{"id":605,"date":"2008-12-10T00:25:33","date_gmt":"2008-12-09T23:25:33","guid":{"rendered":"http:\/\/www.thetawelle.de\/?p=605"},"modified":"2008-12-10T00:39:23","modified_gmt":"2008-12-09T23:39:23","slug":"hochster-deutscher-forscherpreis-geht-an-bremer-meereswissenschaftlerin","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.thetawelle.de\/?p=605","title":{"rendered":"H\u00f6chster deutscher Forscherpreis geht an Bremer Meereswissenschaftlerin"},"content":{"rendered":"<p><em><strong>Leibniz Preis<\/strong> f\u00fcr Bremer Meeresforscherin:<\/em> Das <strong>Preisgeld von 2,5 Millionen Euro<\/strong> ist f\u00fcr die \u00f6kologische Grundlagenforschung.<\/p>\n<p><img src='\/wp-upload\/antjeboetius_small.png' alt='antjeboetius_small.png' class=\"alignright\" \/>Die \u00dcberraschung war nicht nur bei der frischgebackenen Preistr\u00e4gerin gelungen. Die Wissenschaftlerin <strong><a href=\"http:\/\/www.mpi-bremen.de\/Antje_Boetius.html\">Prof. Dr. Antje Boetius<\/a><\/strong> hat jetzt den h\u00f6chsten deutschen Forschungspreis, den Gottfried Wilhelm Leibniz Preis f\u00fcr ihre exzellente Forschung von der Deutschen Forschungsgemeinschaft verliehen bekommen. Die junge Meeresforscherin ist seit mehreren Jahren Arbeitsgruppenleiterin am <a href=\"http:\/\/www.mpi-bremen.de\">Max-Planck-Institut f\u00fcr Marine Mikrobiologie in Bremen<\/a> und mit Leib und Seele Forscherin. Au\u00dferdem lehrt sie an der privaten <a href=\"http:\/\/www.jacobs-university.de\/\">Jacobs University<\/a> in Bremen Biologie und Mikrobiologie und ist Projektleiterin am <a href=\"http:\/\/www.marum.de\/en\/Startseite.html\">Exzellenzcluster MARUM<\/a> der Universit\u00e4t Bremen.<\/p>\n<p>Seit 1986 vergibt die DFG jedes Jahr den <a href=\"http:\/\/www.dfg.de\/forschungsfoerderung\/preise\/gw_leibniz_preis.html\">Leibniz-Preis<\/a> (bei <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis\">wikipedia<\/a>), die h\u00f6chst dotierte Auszeichnung f\u00fcr Forscherinnen und Forscher in Deutschland. <strong>&#8222;Die Leibniz-Preistr\u00e4gerinnen und -Preistr\u00e4ger sind Kundschafter der Wissenschaft&#8220;<\/strong>, betont DFG-Pr\u00e4sident Kleiner. <strong>&#8222;Sie denken voraus und gehen voraus, sie wollen erfahren, was sich hinter dem Horizont des Wissens verbirgt, und haben den Mut, unbekanntes Terrain zu betreten.&#8220;<\/strong> Neben dem hohen Renommee und einem Preisgeld von 2, 5 Millionen Euro erhalten die Tr\u00e4gerinnen und Tr\u00e4ger das Privileg, diese Summe nach eigenen Vorstellungen f\u00fcr ihre wissenschaftlichen Arbeiten zu verwenden.<\/p>\n<p><img src='\/wp-upload\/antje_boetius2_small.png' alt='antje_boetius2_small.png' class=\"alignleft\" \/><strong>Forschungsgebiet von Antje Boetius ist das Meer und die Mikroorganismen<\/strong>, die im Meeresboden leben und organische Materie umsetzen. Bei diesen Prozessen entsteht unter sauerstofffreien Bedingungen Methan, ein hoch aktives Treibhausgas, das in riesigen Mengen im Meeresboden vorkommt. Antje Boetius gelang es als Erste, mit ihrer Forschung die Prozesse zu entschl\u00fcsseln, die verhindern, dass dieses Gas in gro\u00dfen Mengen in die Atmosph\u00e4re gelangt. Mit besonderen mikrobiologischen Techniken und F\u00e4rbemethoden wie der Fluoreszenz-in situ- Hybridisierung (FISH) konnte sie die Methan zehrenden Mikroorganismen identifizieren: Eine Lebensgemeinschaft aus Archaeen und Bakterien bilden den biologischen Katalysator, der das Methan mit Hilfe von im Meerwasser vorhandenem Sulfat zu unl\u00f6slichen Karbonat inaktiviert. Dieser Prozess, die so genannte <strong>Anaerobe Oxidation von Methan (AOM)<\/strong>, hat einen nicht zu untersch\u00e4tzenden Einfluss auf das globale Klimageschehen.<\/p>\n<p>Antje Boetius war von der Preisverleihung \u00fcberrascht, als sie zuhause per E-Mail von der Entscheidung erfuhr. &#8222;Ich freue mich sehr \u00fcber einen Preis f\u00fcr mikrobielle \u00d6kologie, hier gibt es soviel Neues zu entdecken, aber da es um nicht sichtbare Kleinstlebewesen geht, ist die Bedeutung der Forschung nicht vielen klar&#8230;&#8220;, bemerkt sie. Das Preisgeld wird neuen Aufgaben der marinen \u00d6kosystemforschung, besonders der mikrobiellen \u00d6kologie und Tiefseeforschung zugute kommen. Seit ersten Dezember ist Frau Boetius Leiterin einer gemeinsamen Arbeitsgruppe des <a href=\"http:\/\/www.awi.de\/\">Alfred-Wegener-Instituts<\/a> f\u00fcr Polar und Meeresforschung und des Max-Planck-Instituts f\u00fcr Marine Mikrobiologie (HGF-MPG Br\u00fcckengruppe f\u00fcr Tiefsee\u00f6kologie und -Technologie) und wird sich zuk\u00fcnftig vermehrt mit dem Wandel der \u00d6kosysteme im tiefen Arktischen Ozean besch\u00e4ftigen. <em>(Quelle: <a href=\"http:\/\/idw-online.de\/pages\/de\/news292487\">IDW-Dienst<\/a>)<\/em><\/p>\n<p><small><strong>Why do I blog this?<\/strong> Die Forschungsarbeit die Frau Boetius und vor allem auch ihre ganzen Kolleginnen und Kollegen tun ist tats\u00e4chlich viel wichtiger, als sie derzeit wahrgenommen wird. Schade, dass ich nicht in Bremen bin, ich w\u00fcrde gerne einen Podcast machen mit ihr! Die Kleinstlebewesen der Tiefsee, werden n\u00e4mlich derzeit erstmals seit langem durch v\u00f6llig neue Technologien beeintr\u00e4chtigt, die der Mensch entwickelt hat: Ernteroboter, die z.B. Manganknollen vom tiefseeboden ernten, oder auch von Robotern aufgebaute Erd\u00f6labbaunetze in der Tiefsee, die mittlerweile z.B. durch den Konzern TOTAL in Frankreich massiv ausgebaut werden, ohne dass man eigentlich wei\u00df, wie sich das auf die Kleinstlebewesen auswirken wird. Der so genannte <a href=\"http:\/\/www.digitalfernsehen.de\/news\/news_674651.html\">Goldrausch in der Tiefsee<\/a> (wie es eine <a href=\"http:\/\/www.arte.tv\/de\/Willkommen\/woche\/244,broadcastingNum=911966,day=7,week=49,year=2008.html\">Sendung bei arte<\/a> bezeichnet hat) ist in vollem Gange. Der so genannte &#8222;Lottogewinn f\u00fcr Wissenschaftler&#8220; ist da offenbar grade zur rechten Zeit vergeben worden. und wer wei\u00df, vielleicht helfen uns die kleinen Mikroorganismen bei der Rettung des Planeten. Allerdings kann man wohl deutlicher den Widerspruch nicht in einem Blogpost haben: \u00d6lf\u00f6rderung in der Tiefsee mit Gef\u00e4hrdungspotenzial dieser kleinen Helferorganismen und gleichzeitig die Erforschung genau dieser Organismen, die unser durch Verbrennung und andere Prozesse erzeugtes Treibhausgas vermindern k\u00f6nnten.<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Leibniz Preis f\u00fcr Bremer Meeresforscherin: Das Preisgeld von 2,5 Millionen Euro ist f\u00fcr die \u00f6kologische Grundlagenforschung. Die \u00dcberraschung war nicht nur bei der frischgebackenen Preistr\u00e4gerin gelungen. 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