Eine US-Trillion $1T Schulden = Guthaben

Die Vereinigten Staaten von Amerika (USA) steuern auf genau die Zahl $1T zu. In den Medien sind die Schulden gemeint, Schulden von nunmehr einer US-Trillion (was einer Deutsch-Billion entspricht). Die Associated Press schreibt (via fefe’s blog; Danke!!!):

Federal deficit on pace to reach record $1T
[…] If the deficit does top $1 trillion for the current budget year, it also would be a post-World War II high when measured as a percentage of the economy. […]

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Selbst erstellte Grafik, die das zerstörerische Schuldengewicht einerseits und und die auf den Guthaben stehenden andererseits symbolisieren soll. Und die Guthaben haben sind leider die die am depressivsten sind und immer wieder rufen „Don’t panic!“ bzw. Rettungspaket.

Doch was die großen Medienhäuser ganz offensichtlich galant verschweigen: In einer Volkswirtschaft sind Guthaben und Schulden immer in exakt gleicher Höhe vorhanden. Das was ich an Schulden habe, schulde ich ja jemandem. Und für diesen Jemanden ist das ein Guthaben er hat etwas gut bei mir. Es gibt also einige Personen, denen gehören gerade eine US-Trillionen Dollar Guthaben, toll, oder? Und täglich werden es mehr!

Bei $1T ist allerdings Vorsicht angebracht! Auch wenn man an jeder Stelle liest „Don’t panic!“ glauben viele Schuldner mittlerweile nicht mehr, dass sie die Schulden je zurückzahlen werden können (dazu gehören auch Regierungen). Demnach glauben die Schuldner auch, dass der andere nichts mehr bei ihnen gut hat, das wäre dann ein Credit- bzw. WährungsCrunch!

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Ausschnitt aus dem Handelsblatt vom 27.6.2002, Seite 8 (über Premiumarchiv recherchierbar; Screenshot von gefundenem Treffer; Anklicken für große Abbildung)

Beachtlich ist dabei die Rasanz der Entwicklung von Schulden, die scheinbar keine Konsequenzen für große Schuldner hat. Denn: Im Jahre 2002 waren die USA nach ihrer eigenen Verfassung bereits bankrott! Ja, richtig gelesen. Wenn das Handelsblatt da nicht falsch recherchiert hat – wovon ich jetzt nicht ausgehen möchte – dann waren die USA bereits pleite vor der Krise die jetzt da ist. Wenn ein Nobelpreisträger wie Herr Krugman den Deutschen vorwirft nicht genug Schulden zu machen, dann sollte dieser Herr Krugman vielleicht einmal einen Blick in das Handelsblatt vom 27.6.2002 werfen.

Update 7.1.2009
tagesschau.de berichtet heute über eine noch höhere Defizitsumme in dem Beitrag „1,186.000.000.000 Dollar Minus im US-Haushalt“. Interessantes Detail am Rande:

[…] Nicht eingeflossen in die Vorhersage ist das geplante Konjunkturprogramm, das das Haushaltsloch im laufenden und folgenden Jahr um insgesamt etwa 800 Milliarden Dollar vergrößern könnte. […]

tagesschau_7_1_2009.pngWichtiger als diese Meldung zu dem gigantischen Schuldenrekord sind für tagesschau.de und das TV-Format „tagesschau“ jedoch „Kälterekorde“ in Deutschland und die „Die Lottozahlen“ sowie „Das Wetter“ (Beweis: siehe Screenshot des TV-Stream) – demnach kommt diese Meldung im TV auch weiterhin nicht vor; ist also nicht existent. Das nenne ich doch mal eine ausgewogene und gut überlegte Prioritätensetzung bei einem Leitmedium des TV, denn schließlich kann das einzige richtige Motto nur heißen: „Don’t Panic!“. :-D

Update 8.2.2009
In der Sendung Quarks & Co. im WDR, wurde eine hervorragende Visualisierung der absurd großen Zahlen der Wirtschaftskrise gezeigt. Dank YouTUBE kann ich die hier einbinden. Danke an unsere öffentlich-rechtliches TV an dieser Stelle für den allseits verfügbaren Pod-/Vodcast (via iTunes Store). In der Sendung „Wie sicher ist unser Geld?“ (ergänzendes PDF zur Sendung; Depublizierungsschutz) wurden einige Zusammnhänge der Wirtschaftskrise und des Geldes versucht so darzustellen, dass man es besser verstehen kann. Leider ist das aus meiner Sicht bis auf diese Visualisierung der gigantischen Zahlen, eher nicht gelungen. Das Hauptproblem – nämlich der Zins – wurde mit als das Kernproblem leider nicht vom Moderator benannt. Auch alternative Konzepte wie z.B. Komplementärwährungen zu dem INSTABIL-BY-DESIGN anfälligen, bestehenden Geldsystem wurden nicht erwähnt. Wer hierzu mehr Information benötigt, der kann z.B. eine gute Übersicht zu dem Problemkomplex bei www.postcapitalism.org finden.



Depublizierungsschutz

(via @tamimat)

Auch interessant zu lesen „Wohin verschwindet unser Geld“ (PDF mit Depublizierungsschutz).

Update 20. Oktober 2024

  • Im roten Bereich:
    Gefangen in World Wide Debt
  • October 2024 Fiscal Monitor
  • October 2024 Global Financial Stability Report
  • October 2024 World Economic Outlook
    Global Debt Report 2024 Bond Markets in a High-Debt Environment

    Update 9. November 2024

    The world is sitting on a $91 trillion problem. ‘Hard choices’ are coming

    In the United States, the federal government will spend $892 billion in the current fiscal year on interest payments — more than it has earmarked for defense and approaching the budget for Medicare, health insurance for older people and those with disabilities.

    Next year, interest payments will top $1 trillion on national debt of more than $30 trillion, itself a sum roughly equal to the size of the US economy, according to the Congressional Budget Office, Congress’s fiscal watchdog.

    The CBO sees US debt reaching 122% of GDP a mere 10 years from now. And in 2054, debt is forecast to hit 166% of GDP, slowing economic growth.

    So how much debt is too much? Economists don’t think there is a “predetermined level at which bad things happen in markets,” but most reckon that if debt hits 150% or 180% of gross domestic product, that means “very serious costs for the economy and society more broadly,” said Dynan.

    Source: CNN, 9:44 AM EDT, Tue July 2, 2024, (Depublizierungsschutz PDF)

    Why do I blog this? Einerseits besteht die Welt eben nicht nur aus Schulden! Sie besteht aus gigantischen Guthaben! Da jedoch die gigantischen Guthaben nur soviel Wert sind wie die gigantischen Schulden, gibt es die gigantischen Guthaben eigentlich alle gar nicht. Denn wer wird im ernst daran denken die ganzen Schulden jemals zurückzuzahlen, woher sollte man das Geld nehmen, wenn nicht von denen die die Guthaben haben? In diesem Zusammenhang gibt es für mich keine komplexe, komplizierte oder undurchschaubare Volkswirtschaft. Alles ist ziemlich einfach. Für einen Nobelpreisträger wie Herrn Krugman ist die Sache offenbar komplizierter. Aber ich bin ja auch kein Nobelpreisträger, sondern nur ein ehemaliger Teil des unwissenden wissenschaftlichen Bodenpersonals der Bundesrepublik Deutschland. Vielleicht fragt man besser einen chinesischen Wirtschaftsweisen, was er von der Dollarkursentwicklung so hält.

    Höchster deutscher Forscherpreis geht an Bremer Meereswissenschaftlerin

    Leibniz Preis für Bremer Meeresforscherin: Das Preisgeld von 2,5 Millionen Euro ist für die ökologische Grundlagenforschung.

    antjeboetius_small.pngDie Überraschung war nicht nur bei der frischgebackenen Preisträgerin gelungen. Die Wissenschaftlerin Prof. Dr. Antje Boetius hat jetzt den höchsten deutschen Forschungspreis, den Gottfried Wilhelm Leibniz Preis für ihre exzellente Forschung von der Deutschen Forschungsgemeinschaft verliehen bekommen. Die junge Meeresforscherin ist seit mehreren Jahren Arbeitsgruppenleiterin am Max-Planck-Institut für Marine Mikrobiologie in Bremen und mit Leib und Seele Forscherin. Außerdem lehrt sie an der privaten Jacobs University in Bremen Biologie und Mikrobiologie und ist Projektleiterin am Exzellenzcluster MARUM der Universität Bremen.

    Seit 1986 vergibt die DFG jedes Jahr den Leibniz-Preis (bei wikipedia), die höchst dotierte Auszeichnung für Forscherinnen und Forscher in Deutschland. „Die Leibniz-Preisträgerinnen und -Preisträger sind Kundschafter der Wissenschaft“, betont DFG-Präsident Kleiner. „Sie denken voraus und gehen voraus, sie wollen erfahren, was sich hinter dem Horizont des Wissens verbirgt, und haben den Mut, unbekanntes Terrain zu betreten.“ Neben dem hohen Renommee und einem Preisgeld von 2, 5 Millionen Euro erhalten die Trägerinnen und Träger das Privileg, diese Summe nach eigenen Vorstellungen für ihre wissenschaftlichen Arbeiten zu verwenden.

    antje_boetius2_small.pngForschungsgebiet von Antje Boetius ist das Meer und die Mikroorganismen, die im Meeresboden leben und organische Materie umsetzen. Bei diesen Prozessen entsteht unter sauerstofffreien Bedingungen Methan, ein hoch aktives Treibhausgas, das in riesigen Mengen im Meeresboden vorkommt. Antje Boetius gelang es als Erste, mit ihrer Forschung die Prozesse zu entschlüsseln, die verhindern, dass dieses Gas in großen Mengen in die Atmosphäre gelangt. Mit besonderen mikrobiologischen Techniken und Färbemethoden wie der Fluoreszenz-in situ- Hybridisierung (FISH) konnte sie die Methan zehrenden Mikroorganismen identifizieren: Eine Lebensgemeinschaft aus Archaeen und Bakterien bilden den biologischen Katalysator, der das Methan mit Hilfe von im Meerwasser vorhandenem Sulfat zu unlöslichen Karbonat inaktiviert. Dieser Prozess, die so genannte Anaerobe Oxidation von Methan (AOM), hat einen nicht zu unterschätzenden Einfluss auf das globale Klimageschehen.

    Antje Boetius war von der Preisverleihung überrascht, als sie zuhause per E-Mail von der Entscheidung erfuhr. „Ich freue mich sehr über einen Preis für mikrobielle Ökologie, hier gibt es soviel Neues zu entdecken, aber da es um nicht sichtbare Kleinstlebewesen geht, ist die Bedeutung der Forschung nicht vielen klar…“, bemerkt sie. Das Preisgeld wird neuen Aufgaben der marinen Ökosystemforschung, besonders der mikrobiellen Ökologie und Tiefseeforschung zugute kommen. Seit ersten Dezember ist Frau Boetius Leiterin einer gemeinsamen Arbeitsgruppe des Alfred-Wegener-Instituts für Polar und Meeresforschung und des Max-Planck-Instituts für Marine Mikrobiologie (HGF-MPG Brückengruppe für Tiefseeökologie und -Technologie) und wird sich zukünftig vermehrt mit dem Wandel der Ökosysteme im tiefen Arktischen Ozean beschäftigen. (Quelle: IDW-Dienst)

    Why do I blog this? Die Forschungsarbeit die Frau Boetius und vor allem auch ihre ganzen Kolleginnen und Kollegen tun ist tatsächlich viel wichtiger, als sie derzeit wahrgenommen wird. Schade, dass ich nicht in Bremen bin, ich würde gerne einen Podcast machen mit ihr! Die Kleinstlebewesen der Tiefsee, werden nämlich derzeit erstmals seit langem durch völlig neue Technologien beeinträchtigt, die der Mensch entwickelt hat: Ernteroboter, die z.B. Manganknollen vom tiefseeboden ernten, oder auch von Robotern aufgebaute Erdölabbaunetze in der Tiefsee, die mittlerweile z.B. durch den Konzern TOTAL in Frankreich massiv ausgebaut werden, ohne dass man eigentlich weiß, wie sich das auf die Kleinstlebewesen auswirken wird. Der so genannte Goldrausch in der Tiefsee (wie es eine Sendung bei arte bezeichnet hat) ist in vollem Gange. Der so genannte „Lottogewinn für Wissenschaftler“ ist da offenbar grade zur rechten Zeit vergeben worden. und wer weiß, vielleicht helfen uns die kleinen Mikroorganismen bei der Rettung des Planeten. Allerdings kann man wohl deutlicher den Widerspruch nicht in einem Blogpost haben: Ölförderung in der Tiefsee mit Gefährdungspotenzial dieser kleinen Helferorganismen und gleichzeitig die Erforschung genau dieser Organismen, die unser durch Verbrennung und andere Prozesse erzeugtes Treibhausgas vermindern könnten.

    Da stimmt die Chemie: Werbespot der EU für Wissenschaftskarrieren

    watch_header.jpgDie Europäische Union (EU) ist uns ja oft nur als weit entfernter Pulk von Politikern bekannt, die fernab des eigenen Landes neue Gesetze schaffen. Selten ist dieser distante Politikapparat durch besondere Kreativität oder gar bewundernswerte Erzeugnisse aufgefallen. Mir fallen da zum Beispiel Gesetze ein, die der Natur vorschreiben, wie gerade oder gekrümmt die Bananen und Gurken wachsen dürfen. Aber, es gibt auch positive Dinge, die man durchaus einmal würdigen kann und sollte, weil sie Mut machen, zum Beispiel das folgende Video, das für mehr wissenschaftliche Karrieren in Europa werben soll.

    Ebenfalls überrascht war ich wie klasse die EU von YouTube Gebauch macht. Der eigene TV Kanal EU tube hält so einige weitere Filmproduktionen bereit, die wir mit unser aller Steuergeldern produzieren lassen haben. Warum also nicht mal gucken, was da produziert wurde. Der obige Film ist mittlerweile sogar mehrfach mit Preisen prämiert worden. Mein ganz persönlicher Favorit „Make Love not CO2“.

    Why do I blog this? Es gibt so einige Dinge, die im Rahmen der EU passieren, von denen man selten etwas erfährt. Diese Info z.B. habe ich aus dem TV erfahren. Der Sender arte hat wirklich einiges an Informationen über Europa im Programm das schlich sehenswert ist, z.B. ZOOM Europa.