Planetarer Kobayashi-Maru-Test

Was wenn unsere Zivilisation nur ein ausgefeilter Kobayashi-Maru-Test ist?

Wenn ich mir die tagtäglich dümmlichen Entwicklungen so anschaue, wenn ich mir offen eingestehen muss, dass wir sehenden Auges den Planeten zu Grunde richten wegen Geld, mit wir meine ich z.B. die 8 Personen, denen 50 Prozent des Geldes gehören (oder die top 10% denen 85% des Geldes gehören), wir also eine wunderbar ausweglose Situation geschaffen haben, in der die Menschen mit dem Geld alle Macht haben und die ohne Geld die Macht nicht ohne weiteres auf absehbare Zeit bekommen werden… dann denke ich morgends im Spiegel manchmal nur: „Das ist doch hier alles nur ein Kobayashi-Maru-Test.“

Das Leben im sterbenden Spätkapitalismus der in Superzeitlupe ausgeführten Finanzsystemkatastrophe fühlt sich wie eine permanente No-Win-Situation an. Es ist egal welche Entscheidung man in seinem eigenen eng umgrenzten Entscheidungsbereich trifft, es ändert nichts am Ergebnis. Da kann man GRÜNE, AfD, FDP, SPD, CDU, CSU oder Die PARTEI wählen… es bleibt eine No-Win-Situation, denn es ändert an den wahren Machtverhältnissen (Geld regiert die Welt nicht Politik.) leider nullkommanichts. Erinnert mich iregdwie an den Film „WarGames“, Ein merkwürdiges Spiel, der einzig gewinnbringende Zug ist… nicht zu spielen.

Nun, ich denke ich habe meinen persönlichen Kobayashi-Maru-Test noch nicht bestanden, denn ich weiß zwar dass ich nicht gewinnen kann ich versuche es aber trotzdem. Dabei müsste ich es eigentlich nur anständig hinnehmen, dass der Planet sich zu einer unwirtlichen Wüste entwickeln wird, die Menschheit krass dezimiert werden wird durch Umweltwirkungen die wir selbst ausgelöst haben. Ich müsste lediglich hinnehmen, dass sich das nicht mehr wird ändern lassen. Stattdessen glaube ich noch an einen positiven Ausgang irgendwie… statt das Spiel einfach nicht mitzuspielen, lasse ich mich fahrlässig darauf ein, ein gefährliches Spiel zu spielen, das weltweite Kobayashi-Maru-Szenario.

Nun da ich den Test aktuell nicht zu bestehen scheine (Hacken, „Schummeln“, Out-of-the-Box Denken, vor allem aber Out-of-the-Box handeln, brauchen irgendwie deutlich mehr Zeit als gedacht…)… wie sieht es denn mit dem Rest des Planeten aus? Auf den ersten Blick würde ich sagen haben wir ca. 90 Prozent der Weltbevölkerung die das Szenario noch begeistert spielt und denkt sie könnten durch bekanntes Denken und Handeln oder gar abgucken bei anderen einen Einfluss auf das Ergebnis nehmen. Ha! Das muss man sich echt mal geben… was also braucht es um den Test zu bestehen?

Unrelated

…to be continued.

Why do I blog this? Keine Ahnung, war so eine Eingebung.

Apple WWDC 2020

Konferenz

  • Ich bin ein wenig enttäuscht, dass Apple nichts LIVE gesendet/gestreamt hat. Aus meiner Sicht eine vertane Chance der Entwickler Community Respekt zu zollen und sie ernst zu nehmen. WWDC ist eine der wenigen Gelegenheiten zu denen Apple sich direkt an Entwickler wenden kann. Zum Beispiel mal „Danke“ sagen, oder auch Verbesserungen in den World Wide Developer Relations (WWDR) ankündigen. Diese Chance hat Apple verstreichen lassen und lieber Play-safe gewählt mit vollständig aufgezeichneten & editierten bzw. professionell produzierten Videos. Der Charme ging dabei vollständig verloren und für mich sprang keinerlei Funke über.
  • Wenn man sich schon für Aufzeichnungen entschieden hat, warum dann noch diese an einen Zeitpunkt binden? Warum nicht gleich alle Aufzeichnungen freigeben? Das ist so eine logische Folgefrage die sich ergibt. Stattdessen heißt es „Video collections will be posted each day.“ Das ist eigentlich unnötig (es sei denn einige der Videos sind noch nicht fertig).
  • Wenn man also schon ohnehin auf überwiegend aufgezeichneten Content setzt, warum dann überhaupt das Ganze auf eine Woche ausdehnen? Warum nicht an einem Tag alles releasen was man hat und dann halt (ich weiß, revolutionär!) stattdessen One-on-One-Sessions-on-Demand über 14 Tage anbieten.
  • Ich bin erfreut gewesen, dass Apple Privacy weiter als strategische Säule der Produkte entwickelt. Daher sehe ich insbesondere diesen „Datenbrief“ für Apps und die weiteren Privacy Features z.B. in Safari als gute Entwicklung, die mein Vertrauen in die Produkte stärken können.
  • Ich bringe den Mitarbeitern bei Apple Respekt entgegen, dass sie trotz Corona ein offenbar wieder mega umfrangreiches WWDC Programm auf die Beine stellen.
  • Dass die Macs zukünftig auf ARM bzw. Apple Silicon gehen war erwartet worden. Änderungen am Mac UI finden ja auch immer wieder statt, hier scheint der neue Jony Ive jetzt loszulegen. Da muss man wohl erstmal abwarten wie sich das weiter entwickelt. Ich sehe sowohl unter iOS als auch macOS und iPad OS einen massiven Feature Creep seit Jahren im Gange (Features die die Komplexität leider erhöhen und verschlimmern), während etablierte Features die wichtig und richtig sind in der Pflege eher vernachlässigt werden. Die etablierten Features (z.B. Control Center, Share Sheet) allerdings sind überwiegend Features die echten Kundennutzen haben und Verbesserungen verdient hätten, während der Feature Creep sich überwiegend auf Marketingnutzen (z.B. Widgets) zu fokussieren scheint und neue Komplexität mit fragwürdigem Nutzen hinzufügt.
  • Apple hätte allerdings die einzigartige Möglichkeit gehabt, die zuschauenden Entwickler weltweit mit einer eigenen App zu versorgen, die z.B. jeden der zuschauenden Developer in einer Art virtuellem Publikum repräsentieren könnte. Über eine spezielle WWDC LIVE App hätte man dann vielleicht auch Applaus abbilden können, mit Applaus-Pausen und anderen Dingen, die eine bessere Verbindung zur Entwickler Community, eine Art virtuellen Rückkanal als Feedback ermöglicht hätte. Das jedoch hätte Mut erfordert etwas Neues zu probieren. Eine vertane Chance.
  • Sehr schade ist auch, dass es nach wie vor keinerlei Zugeständnisse von Apple hinsichtlich lange überfälliger Geschäftsmodelle wie „Paid Updates“ gibt. Entwicklern bleibt so ausschließlich das Abonnement als Modell, das bei Kunden das verhassteste Modell überhaupt ist.
  • Ebenfalls bedauerlich ist, dass Apple immer noch 30% der Erlöse für sich reklamiert und alle Entwickler gezwungen sind ausschließlich über den AppStore ihre Software zu vertreiben. Ich hoffe dass die EU Apple hier bald dazu zwingt, dass Apps auch am AppStore vorbei direkt von der Webseite des Entwicklers angeboten und bezahlt werden können.

Vorgestellte Inhalte

Positiv, die WWDC 2020 fand überhaupt statt und stärkte die strategische Säule Privacy weiter. Negativ, man hat die Chancen einer virtuellen Veranstaltung nicht annähernd genutzt (z.B. Zeit- & Ortsunabhängigkeit). Apple hätte Organisation und Ablauf der virtuellen WWDC selbst zu einem Aushängeschild der Wandlungsfähigkeit der WWDC machen können, mit einer eigenen App/Software für das Event. Aber gut, dafür haben sie stattdessen dieses Corona-App-API mit Google zusammen gebaut und deployed, man kann die Ressourcen die man hat halt auch nicht in zwei Projekten parallel einsetzen. Sollten wir in 2021 wieder eine virtuelle WWDC bekommen, dann hätte ich jedoch tausende Ideen, wie man die WWDC deutlich interaktiver umsetzen könnte.

Mit dem nächsten Mac-Kauf wartet man wohl eher bis die ersten Erfahrungen mit dem neuen Chipsatz im Herbst oder durch die Developer Test Kits dann vorliegen. Bislang war der Prozessor nie mein wichtigster Kaufgrund, sondern eher die Konnektivität, der eingebaute Screen und das Keyboard sowie das Zusammenspiel mit anderer/externer Hardware und bereits angeschaffter Software. Die Transition ist daher vermutlich mehr ein Softwarethema. Entwickler die bislang für den Mac entwickelt haben, haben jetzt eine Menge Arbeit vor sich. Einer der nettesten Nebeneffekte dieser Prozessor-Transition wird sein, dass man zukünftig dann einige iPhone und iPad Apps (oder geht das nur mit Catalyst!?) auf dem Mac laufen lassen kann. Ich meine hey, das ging auch schon im Simulator vorher für die eigenen entwickelten Apps, aber jetzt geht es dann halt vermutlich binary-native für alle. Gerade einige erfolgreiche Games Angebote dürften dann den Mac fluten.

Die Mehrzahl der restlichen Änderungen (z.B. Widgets und AppClips) vor allem bei watchOS, iPad OS, tvOS und iOS wurden eher unter der Kategorie „Feature Creep for Marketing“ bei mir eingeordnet. Okay, bis auf Picture-in-Picture Video, was wirklich nützlich ist und lange überfällig war! Die Offline-Fähigkeit für Speech-to-Text und Übersetzungen sehe ich ebenso als wirklich nützlich und Privacy-förderlich an. Da muss man erstmal gucken wie gut das funktioniert. Dass man ein wenig Screen Realestate einspart bei Anrufen und bei Siri… ist eine nette evolutionäre Änderung. Handschrifterkennung gab es auf dem Newton bereits und lief auch lange Zeit auf dem Mac, bis es irgendwann eingestellt wurde. Jetzt ist sie also wieder da als „Scribble“. Statt eines WidgetKit hätte man auch dezent etwas erlauben können, was Apple selbst z.B. bei der Kalender und Uhr App bereits nutzt, nämlich das App Icon als Informationsträger nutzen zu dürfen. Natürlich will man da keine Animated GIF Effekte dann im Endresultat haben. Aber ein Review Prozess kann hier sicherstellen, dass sinnvolle Information dezent kommuniziert werden kann und das scheint ja auch der Fokus der Widgets zu sein irgendwie. Die App Library als Tool um der Menge an Apps auf dem Gerät wieder Herr zu werden, kommt leider 7 Jahre zu spät. Das erledigt bei mir die Spotlight Suche und dieses Verhalten änder ich jetzt vermutlich auch nicht mehr so schnell.

Einige Änderungen an Developer-relevanten Systemen hat Apple nach meiner Ansicht weder in der Keynote noch in der SOTU thematisiert. Das Entwickler Backend App Store Connect hat offenbar bereits eine Überarbeitung erfahren, um bestehende iOS und iPad OS apps auch für das künftige macOS auf Apple Silicon bereitzustellen. Damit ist also bereits alles vorbereitet für die Transition. Apple scheint da also super im Zeitplan zu liegen so wie es aussieht. Beeindruckende Performance.

Why do I blog this? Das liest eh keiner von Apple und wenn dann stört es dort sicher niemanden. Aber ich möchte einfach über meine Erfahrung mit der WWDC mal wieder bloggen und sie teilen. Recht auf freie Meinungsäußerung und so.
Einige andere z.B. vom Podcast audiodump haben das auch schon getan in der extrem höhrenswerten Folge „ad074 The VR Extravaganza“ (auch wenn es da einige Tonstörungen gab) und einige u.a. vom Podcast Freakshow werden es sicher auch noch tun. Da ich twitter nicht benutze, und facebook nicht benutze und auch sonst kein so Datensaugerkram wie Instagram, Pinterest, 4square, etc. wird mein Blog auch bis auf weiteres mein stabilstes Outlet sein. RSS-Feed ist das einzige Social Network neben Non-Internet-Netzwerken das ich so nutze. Be welcome!