Kurzbericht vom DWeb Camp 2026: Root Systems

Ich habe dieses Jahr das erste Mal das DWeb Camp besucht. Hier möchte ich ein wenig berichten.

Das Camp beschreibt sich selbst wie folgt:

DWeb Camp 2026: Root Systems is a five-day gathering in nature for builders and dreamers dedicated to building a decentralized web (DWeb). A web that is private, resilient, and beyond the control of a few central powers. Like forests, decentralized systems derive strength from what lies beneath the surface: dense networks of roots, sharing resources without hierarchy, and coordination that persists even when individual nodes disappear.

DWeb Camp: Root Systems invites participants to build technologies that–like living ecosystems–adapt, regenerate, and endure.

Erwartungen

Ich hatte mich bewusst für das DWeb Camp entschieden, weil ich einerseits Outdoor-Veranstaltungen mag und mir andererseits Camps wie das Chaos Communication Camp deutlich zu groß geworden sind (da hatte ich auch schonmal was zu in diesem Blog). Ich wünschte aber eine Alternative und brauche den Austausch zu neuen Technologien und mit Menschen die sich damit auskennen und beschäftigen, also wurde es dieses Jahr das DWeb Camp.

Mein Erwartungen gingen ein wenig in Richtung „Was kann ich Neues lernen und mitbekommen.“ gerade in Zeiten von AI passiert da gefühlt im Augenblick eine ganze Menge. AI und Meshnetze waren so meine Favoriten – neben Aspekten wie man Communities aufbaut weshalb – ich das Camp besuchen wollte. Besondere Einsichten habe ich mir von der Tatsache versprochen, dass es eine Veranstaltung ist, die aus den USA hierher nach Europa zum ersten Mal gekommen ist.

Ich erwartete so ein wenig, dass viele der Speaker die Vibes aus den USA mit hierher bringen und man so ein wenig davon mitbekommen kann, was da gerade eigentlich so abgeht. Und ich wurde nicht enttäuscht. So kam ich zu der Gelegenheit mir von Evan der das ActivityPub Protokoll / API des Fediverse mitentwickelt hat, erklären lassen zu können, wie man einen einfachen ActivityPub Client in Javascript baut.

Allgemeine Eindrücke

Das Camp ist deutlich anders aufgestellt als Chaos Communication Camps, obwohl viele Chaos-nahe Personen offenbar Infrastruktur für das DWeb Camp gemacht haben und auch mit künstlerischen Beiträgen in Bild und Ton vor Ort supporteten. Ich sah auch sehr viele Freifunk-Router über das Gelände verteilt. Der Ort „Alte Hölle“ ist ziemlich cool. Mitten in einem Naturschutzgebiet gelegen, von Wald umgeben und somit recht weit ab vom Schuss.

Der Camp-Ground wurde überwiegend durch Glamping-Zelte belegt. Eine beauftrage Firma hat die Zelte aufgestellt und ausgestattet, also relativ professionell und eher dienstleisterisch. Es gab jedoch auch abseits der Glamping-Area weitere eigene Zelte ich schätze so insgesamt ca. 50 weitere. Die eine bunte Vielfalt waren.

Das Wetter hätte besser nicht mitspielen können. Sehr angenehme Temperaturen zur Nacht, so dass man gut schlafen konnte. Erste Tage morgens wolkig und dann Sonne, letzte Tage Dauersonne und steigende Temperaturen. Der Bereich in dem ich mit dem Zelt war, war so weit ab vom Geschehen, dass ich auch einen wunderbar ruhigen Ort hatte mit dem Zelt. Das ist etwas was ich wirklich sehr zu schätzen wusste. Irgendwann einfach aus dem Trubel ins Zelt gehen zu können und Ruhe haben. Das ist definitiv ein Feature, das jedes Outdoor Camp kopieren sollte.

Gerade in den ersten 48h ist für mich ein ruhiger Rückzugsraum eine wahre Wohltat. Man ist ja plötzlich mit so vielen Menschen zusammen, dass man auch irgendwann im Lauf des Tages einfach übermensch’t ist und gerne seine Ruhe hätte. Es mag sein, dass es andere Leute gibt, die das den ganzen Tag mögen und auch können, ich brauch aber meine Auszeiten, zumal auch viele Eindrücke aus den Veranstaltungen zu verarbeiten sind und auf einen einwirken. Mal in Ruhe ein paar Notizen machen können ist da schon hilfreich.

Auch auf diesem Camp gab es wieder eine Toiletten-Situation (um die ich aber drumrum-routen konnte durch normale WC’s im Haus). Ich frage mich wirklich, ob wir nach was weiß ich wieviel tausenden von Jahren, wirklich alle Fehler beim Bau eines Klos immer wieder von vorne machen müssen. Ich habe nichts gegen umweltfreundliche und wassersparende Toiletten – sprich, Kompostklos – aber warum zur Hölle müssen die Dinger eine Usability haben die einfach unbeschreiblich scheiße ist?

Klo-Rant

Die Klos sollten das kleine vom großen Geschäft trennen und hatten dafür einen Plastikeinsatz, der nur noch für das grosse Geschäft ein Loch hatte. Das kleine war wie ein Mini-Trichter (?) aufgebaut. Ich fang mal an ein paar Features zu beschreiben, die ich mir von einer Toilette wünsche (un ich kann nicht glauben, dass ich das hier echt nochmal aufschreiben muss):

  • Kompromisslos blickdichter Raum, in dem ich ein Minimum an Privatheit habe (Privacy ya know??)
  • Ich möchte einen Türverschlussmechanismus, der den Raum nachhaltig und auch gut sichtbar/erkennbar schliesst (so dass von Aussen klar ist dieses Klo ist grade besetzt und dafür niemand an der Tür rütteln muss um das herauszufinden), ohne das da jemand dran rütteln kann und dann geht der Verschluss vielleicht durch physische Erschütterung auf
  • Ich möchte mich Hinsetzen können, ohne dass meine Genitalien – i.e. natürlicherweise hängende Testikel und je nach Temperatur längerer oder kürzerer Penis – mit den flüssigen Exkrementen die Benutzer dieser Installation vor mir hinterlassen haben in Berührung kommt. (Dies scheint eine einfache aber absolut unerfüllbare Anforderung für die Konstrukteure des DWeb Camp Outdoor Kompost-Toiletten-Systems gewesen zu sein)
  • Ich möchte mein Gleichgewicht halten können während ich mich auf die Latrinen-Vorrichtung setze (Auch dies eine absolut unerfüllbare Anforderung an die Designer der Kompost-Latrine des DWeb Camp)
  • Ich möchte einfach wieder aufstehen können, ohne mit den Händen gezwungen zu sein in die Exkremente meiner Vorgänger:innen fassen zu müssen
  • Nochmal ganz deutlich: Ich möchte auch keinen Hochsitz bergsteigerisch im Halbschlaf erklimmen müssen, um Scheissen oder Pissen gehen zu können

Die Outdoor Toiletten waren für mich als gesunden Menschen ohne körperliche Beeinträchtigung eine Zumutung. Für Rollstuhlfahrer ganz sicher absolut und vollständig unbenutzbar. Es war ein lose zusammengehauener Bretterverschlag, weder Blickdicht und schon gar kein privater Raum.

Im Nachgang des Camps wurde mir gesagt, dass es auch eine Pinkelrinne gegeben hätte. Die war allerdings nicht in dem Bereich der Kompost-Toiletten, sondern in der Nähe des Swimmingpools(?)… also relativ versteckt platziert. Das hätte es ganz sicher deutlich besser gemacht für mich, wenn diese im Einzugsbereich des geschehens verfügbar gewesen wäre. Ich hab den Lageplan dann nochmal angeschaut und festgestellt, dass es da leider keine näheren Hinweise gab, welche Features die Toiletten so aufweisen.

TL;DR: ich will auf einem Outdoor Camp kein Beta-Tester für irgendwelche Amateurlösungen von Toiletten sein. Das war definitiv eine Amateurlösung. Meine Hygieneerfahrung prägt die Erfahrung auf so einem Camp maßgeblich, weil ich mindestens 3 Mal am Tag davon Gebrauch machen werde. Also baut das verdammt nochmal so, dass es in Ordnung ist und die tausende von Jahren Erfahrung mit Latrinen berücksichtigt. Fazit: Klo’s und Hygieneanforderungen scheinen bei solchen Events absolut nachrangige Gedanken zu sein. Das ist sehr, sehr schade, denn es stört eine ganze menge Menschen die da kaum die Wahl haben sind sie einmal auf dem Camp Ground angekommen! Die kommen dann halt nicht mehr beim nächsten Mal, das ist ihre Wahl.

Talks & Workshops

Das Programm bzw. der Schedule war extrem breit aufgestellt. Es gab sehr viele Locations auf die sich das Ganze von 9 Uhr 30 beginnend bis 18 Uhr verteilte. Ich habe einige für mich interessante Talks & Workshops besucht.

Darunter waren folgende:

Talks die ich leider verpeilt habe:

Talks die nicht im Schedule waren, und denen ich per Zufall beiwohnen durfte:

Es gab auch eine Unconference am Freitag und Samstag. Ich entschloss mich kurzerhand selber einen Unconference Talk zu halten zu dem Mastodon Mood Board. Die Resonanz war sehr überschaubar.

Erstes Fazit (geschrieben auf dem Camp)

Insgesamt eine Veranstaltung die paar coole Sachen zu bieten hatte. Was ich relativ schade fand, war, dass es trotz des hohen Ticketpreises Kaffee nur zum Frühstück (8 Uhr bis 9 Uhr 30) gab, man andererseits aber selber keine Gaskocher nutzen durfte, um sich neben dem Zelt selbst einen Mokkapott heiss zu machen. Da blieben nicht mehr soviel Alternativen, ausser auf selbst mitgebrachte Flora Power Mate auszuweichen. Zur Verteidigunbg der DWeb Orga, es gab aber einen Coffeetruck auf dem Gelände mit allerdings SEHR(!) sportlichen Preisen pro Kaffee.

Superschön war die Tatsache, dass es einen Swimmingpool gab (fest installiert; gehört zum Gelände der „Alten Hölle“). Bei den klasse sommerlichen Bedingungen war das wirklich eine willkommene Abwechslung und ich habe davon Gebrauch gemacht. Es gab auch ein kleines „Shower Paradise“, für die Dusche die dann nach einiger Zeit einfach nötig ist und wirklich tolle Outdoor Duschen mit quasi Null Warteschlange.

Mein Schrittezähler an der Smartwatch hat einen Erfolg/Zielerreichung nach dem nächsten gemeldet, weil man eben halt doch auch echt viel durch die Gegend läuft. Alleine einmal Klo & zurück zum Zelt… da kommt über den Tag schon was zusammen.

Bissel gewöhnungsbedürftig finde ich die Art des Zahlungssystems auf dem Event. Man musste zunächst über eine Webseite ein Drinking-Package kaufen (quasi eine Art Prepaid-Guthaben) und einzig zugelassenes Zahlungsmittel war leider die Kreditkarte. Das ist vermutlich der US-Kultur der Veranstaltung geschuldet und ich fand es etwas eigen.

Bissel komischer war dann, dass ich mit einem QR-Code dann zu einem Desk gehen sollte, und dort händigte man mir dann nach dem Scannen des QR-Codes eine Tüte voller Plastikchips aus, die irgendwie mein Geld repräsentieren sollten. Für mich ist leider intransparent geblieben, wieviel meine Drinks jetzt wirklich gekostet haben (Absicht?). Es gibt sicher Gründe für so ein Token-Bezahlsystem (z.B. dass ein Spendebeitrag dabei immer übrig bleibt), aber es ist ein Komplikation im Ablauf, die auf einem Camp das sich der DEZENTRALITÄT verschrieben hat, vollständig widerspricht, alle erstmal durch einen Single Point (Internetaccess, Kreditkartenanbieter, QR-Code-Scanner mit Service in der Cloud) of Failure zu schicken. „Walk your talk!“ sag ich da nur.

Nun, ja. Der Rest meiner nicht eingelösten Plastechips geht dann an die DWeb-Orga als Spende soweit ich das verstanden habe. Ich hab die einfach bei meinem letzten Besuch an der Bar alle abgegeben, was soll ich mit dem Token-Plastik?

Ich habe einige bekannte Gesichter aus der nahen Berliner CCC Bubble gesehen/wiedergetroffen, das war ganz nice und gab ein wenig Chaos-feel. Ansonsten war die Sprache auf dem Camp die man nahezu überall gehört hat eindeutig Englisch oder Spanisch. Deutsch war eher die Ausnahme. Das dürfte für menschen, die nicht so fit in Englisch sind ein Hindernis sein auf diese Konferenz zu gehen. Alle Talks & Workshops waren auch ausnahmslos auf Englisch.

Ich hatte den Eindruck eine Menge Leute sind aus den USA und Kanada gewesen. Speziell mit Leuten aus Kanada habe ich oft die deutlich besseren Gespräche gehabt. Bei den US-Amerikanern gelingt es mir selten einmal wirklich einen tieferen Austausch hinzubekommen. Viele die ich traf sind oft mehr im „Sende“-Modus, und wollen ihre Idee promoten, das find ich etwas schade, denn dadurch kann ich zwar zuhören und viele Ideen mitbekommen, aber über mich erfahren sie dann leider wenig. Womit man halt auch klarkommen sollte ist diese übertriebene, oberflächliche Freundlichkeit. Alles ist immer awesome, great, superb etc. pp. wenn es ein Mensch aus den USA ausspricht. Aber das kenne ich aus dem Unternehmenskontext auch nicht anders.

Zweites Fazit (geschrieben zu Hause)

Ich habe ein paar Links eingesammelt:

Erst nach dem Event ist mir klar geworden, dass das Department of Decentralization (DoD) aus Berlin eine recht tragende Rolle in der Orga des DWeb Camp hatte. Ganz spezieller Dank geht also nochmal raus an die Menschen hinter dem DoD die das ermöglicht haben. Sehr, sehr cool und aus meiner Sicht wirklich ein Komplement zu DWeb würde ich sagen. Der Besuch dieses DWeb Camps hat definitiv mein Interesse am DoD gefördert.

…to be continued…

Why do I blog this? Der Camp Besuch war meinerseits ein Experiment. Es gab auch ein Volunteering-System, aber ich wollte bei DEM Ticketpreis wirklich nicht noch Volunteer-Arbeit leisten. Ausserdem schaue ich mir eine Veranstaltung auch gerne erstmal ein wenig an bevor ich mich da gleich tiefer investiere.

Bohrtechnik: Wandlöcher bohren ohne Dreck zu machen

Von Zeit zu Zeit ergibt sich die Notwendigkeit, dass man fuer eine Befestigung z.B. ein Loch in eine Wand bohren muss. Bisher war das bei mir immer ein Vorgang den ich nicht mochte, weil eben der Auswurf vom Bohren sich meist unkontrolliert verbreitet hat.

Dreck und Staub

Je nachdem in was fuer eine Wand man mit einem Steinbohrer bohrt, kommt einem dann vielleicht roter Staub oder so sandig/koernig weisser Staub entgegen und der faellt halt einfach auf den Boden. Wenn man zu zweit ist, und man im Haushalt einen Staubsauger hat, dann kann man eine zweite Person den Staubsauger moeglichst nahe an der Bohrstelle halten lassen um soviel wie moeglich Staub einzufangen. Ist man allein und hat keinen Staubsauger wird es schwierig.

Zweite Person mit Staubsauger?

Wobei ich die Technik die ich gleich vorstellen werde der Staubsaugermethode eindeutig vorziehen wuerde, denn fuer den Staubsauger ist der Bohrstaub nicht gut. Der ist oft so fein, dass der den Filter im Staubsauger (oder den Beutel) zusetzt und zugleich bleibt z.B. roter Staub ueberall entlang des Saugrohrs haengen und nervt noch fuer weitere Wochen bei der Benutzung des Staubsaugers. Die Staubsaugertechnik kann ich also nicht empfehlen, sie ist der nun vorgestellten Technik deutlich unterlegen.

Japanisches Reispapierklebeband und Plastikbeutel

Meine mittlerweile perfektionierte Technik setzt auf sogenanntes Washi-Tape (Japanisches Reispapierklebeband) in Kombination mit den ultraduennen Plastiktueten die man in den meisten Supermaerkten fuer Obst und Gemuese von der Rolle bekommt.

[1] Eine Rolle Washi-Tape + Plastiktuete [2] Plastiktuete mit Washi-Tape unter Bohrstelle
[3] Bohrmaschine auf Bohrstelle [4] Bohrmaschine waehrend Bohrvorgang
[5] Bohrstelle nach dem Bohrvorgang [6] Bohrloch verschlossen mit Duebel

1. Washi-Tape

Fuer eine elegante Loesung benoetigt es etwas Vorbereitung. Zunaechst braucht es Washi-Tape. Wenn man wirklich nichts anderes findet geht auch Malerkrepp, aber bei Malerkrepp muss man hoellisch aufpassen, dass man es nicht zu fest an die Tapete drueckt, denn es sitzt deutlich fester und laesst sich sehr viel schlechter abloesen als Washi-Tape. Oft reisst man dann noch was von der Tapete mit ab, deshalb ist Washi-Tape die bessere Wahl. Das klebt fest genug und laesst sich rueckstandsfrei wieder entfernen.

2. Plastiktuete

Nachdem man die Bohrstelle markiert hat, befestigt man direkt darunter mit Hilfe des Washi-Tape die Plastiktuete. Und zwar so, dass nur ein Teil der Oeffnung der Plastiktuete an die Wand geklebt wird. Dadurch erhaelt man einen Auffangbehaelter fuer den Bohrstaub. Man sollte den Streifen Washi-Tape ruhig etwas laenger machen, so dass man die Oeffnung der Tuete voll ausnutzen kann. Denn der Bohrstaub fliegt nach allen Seiten, daher ist links und rechts von der Bohrstelle die auffangende Tuete perfekt positioniert.

3. Bohren

Nachdem alles in Position ist bohrt man ganz normal das Loch in die Wand. Vor dem Bohrvorgang pruefen, dass man die Seite der Plastiktuete die nicht an der Wand klebt, etwas zu sich hinzieht, damit die Tuete als Auffangbehaelter gut geoeffnet ist.

4. Bohrstaub im Loch

Wichtig, damit der Duebel spaeter passt, den Bohrer zum Schluss noch mehrmals raus und rein bewegen, so dass Bohrstaub sauber aus dem Loch herausbefoerdert wird. Macht man das nicht, schiebt man spaeter den verbliebenen Bohrstaub beim Einfuehren des Duebels zusammen nach hinten und der Duebel passt unter Umstaenden nicht mehr ganz rein.

5. Bohrvorgang beenden

Nach dem Ende des Bohrvorgangs die Tuete noch nicht gleich abnehmen. Da beim Einbringen des Duebels ebenfalls noch Staub herabfallen kann, bleibt die Tuete bis zum Schluss an der Wand.

6. Duebel eingebracht

Nachdem auch der Duebel in der Wand sitzt, kann man die Tuete abnehmen, indem man die Tuete mitsamt des Washi-Tape zusammen von der Wand zieht. macht man das vorsichtig genug, kann man die Tuete mit dem Tape gleich nochmal verwenden fuer die naechste Bohrstelle.

Fertig!

Why do i blog this? Mich hat jahrelang immer wieder das Handling von Bohrstaub genervt. Gerade rotfarbiger Bohrstaub in Verbindung mit weisser Tapete ist der Nerv. Nimmt man da anschliessend einen nassen Lappen, macht man es nur noch schlimmer und bekommt den Dreck nicht mehr weg. Ausserdem setzt der Staub sich ueberall in die letzten Ritzen wenn man ihn nicht gleich an der Quelle entfernt. Kurz ich hab keine Lust meine Zeit mit vermeidbaren Reinigungsarbeiten zu verbringen. Mit einer Plastiktuete fuer wenig Cent und einem Streifen Washi-Tape ist alles blitzesauber. Niemand wird bemerken, dass ueberhaupt gebohrt wurde. Das finde ich einfach elegant.

HSHB LED Name Tag

Ab und an packt es mich ja und ich schreibe mal Software abseits der ausgetretenen Pfade. Fuer mich war es mal wieder soweit, dass ich mal wieder ein wenig JavaScript, HTML, CSS, C und Bash script geschrieben habe. Alles mehr oder weniger gleichzeitig.

LED Name Tag

Ich bin seit 2019 stolzer Besitzer eines LED Name Tag den zwei Leute (Delphino und Kristian) vom Hackerspace Bremen e.V. designed und gebaut haben. Kuerzlich war ich mal wieder dort im Space und habe eines der Tags an der Wand entdeckt mit ein paar coolen Animationen. Da fiel mir auf, dass mein Tag offenbar sehr alte Firmware hat.

Mein Interesse war geweckt! Ich kontaktierte Delphino, und der verwies mich auf die Webseite zum beschicken des Tag mit Text und Animationen. Ich probierte es aber nix passierte. Also musste ich wohl eine neue Firmware compilen und draufspielen. Also besuchte ich als naechstes das Repository mit der Firmware.

„Neue“ Animationen

Mit Hilfe von Visual Studio Code (mittlerweile meine Lieblings Allrounder-IDE) hatte ich wenige Minuten spaeter einen neuen Build auf dem Tag. Und heissa ich konnte ueber die Konfigurator Webseite mit dem Tag kommunizieren und neue Animationen und Texte festlegen. Nun gab es die – nicht mehr ganz so neuen – Animationen auch fuer mein Tag.

Wirklich neue Animationen

In der Firmware selbst habe ich dann drei neue Animationen im Release v1.1.0 hinzugefuegt, nachdem ich mich ein wenig eingearbeitet hatte in die Art und Weise wie die Animationen genau funktionieren. Spannend war, dass das Koordinatensystem fuer den Logobereich zwar eine 15 x 19 Matrix ist, die ca 100 LED’s jedoch in einem Array von hintereinanderliegenden Adressen angesprochen werden. Und was auch schwierig war, Zufall ist auf dem kleinen ATmega32 nicht so einfach zu berechnen. Ich hab nur eine relativ schlechte Zufallsfunktion mit dem Loop-Counter hinbekommen, diese aber bei dem STARS und STRIPES Effekt eingesetzt.

Der Webconfigurator

Der Konfigurator ist letztlich eine Javascript App in einer Webseite (die lokal im Browser laufen kann), die ueber das Webserial API des Browsers mit dem USB-Anschluss des Computers eine serielle Verbindung aufbauen kann. Das machte die Webseite von Delphino prima. Allerdings war mir die Webseite auch ein wenig sparsam zusammengehackt (was Delphino auch so sah). Also machte ich mich dran den Webconfigurator ordentlich aufzubohren… einige Tage spaeter gab es neue Funktionen.

NEUE FEATURES:

  • Erklaerung der einzelnen Parameter
  • Exportieren einer Konfiguration aller Slots als JSON-Datei
  • Importieren einer Konfiguration
  • Feedback bei der Texteingabe, wieviele Zeichen man noch hat
  • Connect und Disconnect Funktion fuer die USB-Schnittstelle
  • Kommunikation von Ereignissen (z.B. Erfolgreicher Datentransfer zum Tag)
  • Besseres Fehlerhandling bei Problemen
  • Ein wenig mehr Design & Farbe
  • 3 neue Animationen

Durch den neuen Konfigurator, der immer noch lokal funktioniert, aber auch gehostet verfuegbar ist, kann man nun ganze Setups mit anderen tauschen oder als Sicherungskopie ablegen. Das ist schoen und praktisch.

Das Flashing der Firmware

Wer sich nicht mit Platform IO (Modul fuer VSCode) auskennt, der hat wenig Moeglichkeiten die Firmware selbst auf das Tag zu bringen. Das ist natuerlich nicht so schoen. Und nicht jeder will sich eine komplette IDE installieren nur fuer ein wenig Tag Spass.

Also habe ich ein kleine Bash-Script tagflashr erstellt, mit dem man das Tag mit Hilfe der Software avrdude die auch von Platform IO hinter den Kulissen verwendet wird, direkt auf das Tag bringen kann, ohne Umweg ueber eine IDE. Dafuer laedt man sich einfach sein Firmware binary (.hex Datei) und startet das Script.

Fazit

Der kleine Exkurs hat mir mal wieder gezeigt wie nuetzlich es ist, sich mit vielen Programmiersprachen auszukennen. Da letztlich auch noch Python zum Einsatz kam, war es ein kleiner 10-Kampf. Ich bin happy drei weitere Animationen beigesteuert zu haben.

Nebenbei habe ich den Code an diversen Stellen ordentlich refactored und dokumentiert. Auch die Kombination aus Javascript und HTML/CSS war mal wieder erfrischend. Es ist beachtlich, was man wirklich mit Bordmitteln eines Webbrowsers so alles tun kann mittlerweile.

Why do I blog this? Ich hatte Spass und habe festgestellt, Microcontroller die Licht erzeugen machen halt einfach Spass. Ich denke ich werde mein Projekt Fire Fairy demnaechst nochmal angehen und die Firmware dafuer umschreiben, so dass deutlich schoenere farbeffekte moeglich sind.