{"id":6518,"date":"2020-06-24T12:07:02","date_gmt":"2020-06-24T11:07:02","guid":{"rendered":"https:\/\/www.thetawelle.de\/?p=6518"},"modified":"2020-06-30T21:37:33","modified_gmt":"2020-06-30T20:37:33","slug":"sind-wird-ueberhaupt-in-einer-krise","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.thetawelle.de\/?p=6518","title":{"rendered":"Sind wird \u00fcberhaupt in einer Krise?"},"content":{"rendered":"<p>Das ist eine ernstgemeinte Frage, die sich zun\u00e4chst aus aktuellem Anlass auf die sogenannte Corona-Krise bezieht. Doch im weiteren wird sich zeigen, dass auch alle anderen &#8222;Krisen&#8220;-Begriffe h\u00f6chstwahrscheinlich aus den gleichen Gr\u00fcnden zu hinterfragen sind.<\/p>\n<h2>Krise<\/h2>\n<p>Der Begriff <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Krise\"><strong>Krise<\/strong> ist in der Wikipedia<\/a> wie folgt definiert:<\/p>\n<blockquote><p>Die Krise bezeichnet im Allgemeinen einen <strong>H\u00f6hepunkt<\/strong> oder <strong>Wendepunkt<\/strong> einer gef\u00e4hrlichen Konfliktentwicklung in einem nat\u00fcrlichen oder sozialen System, dem eine massive und problematische Funktionsst\u00f6rung \u00fcber einen gewissen Zeitraum vorausging und die eher k\u00fcrzer als l\u00e4nger andauert.<\/p><\/blockquote>\n<p>Ich m\u00f6chte zun\u00e4chst anzweifeln, dass wir den H\u00f6he- oder Wendepunkt bereits erreicht haben. Die massive und problematische Funktionsst\u00f6rung weitet sich derzeit noch aus (Gesch\u00e4fte schlie\u00dfen, Konzerne betteln um &#8222;Rettung&#8220;, neue Infektionsherde brechen aus, neue Neben-\/Nachwirkungen der Erkrankung tauchen auf, wirtschaftliche Folgen weiten sich auf abh\u00e4ngige Bereiche aus etc.) und geht nicht etwa zur\u00fcck.<\/p>\n<p>Zudem ist nicht absehbar, dass diese Funktionsst\u00f6rung nur vor\u00fcbergehend sein wird. Es kann sein, dass diese massive St\u00f6rung noch deutlich l\u00e4nger andauern wird. Wir werden den Niedergang von Wirtschaftsbetrieben und Kultur erleben. Wir werden vielleicht den Niedergang sozialer Systeme erleben, die unter der Last zusammenbrechen. Ich m\u00f6chte hier auch nicht schwarz malen, aber ich m\u00f6chte doch unseren sprachlichen Umgang mit der Situation in Zweifel ziehen. Voraussagen sind nat\u00fcrlich schwierig, vor allem wenn sie die Zukunft betreffen.<\/p>\n<blockquote><p>Ob es sich um einen Wendepunkt handelt, kann jedoch oft erst konstatiert werden, nachdem die Krise abgewendet oder beendet wurde.<\/p><\/blockquote>\n<p>Der Begriff der Krise bezeichnet also eher einen Zeitpunkt und keinen Zeitraum. \u00c4hnlich wie ein Klimax einen H\u00f6hepunkt beschreibt, sollte der Begriff der Krise auch nur f\u00fcr eine vergleichbare Beschreibung eingesetzt werden. Wir bezeichnen jedoch derzeit vielf\u00e4ltige negative Entwicklungen eher mit der Absicht einen Zeitraum bezeichnen zu wollen.<\/p>\n<p>Unter der Ber\u00fccksichtigung dieser Erkenntnis lassen sich m\u00f6glicherweise auch andere Entwicklungen unseres Lebens auf diesem Planeten neu einordnen bzw. bezeichnen, denn auch diese sind eigentlich mit dem Wort der Krise nur unzureichend beschrieben, da wir z.B. bei der Klimakrise eben garantiert noch nicht auf einem H\u00f6hepunkt oder gar Wendepunkt angekommen sind. Die gef\u00e4hrliche Konfliktentwicklung mit massiven Funktionsst\u00f6rungen weitet sich bereits seit langer Zeit aus. Ob uns je ein Stopp oder eine Aufl\u00f6sung der St\u00f6rung gelingen wird, erscheint aktuell mehr als zweifelhaft, da wir hier schon vom Ph\u00e4nomen her sehr langfristige Abl\u00e4ufe und Zeitr\u00e4ume betrachten, ist der Krisenbegriff absolut unzutreffend gew\u00e4hlt.<\/p>\n<h2>Katastrophe<\/h2>\n<p>Der passendere Begriff f\u00fcr viele unserer aktuell h\u00f6chst kritischen Entwicklungen scheint mir derjenige der <strong><a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Katastrophe\">Katastrophe<\/a><\/strong> bzw. des <strong>Niedergangs<\/strong> zu sein. Denn auf viele dieser Entwicklungen trifft es eben gerade <strong>nicht<\/strong> zu, dass wir bereits einen Wendepunkt erreicht haben. Im Gegenteil diese Entwicklungen laufen seit geraumer Zeit alle in eine Richtung, n\u00e4mlich in die Richtung einer deutlichen, stetigen Verschlechterung.<\/p>\n<blockquote><p>Nimmt die Entwicklung einen dauerhaft negativen Verlauf, so spricht man von einer Katastrophe. [\u2026] Katastrophen sind durch elementare oder technische Vorg\u00e4nge oder von Menschen ausgel\u00f6ste Ereignisse, die in gro\u00dfem Umfang das Leben oder die Gesundheit von Menschen, die Umwelt, das Eigentum oder die lebensnotwendige Versorgung der Bev\u00f6lkerung gef\u00e4hrden oder sch\u00e4digen.<\/p><\/blockquote>\n<p>Nach dieser Definition ist Covid-19 im Augenblick definitiv eine Katastrophe, eine <strong>Soziale und gesundheitliche Katastrophe<\/strong>. Genauso macht es deutlich mehr Sinn von einer <strong>Klimakatastrophe<\/strong> zu sprechen. Und auch das Finanzsystem steckt nicht etwa in der Krise sondern ist eine sich fortlaufend weiter ausbreitende Funktionsst\u00f6rung, die mit dem Begriff der <strong>Finanzkatastrophe<\/strong> oder alterntiv des <strong>Niedergangs des Finanzsystems<\/strong> erst passend beschrieben ist.<\/p>\n<p>Ich bin mir nicht sicher, ob es die Situation verbessern wird, wenn man die passenderen Begriffe verwenden wird. Aber ich bin mir sicher, dass es eine Situation nicht verbessern kann, wenn man die falschen Begriffe verwendet.<\/p>\n<h2>Arbeiten, arbeiten, &#8230;<\/h2>\n<p><a href=\"https:\/\/www.theguardian.com\/news\/2018\/jan\/19\/post-work-the-radical-idea-of-a-world-without-jobs\">Was man jetzt schon lesen kann:<\/a> Post-work: the radical idea of a world without jobs<\/p>\n<blockquote><p>Work has ruled our lives for centuries, and it does so today more than ever. But a new generation of thinkers insists there is an alternative.<\/p><\/blockquote>\n<blockquote><p>The emergence of the modern work ethic from this chain of phenomena was \u201can accident of history,\u201d before then, \u201cAll cultures thought of work as a means to an end, not an end in itself.\u201d<\/p><\/blockquote>\n<p><em>&#8230;to be continued<\/em><\/p>\n<p><small><strong>Why do I blog this?<\/strong> Sprache bestimmt unser Denken. Wenn wir die falschen Begriffe verwenden, k\u00f6nnen unsere Denkergebnisse nur falsch werden. Von einer Krise zu sprechen, wenn eigentlich eine Katastrophe eingetreten ist, f\u00fchrt zu einer dauerhaften Untersch\u00e4tzung der St\u00f6rung. Wenn wir weiterhin mit dem Bild der Krise versuchen der St\u00f6rung zu begegnen, dann f\u00fchrt dies zu falschen Ma\u00dfnahmen. Eine Katastrophe erfordert einen anderen Umgang mit einer Situation als eine Krise. Die Krise impliziert, dass es eine Option hin zur Verbesserung gibt und dass man die St\u00f6rung beseitigen kann, und man bereits eine L\u00f6sung gefunden hat, die ab sofort wirkt und die Entwicklung in eine positive Richtung bewegt. Bei der Katastrophe ist keine L\u00f6sung in Sicht, man muss mit weiterer negativer Entwicklung rechnen.<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Das ist eine ernstgemeinte Frage, die sich zun\u00e4chst aus aktuellem Anlass auf die sogenannte Corona-Krise bezieht. 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