Stellenausschreibung / Ein Bremer geht zu den Bayern

Stellenausschreibung

An der Universität Bremen im Fachbereich 12 Erziehungs- und Bildungswissenschaften ist im Lehr- und Forschungsgebiet “Didaktische Gestaltung Multimedialer Lernumgebungen” (Prof. Dr. Karsten D. Wolf) unter dem Vorbehalt der Stellenfreigabe kurzfristig (frühestens ab 1.6.2008, Vertragslaufzeit bis zum 31.3.2011)

eine halbe Stelle als Wissenschaftliche Mitarbeiterin / wissenschaftlicher Mitarbeiter (Entgeltgruppe 13 TV-L)

mit der Möglichkeit zur Promotion zu besetzen. (Details anzeigen…)

Die Spatzen pfiffen es schon von den Dächern… nun ist es offiziell, zum Mai 2008 verlasse ich die Universität Bremen. Ich mache quasi den Miro Klose. Mein Vertrag endet und meine Dissertationsarbeiten sind weitgehend abgeschlossen. Ein innovatives IT-Unternehmen aus München wird für mich Teil meines kommenden beruflichen Lebensweges werden.

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Das bedeutet u.a. auch, dass ich Ende des Monats umziehen werde und es bedeutet, dass dieses Weblog von seiner Bestimmung her nicht mehr weitergeführt werden kann. Ich habe mehrfach beschrieben, dass das Weblog mir sehr wichtige und nützliche Dienste erwiesen hat. Ich habe es wie ein Kleinod gepflegt. Es wird auch weiterhin online bleiben (schon allein weil ich selber gerne darin stöbere), aber es wird wohl nichts Neues mehr hinzukommen, und das ist es ja eigentlich, was einen großen Wert des Blogs ausmacht.

Ich bedanke mich bereits jetzt für drei wunderbare Jahre in Bremen, vor allem bei folgenden Personen:

  • flagge_bremen_animiert.gifKarsten Wolf, für die Möglichkeit der Promotion zu dem so spannenden Thema der „Virtuellen proxemik“ und den Freiheiten bei der Forschung und Lehre zu Web 2.0-Themen und anderen spannenden Dingen.
  • Heidi Schelhowe, für das stets kritische und gute Feedback zu meiner Arbeit und die Einbeziehung in die Arbeit der DiMeB Gruppe
  • Der gesamten Arbeitsgruppe DiMeB für die gemeinsame Zeit und den regen Ideenaustausch, die Gelegenheit zur Präsentation von Ideen und das Gefühl irgendwie dazuzugehören
  • Der Gruppe von der Veranstaltung Promotion, was dann?, in der ein reger Austausch über die Fächergrenzen hinweg stattfand und einige bleibende Freundschaften entstanden sind
  • Horst Rippien, für’s Schnacken, Kaffee, Zigaretten, gemeinsames Heli-fliegen, Segeln, Ski fahren, Rauchen, DV-Troubleshooten, Dissertations-Support, und, und, und …
  • flagge_bayern_animiert.gifDer Uni Bremen, dafür, dass die IT so organisiert ist, dass es tatsächlich möglich ist, selbst ein Weblog aufzusetzen, und damit die Möglichkeiten für die Uni voll auszuschöpfen. Das ist ein echter Standortfaktor!
  • Den ganzen Leuten, die ich mittlerweile in München und Umgegend kenne, und die ich genervt habe wegen Ratschlägen zu einer Entscheidung, ob ein Nordlicht wie ich wirklich nach München gehen sollte.

Update 9.12.2008
Vorerst wird das Blog erstmal weitergeführt, solange bis die Uni mich vor die Tür setzt, oder irgendwas anderes Verrücktes passiert (z.B. Meteoriteneinschlag, oder jemand löscht das ganze Internet, …). :-D

Why do I blog this? Tja, wenn jemand geht bedeutet das natürlich auch Platz für Neues, daher auch gleich der Hinweis zur Stellenausschreibung. Ich wäre auch gerne in Bremen geblieben, warum das nicht möglich war wird dann Teil meines Abschiedspodcasts, den Karsten ja schon angekündigt hat. Die Anziehungskraft des „IT-Magneten“ München ist ziemlich stark gewesen, so dass ich mich auf neue Aufgaben in der IT Branche freue. Ich hoffe doch, dass Karsten schnell eine/n neue/n Mitarbeiter/in findet.

Long time (illness), no See.

Es war verdächtig still in letzter Zeit hier im Blog. Das hatte drei Gründe:

    Energie rund um meinen Arbeitsplatz

  • Die Fertigstellung und Abgabe der Dissertation (siehe authentisches Arbeitsplatzfoto rechts)
  • Eine heftige Grippe, die mich im Prinzip zwei Wochen vollständig ausser Gefecht setzte
  • Eine Auszeit/Kurzurlaub zur Regeneration von Dissertationsstress und Grippe

Jetzt komme ich endlich wieder dazu einen kurzen Eintrag zu schreiben. Die letzten (Rechtschreib-)Korrekturen vor dem finalen Druck der Dr.-Arbeit sind noch im Gange. Die Grippe ist weitgehend überstanden (leichter Schnupfen als Überbleibsel), der Kurzurlaub – unter nebenstehendem Motto – ist (leider!) auch schon wieder vorbei.

plastik_ist_kein_metall_min.pngJetzt ist wieder so einiges an Arbeit angesagt. EverLearn bekommt ein paar kleine Erweiterungen vor dem kommenden Semester spendiert. Das E-Assessment-Projekt – für das vor kurzem eine Stelle ausgeschrieben war; die nun besetzt ist – läuft an, zu dem u.a. sowohl ein Weblog als auch ein Wiki gehören werden (gerade im Aufbau begriffen!).

Why do I blog this? Die Pause war nicht freiwillig. Die Grippe war die heftigste die ich je hatte. Vermutlich wegen dem Powerplay, das ich vorher in Sachen wissenschaftlicher Arbeit praktiziert habe. Bei sinkendem Adrenalinpegel haben die Viren wohl ihre Chance gesehen. Leider musste ich deshalb auch eine geplante Indienreise absagen (Sorry, Uli!! Das wird schon noch!). und nicht zuletzt fragt man sich natürlich auch, was kommt nach der fertigen Dissertation? Diese Frage wird in Kürze hier beantwortet werden. Ach ja, und an alle Leute aus Les Crosets nochmal die Ansage: „Plastik ist kein Metall.“ :-D

Mein Blick in die Kristallkugel für 2008

Zum Jahreswechsel ist es ja üblich sich mit Prognosen einen Anstrich des Allwissenden Zukunftssehers zu geben. Da möchte ich natürlich nicht zurückstehen und zwei gewagte Prognosen abgeben (eine positive und eine negative). Zuerst die positive…
endofcontrol_sign.png

  • 2008 wird das Thema „Technologische Singularität“ noch viel stärker eine Rolle in der Diskussion spielen, als bislang bereits. Die Beschleunigung der Entwicklung des Menschen, die durch Technologieerweiterungen einen exponentiellen Verlauf zeigt, wird hoffentlich DAS große Thema werden.
  • 2008 wird als das Jahr in die Geschichte eingehen, in dem sämtliche Inhalteanbieter leidvoll merken werden, dass Copyright – also Kopierrecht – in einer Welt (Internet) die auf dem Anfertigen von Kopien basiert (Internet = größte Kopiermaschine ever) absolut keinen Sinn mehr macht.

ray_kurzweil.jpgWas verleitet mich nun zu diesen beiden Prognosen? Die Diskussion um die technologische Singularität erhält weiteres Wasser auf ihre Mühlen, wenn man nur einmal schaut, welche Fortschritte bei durch Robotern gelenkten Automobilen erzielt wurden. General Motors will bis 2018 ein erstes, selbststeuerndes Serienfahrzeug auf den Markt bringen. In einem Vortrag mit dem Titel „How technology’s accelerating power will transform us“ erklärt Ray Kurzweil das noch viel genauer (via Future of Learning). Die Handys inklusive z.B. dem iPhone werden zum technologischen Tausendsassa und vereinen immer mehr Rechenleistung auf kleinstem Raum. Diese Leistung steht uns zukünftig immer und überall (ubiquitous) zur Verfügung. Kombiniert mit Mini-Beamern usw. computen wir bald überall nach dem Motto: „Leben ist da wo ich Netz hab‘.“ Ich schließe mich hier völlig unspektakulär dem Futuristen Dr. Michio Kaku an, der für die BBC drei sehr interessante Beiträge/Videos zur Zukunft gestaltet hat: The Intelligence Revolution, The Biotech Revolution und The Quantum Revolution (via Mobil Avenue). Der erste Film enthält u.a. Stimmen von Ray Kurzweil und anderen.

gerdleonhard.jpgDas Kopierrecht ist ein besonderer Fall. Ich prognostiziere, dass sogenannte „Walled Gardens“ tot sind, mausetot. Wenn ich z.B. einen französischen Song nur im iTunes France kaufen kann, aber nicht kaufen darf, weil ich deutscher Staatsbürger bin, dann ist das in Zeiten des Internet eine künstliche Grenzziehung (Wall) die unnötig ist und wirkungslos.
gerdleonhard_book.pngIn diesem Fall – wie er mir persönlich vor wenigen Tagen passiert ist – besorge ich mir den Song eben einfach auf anderen Wegen. Apple’s iTunes wird sich vermutlich noch mit dem erwarteten Filmverleih nach alten Businessmodellen ein Weile durchhalten, aber dann wird auch Apple einlenken müssen. Die Augen geöffent hat mir diesbezüglich Gerd Leonhard mit seinem Online-Buch „The End of Control“ (6 Kapitel als PDF), das ich jedem Leser nur wärmstens empfehlen kann. Mein Resultat: „Inconvenience doesn’t scale“.

Update 17.1.2008
matt_mason.gifSoeben habe ich eine super passende Seite gefunden, die sich ebenfalls mit dem Copyright beschäftigt, bzw. mit dem Piratenrecht bzw. dem Pirate’s Dilemma. Matt Mason selbst ehemaliger Betreiber eines Piraten Radiosenders, Club DJ, TV Produzent und Journalist für Musikmagazine wirft darin einen detaillierten und kritischen Blick auf die eigene Zunft.
Worum gehts?:

piracydilemma_logo.pngThe Pirate’s Dilemma tells the story of how youth culture drives innovation and is changing the way the world works. It offers understanding and insight for a time when piracy is just another business model, the remix is our most powerful marketing tool and anyone with a computer is capable of reaching more people than a multi-national corporation.

(via Wirres.net)

Update 21.1.2008
convergence.jpgEinen weiteren Lektürefund für den Blick in die große Kristallkugel habe ich bei Ulrike gefunden. Sie stellt in ihrem Blog das neuste Buch von Henry Jenkins vor mit dem Titel „Convergence Culture: Where Old and New Media Collide“.
Zitat des Reviews der Choice:

„The standard convergence narrative of recent years presents media concentration as a threat both to the diversity of communication channels and to individuals‘ opportunities to engage in public discourse. A respected and well-established media scholar, Jenkins (MIT) here counters such pessimistic perspectives on the brave new media world with theoretical and evidentiary attestations to the growing power of individuals and grassroots groups to affect the larger media landscape.“

Why do I blog this? Ich möchte auch gerne auf die Zukunft wetten, das macht einfach Spaß und fordert einen intellektuell heraus, wenn man es ernst nimmt. Ganz nebenbei rechne ich damit, dass es in Kalifornien den Big Bang geben wird – ganz einfach deshalb weil niemand damit rechnet.