{"id":7373,"date":"2024-01-11T14:25:44","date_gmt":"2024-01-11T13:25:44","guid":{"rendered":"https:\/\/www.thetawelle.de\/?p=7373"},"modified":"2024-11-04T06:23:45","modified_gmt":"2024-11-04T05:23:45","slug":"genau-mein-humor-kanzleramt-will-an-rohrpost-festhalten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.thetawelle.de\/?p=7373","title":{"rendered":"Genau mein Humor: Kanzleramt will an Rohrpost festhalten"},"content":{"rendered":"<h2>GEHEIMDOKUMENTE: Kanzleramt will an Rohrpost festhalten<\/h2>\n<blockquote><p>Die Rohrpostanlagen sind versteckt in den Vorzimmern, in rotbraunen Einbauschr\u00e4nken aus Holz. Kanzler Olaf Scholz (SPD) hat die Rohrpostnummer 1.<\/p>\n<p>Die Rohrpostanlage im Kanzleramt soll anders als lange Zeit geplant weiter in Betrieb bleiben. Pro Monat w\u00fcrden heute noch rund 1.000 Sendungen dar\u00fcber bewegt, sagte ein Regierungssprecher auf Anfrage der S\u00fcddeutschen Zeitung. &#8222;Dabei handelt es sich in der Regel um eilige Vorg\u00e4nge, die nicht elektronisch oder per Hausbotendienst weitergeleitet werden k\u00f6nnen, zum Beispiel weil sie der Geheimhaltung unterliegen oder im Original unterschrieben werden m\u00fcssen.&#8220;<\/p>\n<p>Eine Abl\u00f6sung des Systems sei wegen der beschriebenen Vorteile &#8222;derzeit nicht vorgesehen&#8220;. In den Vorjahren hie\u00df es dagegen immer wieder, mit der vollst\u00e4ndigen Einf\u00fchrung der elektronischen Akte solle das mit Druckluft betriebene Kommunikationssystem im Kanzleramt abgeschaltet werden. Die Rede war vom Jahr 2025. F\u00fcr den Unterhalt der Anlage sind derzeit laut Kanzleramt nur rund 15.000 Euro im Jahr erforderlich.<\/p><\/blockquote>\n<p><strong>Quelle:<\/strong> <a href=\"https:\/\/www.golem.de\/news\/geheimdokumente-kanzleramt-will-an-rohrpost-festhalten-2401-181054.html\">https:\/\/www.golem.de\/news\/geheimdokumente-kanzleramt-will-an-rohrpost-festhalten-2401-181054.html<\/a><\/p>\n<p><strong>Weitere Quellen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>https:\/\/www.heise.de\/news\/Rohrpost-im-Kanzleramt-bleibt-9593903.html<\/li>\n<li>https:\/\/www.n-tv.de\/politik\/Kanzleramt-haelt-eisern-an-der-Rohrpost-fest-article24655213.html<\/li>\n<li>https:\/\/www.spiegel.de\/politik\/deutschland\/rohrpostanlage-im-kanzleramt-bleibt-im-betrieb-auch-aus-schutz-gegen-spionage-a-ebc4f43e-3a40-42a0-b9ea-43e3e64f8f8e<\/li>\n<li>https:\/\/www.computerbild.de\/artikel\/cb-News-Internet-Kanzleramt-besteht-auf-Rohrpost-37845381.html<\/li>\n<li>https:\/\/www.sueddeutsche.de\/politik\/scholz-kanzleramt-rohrpost-argumente-1.6330817<\/li>\n<li>https:\/\/rohrpost.de\/de\/warum-das-kanzleramt-die-rohrpost-nutzt\/<\/li>\n<li>https:\/\/www.finanznachrichten.de\/nachrichten-2024-01\/61108710-geheimdokumente-kanzleramt-will-an-rohrpost-festhalten-003.htm<\/li>\n<li>https:\/\/www.zeit.de\/news\/2024-01\/11\/kanzleramt-verschickt-geheime-dokumente-weiter-per-rohrpost<\/li>\n<li>https:\/\/www.br.de\/nachrichten\/meldung\/kanzleramt-will-laenger-als-geplant-an-rohrpost-festhalten,300622dc4<\/li>\n<li>etc. pp.<\/li>\n<\/ul>\n<figure id=\"attachment_7374\" aria-describedby=\"caption-attachment-7374\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"https:\/\/www.thetawelle.de\/wp-upload\/rohrpost_tube_02.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.thetawelle.de\/wp-upload\/rohrpost_tube_02-300x158.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"158\" class=\"size-medium wp-image-7374\" srcset=\"https:\/\/www.thetawelle.de\/wp-upload\/rohrpost_tube_02-300x158.jpg 300w, https:\/\/www.thetawelle.de\/wp-upload\/rohrpost_tube_02-768x404.jpg 768w, https:\/\/www.thetawelle.de\/wp-upload\/rohrpost_tube_02.jpg 1024w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 85vw, 300px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-7374\" class=\"wp-caption-text\">3.2002.1040<\/figcaption><\/figure>\n<p>Man findet das noch <a href=\"https:\/\/sammlungen.museumsstiftung.de\/rohrpost\/\">im Museum<\/a> der <strong>Museumsstiftung Post und Telekommunikation<\/strong>, lol.<\/p>\n<h2>Reminds me of <a href=\"https:\/\/events.ccc.de\/congress\/2013\/wiki\/Projects:Seidenstrasse\">Seidenstrasse<\/a><\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.thetawelle.de\/wp-upload\/seidenstrasse_02.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.thetawelle.de\/wp-upload\/seidenstrasse_02-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" class=\"alignright size-medium wp-image-7377\" srcset=\"https:\/\/www.thetawelle.de\/wp-upload\/seidenstrasse_02-225x300.jpg 225w, https:\/\/www.thetawelle.de\/wp-upload\/seidenstrasse_02.jpg 400w\" sizes=\"auto, (max-width: 225px) 85vw, 225px\" \/><\/a><a href=\"https:\/\/events.ccc.de\/2018\/11\/10\/seidenstrasse-the-pneumatic-delivery-system-will-be-back-at-35c3-maybe\/\">Seidenstrasse the Pneumatic delivery system<\/a> (<a href=\"https:\/\/www.wired.com\/2013\/12\/build-pneumatic-internet\/\">WIRED<\/a>). See <a href=\"https:\/\/www.warpzone.ms\/perma\/tag\/rohrpost\/\">also<\/a>. <a href=\"https:\/\/telekommunisten.net\/octo\/\">Octo<\/a>.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.thetawelle.de\/wp-upload\/seidenstrasse_01.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"https:\/\/www.thetawelle.de\/wp-upload\/seidenstrasse_01.jpg\" alt=\"\" width=\"640\" height=\"426\" class=\"aligncenter size-full wp-image-7378\" srcset=\"https:\/\/www.thetawelle.de\/wp-upload\/seidenstrasse_01.jpg 640w, https:\/\/www.thetawelle.de\/wp-upload\/seidenstrasse_01-300x200.jpg 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 709px) 85vw, (max-width: 909px) 67vw, (max-width: 984px) 61vw, (max-width: 1362px) 45vw, 600px\" \/><\/a><\/p>\n<h2>heise.de Kommentar<\/h2>\n<p>Folgenden sehr unterhaltsamen <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/forum\/heise-online\/Kommentare\/Bundeskanzleramt-haelt-an-Rohrpost-fest\/Analogisierungsoffensive\/posting-43533606\/show\/\">Kommentar eines heise.de Forum Nutzers<\/a> habe ich dazu mal archiviert.<\/p>\n<blockquote><p>&#8222;Analogisierungsoffensive&#8220; ?<\/p>\n<p>Wie ein Regierungssprecher verlauten lie\u00df, sei aufgrund der guten Erfahrungen eine Analogisierungsoffensive geplant.<br \/>\n&#8222;Wir sehen uns zunehmend Cyberangriffen von ausl\u00e4ndischen M\u00e4chten ausgesetzt, denen wir mangels Digitalkompetenz leider nichts entgegen setzen k\u00f6nnen. Hinzu kommt, dass sich gezeigt hat, dass auch der Wissensstand unserer Beamten f\u00fcr dieses &#8218;Neuland&#8216; kaum verbesserbar ist&#8220;.<\/p>\n<p>Die genauen Ma\u00dfnahmen w\u00fcrden derzeit evaluiert. Zus\u00e4tzliche Fax-Maschinen stehen oben auf der Liste, weil sich entsprechende Ger\u00e4te noch g\u00fcnstig gebraucht auf diversen Kleinanzeigenportalen erwerben lie\u00dfen. Telefone mit W\u00e4hlscheiben scheinen dagegen kaum mehr erwerbbar -Ger\u00fcchten zufolgen verhandelt eine eigens gegr\u00fcndete Arbeitsgruppe des Bundesforschungsministeriums aber bereits mit der Industrie \u00fcber eine Wiederaufnahme der Produktion.<\/p>\n<p>F\u00fcr gesetzt gilt auch die Wiedereinf\u00fchrung der Schreibmaschinen; hier durchg\u00e4ngig in der Form mechanischer Exemplare, da sich insbesondere die gr\u00fcnen Regierungsmitglieder unisono hierf\u00fcr aussprachen: &#8222;Es ist nicht einzusehen, warum wir die Analogisierungsoffensive nicht auch gleichzeitig \u00f6kologisch ausgerichtet und klimafreundlich ausgestalten. Der Verzicht auf elektrischen Strom bei gesch\u00e4tzten 1&#8217;500&#8217;000 Schreibmaschinen im \u00f6ffentlichen Dienst ist jedenfalls ein deutlicher Beitrag zur CO2-Einsparung!&#8220;.<\/p>\n<p>Aus demselben Grund bef\u00fcrworteten die Gr\u00fcnen auch zun\u00e4chst eine Umstellung auf Fackeln und Kerzenlicht; dies wurde aber aufgrund von Bedenken bez\u00fcglich der Umweltvertr\u00e4glichkeit zun\u00e4chst an einen Ausschuss zur Kl\u00e4rung der Kompensation der m\u00f6glichen Umweltsch\u00e4den zur\u00fcckverwiesen.<\/p>\n<p>Ebenfalls noch in der Diskussion befinden sich die Vorschl\u00e4ge zur Analogisierung des Beh\u00f6rdenverkehrs: Die Idee, bei der Deutschen Bahn zu Dampfloks zur\u00fcckzukehren, stie\u00df nicht nur auf heftigen Widerstand der Gr\u00fcnen; auch die Absch\u00e4tzungen des Bahnvorstands, dass dies nicht vor 2099 auf ersten vereinzelten Probestrecken m\u00f6glich w\u00e4re, f\u00fchrten dazu, dass dieser Vorschlag erst Mal verworfen wurde.<\/p>\n<p>Der Einsatz pferdebetriebener Postkutschen erscheint dagegen bereits als gesetzt. Ob sich das durch die Abschaffung von EMail, Internet und sonstiger elektronischer Kommunikation vermehrte Briefaufkommen allerdings bew\u00e4ltigen l\u00e4sst, darf bezweifelt werden. Immerhin hat die Ampel dieses potentielle Problem aber offensichtlich selber erkannt: Im Amtsblatt erschien bereits eine Ausschreibung \u00fcber 5&#8217;000 Brieftaubenz\u00fcchter. Aufgrund der hohen Sicherheitsanforderungen sind die Stellen durchg\u00e4ngig als Beamte in Besoldungsgruppe A16 ausgeschrieben.<\/p>\n<p>Die Finanzierung all dieser Ma\u00dfnahmen steht allerdings noch auf wackligen F\u00fc\u00dfen. Aus dem Umfeld von Bundeskanzler Scholz war zu h\u00f6ren, dass die Regierung eine neuerliche formale Erkl\u00e4rung einer &#8222;Notlage&#8220; erw\u00e4gt, um die ben\u00f6tigten dreistelligen Milliardenbetr\u00e4ge als Kredite au\u00dferhalb des regul\u00e4ren Staatshaushaltes aufnehmen zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&#8222;Die Analogisierungsoffensive ist nicht nur dringend erforderlich, um uns gegen Cyberangriffe von au\u00dfen wehren zu k\u00f6nnen, sondern ist auch eine klare Absicherung gegen potentielle Gefahren im Inneren. Brieftauben, mechanische Schreibmaschinen und Kerzenlicht funktionieren eben auch noch, wenn unsere Stromnetze ausfallen. Die hohen Kosten f\u00fcr die Transformation hin zu mehr Analogtechnik werden auch verst\u00e4ndlicher, wenn man \u00fcberlegt, wieviele halbfertige Digitalisierungsprojekte dazu gestoppt und r\u00fcckabgewickelt werden m\u00fcssen.&#8220;<\/p>\n<p>Die Regierung hat daf\u00fcr ein neues Analogisierungsministerium eingerichtet. Als federf\u00fchrender Minister wurde Karl Lauterbach (SPD) berufen, der mit seinem kreativen Umgang mit Fakten und zahlreichen gescheiterten Digitalprojekten die besten Voraussetzungen mitbringt, analoge Projekte voranzutreiben und der \u00d6ffentlichkeit medienwirksam zu verkaufen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Klingt bitter, geb ich zu. Ich sehe durchaus eine echte Berechtigung fuer Rohrpostsysteme. Es ist deutlich schwieriger eine Rohrpost abzufangen und die Nachricht darin zu manipulieren als bei digitalen Dingen die nicht ordentlich abgesichert sind. So gesehen ist das sogar vorausschauendes Verhalten, denn Spione haben es mit der Rohrpost schwerer als mit dem <a href=\"https:\/\/media.ccc.de\/search\/?q=SS7\">SS7<\/a> <a href=\"https:\/\/www.heise.de\/news\/31C3-Mobilfunk-Protokoll-SS7-offen-wie-ein-Scheunentor-2506892.html\">in unserem Mobilfunknetz<\/a> (<a href=\"https:\/\/media.ccc.de\/v\/31c3_-_6249_-_en_-_saal_1_-_201412271715_-_ss7_locate_track_manipulate_-_tobias_engel\">Vortrag vom 31c3<\/a>). Auch kann man kleine physische Dinge eben bequem damit versenden innerhalb des Hauses. In Krankenhaeusern sind die Dinger auch weit verbreitet und machen einfach sehr viel Sinn.<\/p>\n<p>Ich denke die Kosten waeren fuer eine vergleichbare Loesung &#8211; sollte man sie digital umsetzen wollen &#8211; hoeher und zwar deutlich hoeher. Von daher macht das oekonomisch und auch aus Spionage-Resilienz auch in diesem Fall Sinn. Angesichts knapper Kassen finde ich das ebenfalls gut.<\/p>\n<p><strong>Update 4.11.2024:<\/strong><\/p>\n<p>siehe <a href=\"https:\/\/p.dw.com\/p\/4g7Qt\">Rohrpost-Revival: Hightech f\u00fcr die alte Technik<\/a><\/p>\n<blockquote><p>Hightech trifft Historie &#8211; in Krankenh\u00e4usern, Beh\u00f6rden und auch im Kanzleramt ist sie unverzichtbar: die gute alte Rohrpost. Sie ist schnell, abh\u00f6rsicher und braucht mit moderner Technik wenig Personal. Wir besuchen den schw\u00e4bischen <a href=\"https:\/\/aerocom.de\/de\/\">Marktf\u00fchrer Aerocom<\/a>.<\/p><\/blockquote>\n<h2>Fahrrohr &#038; Buechse<\/h2>\n<blockquote><p>In Hamburg wird 1960 eine Gro\u00dfrohrpost-Anlage gebaut. Interview dazu mit Oberpostdirektor Georg Heck. (Ohne Sprecherton)<\/p><\/blockquote>\n<p><a href=\"https:\/\/www.ardmediathek.de\/video\/Y3JpZDovL25kci5kZS8yZjk3ODgyOS03ZDA2LTQ5YjUtYjJmMC1iZDNkNWM4YmI4ODc\">Rohrpost in Hamburg<\/a><\/p>\n<p><small><strong>Why do I blog this?<\/strong> Das ganze steht trotz seiner Sinnhaftigkeit in diesem Fall dennoch sinnbildlich fuer dieses Land und seine Bemuehungen in Sachen Digitalisierung und Verschluesselung. Denn, Dokumente mit gueltigen digitalen Unterschriften zu versehen, das haetten wir landesweit schon seit Jahren haben koennen. Auch die Wirtschaft braeuchte sowas mal.<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>GEHEIMDOKUMENTE: Kanzleramt will an Rohrpost festhalten Die Rohrpostanlagen sind versteckt in den Vorzimmern, in rotbraunen Einbauschr\u00e4nken aus Holz. Kanzler Olaf Scholz (SPD) hat die Rohrpostnummer 1. Die Rohrpostanlage im Kanzleramt soll anders als lange Zeit geplant weiter in Betrieb bleiben. 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