbindung und Knopf im Ohr made-by-Gemini in täglichem Kontakt sind.

An den Universitäten sieht es nicht anders aus. Der meiste Output stammt zunehmend aus der SLOP-Machine. Das ist ein brandheisses Thema, bei dem man nicht auf Regulierungen oder Regeln hoffen darf. Wenn diese kommen, ist es zu spät und vor allem ändern die Regeln nix. Juristische Nachweise von SLOP-Leistungen sind schwierig. Präzedenzfälle dazu vermutlich noch gar nicht vorhanden. Die Probleme und negativen Auswirkungen existieren bereits, die Lösungen müssen soweit ich das sehe eher dezentral erfolgen, denn Silicon Valley wird niemand das Multibillionen-Dollar-Spielzeug sobald wieder wegnehmen.

Leider hatte man auf dem DWeb Camp nicht den Mut einen thematischen Schwerpunkt mit einem Lead-Track zu AI zu schaffen, der dem Ganzen auch den nötigen Raum gegeben hätte. vermutlich hat auch die Orga des Camp das Thema und seine relevanz noch gar nicht in dem Ausmaß auf dem Radar, als dass man das angemessen hätte berücksichtigen können.

Nun, vielleicht beim nächsten Camp.

Why do I blog this? Der Camp Besuch war meinerseits ein Experiment. Es gab auch ein Volunteering-System, aber ich wollte bei DEM Ticketpreis wirklich nicht noch Volunteer-Arbeit leisten. Ausserdem schaue ich mir eine Veranstaltung auch gerne erstmal ein wenig an bevor ich mich da gleich tiefer investiere.

DEC PDP-1

…is a computer designed and produced in 1959.

The PDP-1 (Programmed Data Processor-1) is the first computer in Digital Equipment Corporation’s PDP series and was first produced in 1959. It is known for being the most important computer in the creation of hacker culture at the Massachusetts Institute of Technology, Bolt, Beranek and Newman, and elsewhere. The PDP-1 is the original hardware for one of the first video games, Steve Russell’s 1962 game Spacewar!.

Considering the pace of change in computing, that might seem like the prehistoric age. However, it is also surprisingly modern and proves a point that the basic concepts still withstand the test of time.

The PDP kind of became a bit famous also for very special Software running on it. For example the Snowflake binary (see below) and the Spacewars! binary (see above).

Snowflake is a kaleidoscopic program, mapping a list of moving points multiple times onto the screen in a starlike manner. It may be even the first of these programs. However, several programmers of the day experimented with the graphics capabilities of the PDP-1 and its Type 30 CRT display, amongst them Marvin Minsky, Ben Gurley (the PDP-1’s ingenious designer), and David Mapes.

As a variation of the snowflake code can the Minskytron be considered, which allows to manipulate several parameters and get very fancy movements of the Cathode Ray of the circular display.

The softwares/codes of these marvels of software engineering have been saved and archived as cultural achievements by the bitsavers archive.

Creating sound

Normal operation of a PDP-1.

Why do I blog this? I think it is really worth it to have a look at this and to not forget about it. It is very lively history, which is made available and experienceable by enthusiasts which made web-emulations of the machine available.