Derzeit ist dieses Blog und andere Blogs die mit der selben Adresse beginnen (www.ifeb.uni-bremen.de) nicht im Google-Index zu finden. Google hat uns gelöscht. Warum? Ein Plugin des Blogsystems hatte offenbar eine Sicherheitslücke und hat unbemerkt für den Besucher (und leider auch den Betreiber) ganz unten im Blog ca. 400 unsichtbare Spam-Links eingefügt mit Werbung für zwielichtige chemische Produkte.
Es tut mir leid, dass das Blog derzeit nicht mehr auffindbar ist über Google. Das ist seit dem 18.7.2008 bereits so. Ich kann nur jeden ermutigen ab und an das eigene Blog mal mit einem Text-Browser wie z.B. Lynx anzugucken (so sehen Suchmaschinen die Seite). Da entdeckt man eventuell Dinge die da überhaupt nicht hingehören.
Wenn man dann in Google nachschaut mit Hilfe der Webmastertools findet sich folgender Hinweis:
Aufgrund von Verstößen gegen die Google-Richtlinien für Webmaster werden einige Seiten Ihrer Website möglicherweise nicht auf den Google-Suchergebnisseiten angezeigt. Prüfen Sie unsere Richtlinien für Webmaster und ändern Sie Ihre Website entsprechend. Sobald Ihre Website unseren Richtlinien entspricht, können Sie eine erneute Überprüfung beantragen. Wir werden Ihre Website dann erneut beurteilen.
Bei der Gelegenheit bin ich auch einer weiteren Pflicht für Webmaster nachgegangen und habe einen Hinweis auf die Nutzung von Google Analytics angebracht. Mit folgendem Link habe ich einen schwebenden Fingerabdruck als Zeichen der Datenerhebung für die Statistik entworfen und in das Blog eingebaut. Wer mag, kann das gerne für sich übernehmen.
Was ein Herausfallen aus dem Google-Index bewirkt sieht man schön an der Besucherstatistik. Hier ein Auszug aus dem Besucherverlauf aus Google Analytics:
Seit Mitte Juli ist der Besucherstrom quasi auf Null gegangen. Das ist einerseits erschreckend, andererseits bringte es einen auch zum Nachdenken, welchen Einfluss die Suchmaschine auf das hat, was Menschen an Information bekommen und was nicht. immerhin ist meine Information in diesem Blog jetzt quasi nicht mehr existent aus Besuchersicht…
Update 10.8.2008
Ich frage mich grade, ob es eigentlich im Sinne von Googles Ziel ist, mein Blog aus dem Index zu löschen, wegen ein paar unsichtbaren Spam-Links darin, für die ich kaum etwas kann. Das Ziel von Google ist doch relevante Information für den Menschen so einfach wie möglich zugänglich zu machen. Rechtfertigt eine unsichtbare (Spam)Information die nichtmal für die Besucher oder den Betreiber sichtbar war (im Blog) also den Umfang relevanter Information in meinem Blog gar nicht verändert hat, die Löschung aus dem Google-Index? Google könnnte doch die Spam-Links einfach ignorieren, wenn sie schon in der Lage sind diese zu erkennen, wo das menschliche Auge nicht mehr mitkommt. Das finde ich eine echt interessante Frage.
Update 12.8.2008
Das ging dann doch fix. Alles wieder heil bei der allseits bekannten Suchmaschine im Netz. Irgendeine Automatik wird wohl doch noch ein Einsehen gehabt haben. Dennoch eine kurze Nachricht an alle Spammer: „Bleibt mir vom Hals!“. Eines muss man den Spammern allerdings lassen, es gibt kaum effizientere und nachhaltigere Wege als soziale Kommunikationswege mit Werbung zu verstopfen, um den gesamten Zorn des Netzes auf sich zu ziehen. Nur so als Info an die Spammer des Planeten ein Blick in meine Kampfstatistik:
Total Spam Caught: 19992 (average karma: -967.03)
Total Comments Approved: 544 (average karma: 15.6)
Total Comments Moderated: 117 (currently 1 waiting)
Übrigens vor fast genau einem Jahr habe ich die Spammer schonmal auf’s Korn genommen. Seit dem Durschschlagen der 10.000er Marke hat sich das gesamte Spamaufkommen im Blog somit in einem Jahr verdoppelt auf ca. 20.000 Spamattacken.
Why do I blog this? Tatsächlich erhält man von Google nicht direkt eine Nachricht, wenn etwas derartiges vorfällt. Man ist auf sich gestellt. Ich habe fast 4 Stunden benötigt herauszufinden, was an dem Blog wohl gegen die Regeln verstoßen könnte. Deshalb kann ich anderen nur raten öfters mal das eigene Blog zu prüfen.
Folgender Schappschuss einer abgestürzten Telefonsäule im englischen Garten am chinesischen Turm ist mir gestern gelungen. Selten war so deutlich, dass hinter fast jedem elektronischen Gerät ein Rechner steckt. Man beachte den um 90 Grad gedrehten Monitor.
Seit ca. 3 Monten lebe ich in München, einer Stadt, die sich vieler wunderbarer Eigenschaften rühmt. Wenn man wen fragt hört man immer das Gleiche: „hohe Lebensqualität“, „gutes Wetter“, „fast wie in Italien“. Gerne möchte München auch immer wieder eine Weltstadt sein. Mit dem Verkaufsprozess für die Verkehrsmittel des öffentlichen Personennahverkehrs wird das ganz sicher nicht gelingen (in die Liga der Weltstädte aufsteigen).
Der Münchener ÖPNV weist Eigenheiten auf, bei denen man sich nicht mehr nur am Kopf kratzt, sondern im Zweifelsfall bei der Hotline der MVG (Münchener Verkehrsgesellschaft) landet, obwohl man sich auf der Homepage des MVV (Münchener Verkehrsverbund) befindet. Das ist ungefähr so wie T-Com und Telekom oder T-Mobil und T-Net, hat also rein gar nichts miteinander zu tun.
Interessant ist doch immer wieder, wie Maschinen bestimmen, was in unserem Leben passiert. Schon in Bremen an der Uni habe ich mich jedes Mal wieder geärgert, wenn die elektronischen Mensakarten, von über 10.000 Menschen alle am gleichen Datum ungültig (verlängerungsbedürftig) wurden, und alle diese 10.000 Menschen sich bei EINEM (ausgeschrieben „1“) Infokiosk anstellen müssen um eine Verlängerung zu bekommen. So ist das in München mit den Monatskarten des Verkehrsverbundes auch, man muss nicht zum Kiosk, sondern zum Automaten. Das Schlangenphänomen am Monatsanfang ist hier so wunderschön zu beobachten wie in Bremen, besonders ausgeprägt, wenn einer der wenigen Automaten dann auch noch zufällig gerade kaputt ist.
Welche Monatskarte darf es sein?
Interessant ist jedoch erst die Bedienung des Automaten, um eine Monatskarte zu bekommen. Hier wird es kompliziert. Die Weltstadt zeigt sich von einer eher unglücklichen Seite. Für eine Karte des ÖPNV gibt es keine Touristen-Flatrate oder eine Jobber-Flatrate oder Ähnliches. Erstmal ist wichtig zu wissen, dass der ÖPNV in München Ringe hat und man muss erst einmal Wissen erlangen über Struktur und Ausdehnung dieser Ringe. Und dieses Wissen wird vom Besucher oder Gast zunächst einmal abgefragt wie folgt:
Der Erste Automat siehe (obere Bildhälfte) erfragt den „von Ring“ und den „bis Ring“. Wer hier naiv auf die Taste „1“ tippt hat schon verloren und muss zurück auf „Los“ und erstmal den Knopf für die Monatskarte wieder finden. Denn richtig einstelligen Ringzahlen muss die Ziffer „0“ vorangestellt werden, also „0“ und dann „1“ ist zu tippen. Gelingt dies wird der verdutzte Besucher feststellen, dass eine EC-Karte an den MVV/MVG-Automaten am Hauptbahnhof nicht funktioniert, nur Bares ist Wahres oder eine Geldkarte… doch halt, was klebt denn da an dem Automaten der Deutschen Bahn AG? Ein MVV-Aufkleber klebt dort. Also dort hin, um bargeldlos zahlen zu können… Der Bildschirm sieht nur auf den ersten Blick ähnlich aus zu dem Automaten des MVV/MVG. Man tippt hier die Ziffer des „von Ring“ einfach an. Hat man das getan, passiert scheinbar nichts außer dass die Box mit der Ringziffer gelb gefärbt wird. Erst nach langem gucken bemerkt man, dass oben ganz heimlich still und leise die Anzeige von „von Ring“ auf „bis Ring“ umgesprungen ist. Weitere 10 Sekunden später wird dies ganz offensichtlich, denn der Schriftzug beginnt rot zu blinken.
Kurz und gut: Der erste Automat zwingt in Maschinensprache zu denken „01“ und kann keine gängigen Zahlungsmittel ausser Bargeld/Geldkarte. Der zweite Automat hat wieder eine völlig andere Bedienung für exakt den gleichen Vorgang – der Kunde muss also gleich wieder neu lernen. Aber immerhin, der beherrscht bargeldlose Zahlungsmittel.
Die dritte Automatenvariante sei nur der Vollständigkeit halber erwähnt. Dort wird der Kaufprozess noch durch eine weitere sinnlose Station erweitert (Eingabe einer Kontrollnummer, die sicher jeder Besucher/Gast kennt), deren Darstellung nachfolgend von einem Kollegen mit seinem iPhone dokumentiert wurde (Danke Chris!). Es leben die Maschinen!
Update 9.8.2008
Es nicht so, dass ich der einzige bin, dem das auffällt, soviel ist klar. Andere widmen diesen Ärgernissen ganze Artikelserien, wie z.B. im Spiegel in dem Artikel „TECHNIKÄRGERNIS STEMPELAUTOMAT – Gefangen in der Entwerterfalle“, in dem man lernt, dass es außer Ringen auch Waben und Zonen gibt. Oder aber „TECHNIKÄRGERNIS MAGNETSTREIFEN – Das Einsteckrätsel EC-Karte“ bei dem ein ebenso schönes wie rätselhaftes Problem beschrieben wird, dass mir jedes Mal an der Tankstelle begegnet. Nein, ich bin da nicht allein!
Ronald Hartwig sammelt in seinem Blog allerhand weitere Automaten-Kuriositäten dazu. Um sich das ganze Bild machen zu können, füge ich hier nochmal ein Bild eines vollständigen MVV/MVG-Automaten ein. Ein Kuriositätenkabinett an Knöpfen, Klappen, Texten und Einsteckschlitzen mit vielen bunten Farben.
Ärger gehört zum Menschsein dazu, jeden Tag. Wir ärgern uns über den Ärger, weil er uns den letzten Nerv zu rauben scheint. Doch er setzt auch Kräfte frei. Wie Sie diese Energie nutzen können, weiß ORF-Wien-Psychologin Julia Umek.
Update 10.9.2008
Hier nun kommen meine Verbesserungsvorschläge für den Automaten der DB AG. Erstmal wird die Anzahl der Ringe auf eine Zahl reduziert, die maximal eine Ziffer umfasst (als max. 1-9) ich schlage 5 vor. Dann werden auf dem Display bereits markante Stadtpunkte eingetragen (Centralstation, City, East Centralstation, Airport). Und dann kann man einfach tippen (egal welche Reihenfolge) von bis ergibt sich daraus wo ich tippe. Hier die Screens dazu:
Ergänzend würde ich ein Stationsleitsystem einführen, dass einem in JEDER U-Bahnstation anzeigt, WIEVIELE Stationen ich von „Centralstation“ entfernt bin (also die Stationsdistanz zu Central) und in welchem Ring ich mich befinde. So weiß man jederzeit, ob man den Gültigkeitsbereich seines Tickets verlässt wenn man in die eine Richtung fährt oder innerhalb bleibt.
Kommentare sind erwünscht. :-)
Update 11.8.2008
Hier noch ein radikalerer Wunschentwurf von mir. So könnte es klappen mit dem ÖPNV in Deutschland. :-D
Ha, und damit nicht genug: Hier kommt die ultimative Verdeutlichung dessen, was ich meine (gefunden im eduFuture-blog, DANKE für diesen Perlenfund!):
Udate 2.10.2009
Auch die Sueddeutsche hat so ihre Probleme mit den MVV Automaten festgestellt. Als Technik-Tücke wird das Automatenwunder des MVV dort bezeichnet. Tja, trifft denn Nagel auf den Kopf würd‘ ich sagen.
Update 9.10.2009
Heute ist es Zeit für einen ganz besonderen Leckerbissen der Usability von Alltagsgegenständen: Der Lichtschalter. Nun, man sollte meinen der perfekte Lichtschalter sei bereits einmal erfunden worden. Aus meiner Sicht ist er rund, und man muss ihn drehen, um das Licht einzuschalten. Er sieht ungefähr aus wie folgt:
Warum halte ich diesen Lichtschalter für fast perfekt? Ganz einfach, man kann ihn nicht aus versehen schalten. Es ist völlig klar, dass wenn man ihn dreht, dass dann der Zustand sich ändert. war er vorher an, ist er nach der Drehung aus. Man hört dass man schaltet und es klickt auch richtig. Man muss einen Widerstand überwinden beim schalten. Absolut perfekt wäre er, wenn er dem Nutzer offenbaren würde, ob er gerade auf AN oder auf AUS steht. Zum Beispiel mit einer kleinen Leuchte/LED. Das ist dann der sogenannte Aufputzdrehschalter mit Kontrolleuchte, zu finden derzeit nur noch im Elektromuseum.
Doch jetzt möchte ich ein Produkt vorstellen, dem man die Jahrhunderte der Evolution tatsächlich ansieht. Der Mensch strebt nach absoluter Perfektion und hier kann man sie in vollster Schönheit betrachten. Ach so, dieser nachfolgende Lichtschalter ist übrigens in meinem Büro verbaut worden.
Bild anklicken für große Abbildung
Diese Lichtschalter ist das ultimative Ergebnis deutscher Ingenieurskunst. Ich bin einfach begeistert ob der Leistungen die hier zu diesem exzellenten Ausdruck des Strebens nach Perfektion erzielt wurden. ;-)
Nein, was man hier sieht ist in der Praxis tatsächlich die absolute Katastrophe in Sachen Usability, und derzeit definitiv der Höhepunkt meiner Beobachtungen zu Usability-Fails im Alltag. Wer bietet mehr?
Update 10.10.2009
Nette Umsetzung eines Human Interface:
Update 5. Juni 2015: Hier ein schöner Vergleich von Prinzipien den ich per twitter gefunden habe.
Why do I blog this? Bin ich eigentlich der Einzige, der trotz eines Universitätsabschlusses im Fach Wirtschaftsinformatik einen Automaten der MVV/MVG nur mit großer Mühe bedienen kann? Das frage ich mich jedes Mal wieder, wenn ich vor einem von den Dingern in drei Varianten stehe. Ich würde mir so sehr wünschen, dass diese Tickets über das Internet gekauft werden können. Keine Schlangen am Automaten, keine Automaten mehr und vermutlich ein weitaus besseres Userinterface. Ich weiß, dass sind höchst fromme Wünsche an einen Weltstadtanwärter.
Having introduced the first criteria of 4+1 to measure 2.0 I would like to continue this series today with the second part. The essence of the second criteria is the following:
Future-Arrived´ness
The Future-Arrived´ness describes extreme differences in the structures of distribution of the future. It describes the fact that the future is often already out there but not yet distributed evenly (only some Geeks know it = small peak somewhere)
What does this mean? If we want to evaluate the freshness of a new application popping up on the horizon, we need to ask ourselves, how much people already know about this thing? Especially who knows about this new thing? If our answer is something like: „Wow!“, it seems as if nobody else then me knows about this, whoever I ask, than the knowledge about this new application is not yet widespread available – a sure sign that you belong to the ones who’ve seen it first. You gained a glimpse on the future and this future is far from having arrived everywhere.
Future-arrived’ness is a strong sign for a possible 2.0 impact. Often these unknown applications are just the rising stars of tomorrow and the less people had the chance to evaluate the idea of this new app, the higher the chance that this application will have an impact on the web-culture.
This idea of future-arrived’ness is not very new though. Other industries like e.g. Music- & Fashion-Business have their well known Trendscouts which are just on the road out there to get a glimpse on the next hot beats and dance moves or the latest fresh and unknown fashion style. To evaluate some new application or service we need some trendscout-abilities. At least we need to know some people which we could ask if they know about this new webservice or application we’ve just discovered five minutes ago. The less of your peers know anything about it, the higher the probability of some direct hit for a candidate who has not yet arrived in the future.
Why do I blog this? I just want to continue my series and then I had one day off from work which gave me some time to write this new entry. And it made a lot of fun to me. The criteria takes btw a huge share of a quote which is attributed to William Gibson and which i found to be in the original :“The future is already here – it is just unevenly distributed.“ Perhaps e.g. teensintech.com will become such a new Trendscout who knows…