{"id":54,"date":"2006-08-09T08:55:03","date_gmt":"2006-08-09T07:55:03","guid":{"rendered":"http:\/\/www.thetawelle.de\/?p=54"},"modified":"2008-11-22T13:01:04","modified_gmt":"2008-11-22T12:01:04","slug":"die-benutzerillusion-der-welt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.thetawelle.de\/?p=54","title":{"rendered":"Die Benutzerillusion der Welt"},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/wp-upload\/bolz.jpg\" hspace=\"10\" vspace=\"5\" width=\"107\" height=\"146\" align=\"right\"\/>In einem Beitrag von 1998 beschreibt <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Norbert_Bolz\"><b>Norbert Bolz<\/b><\/a> (Fachgebiet <a href=\"http:\/\/www.medienberatung.tu-berlin.de\">Medienwissenschaften an der TU Berlin<\/a>) super, was f\u00fcr ein Problem wir mit den derzeitigen Computern haben. Ein Wort wie &#8222;Benutzeroberfl\u00e4che&#8220; h\u00e4tte einen ja schon stutzig machen m\u00fcssen, hat es aber nicht. In seinem Artikel &#8222;<a href=\"http:\/\/www.mediamatic.net\/article-5672-de.html\">Die Benutzerillusion der Welt &#8211; Zur Bedeutung des Designs f\u00fcr Wirtschaft und Gesellschaft im Zeitalter des Computers<\/a>&#8220; schreibt Bolz von tiefenlosen Oberfl\u00e4chen, die uns wieder lehren den Sinnen zu trauen. Er zitiert den folgenden Satz von Michel Spindler (ehemaliger Apple Chef): &#8222;Wir brauchen grafische Interfaces, die nicht nur benutzerfreundlich sind, sondern die s\u00fcchtig machen, wie Drogen eben.&#8220;<\/p>\n<p>Da ich gerade an einer ebensolchen Komponente einer Benutzeroberfl\u00e4che f\u00fcr meine Dissertation arbeite, hab ich das mit Interesse gelesen. Bolz behauptet meiner Ansicht nach zurecht &#8222;Gn\u00e4dig verbirgt uns die Benutzeroberfl\u00e4che die logische Tiefe der Ger\u00e4te.&#8220; und genau das ist heute oft das Problem. Denn die Benutzer &#8222;verstehen&#8220; Ihre Software nicht, bzw. die logische Tiefe der Software bleibt Ihnen verschlossen. Das f\u00fchrt zu Problemen bei der Bedienung z.B. bei MSWord. Wer nicht versteht, dass Word oder andere Textverarbeitungen verschiedene Textarten unterscheiden (\u00dcberschrift, Textk\u00f6rper, usw.) der wird z.B. nie die automatischen Funktionen zur Inhaltsverzeichniserstellung nutzen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Zu Bolz&#8217;s Behauptung &#8222;Moderne Kulturen k\u00f6nnen nur funktionieren, wenn es die Menschen &#8217;so genau&#8216; gar nicht wissen wollen und sich damit begn\u00fcgen, die Schlu\u00dffolgerungen aus schon Gedachtem zu ziehen.&#8220; w\u00fcrde ich jedoch gerne andere Meinungen h\u00f6ren. Ich glaub nicht, das es ohne ein gewisses Minimum an Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Dinge die wir nutzen geht. Warum z.B. f\u00fchlen sich manche Menschen im Flugzeug unwohl wenn es wackelt? Oft, weil sie nicht wissen, dass die Tragfl\u00e4chen zum wackeln konstruiert wurden und sich sehr flexibel verhalten m\u00fcssen, da Sie sonst abbr\u00e4chen. Wenn aber jemand wegen Flugangst nicht fliegen kann sehe ich das nicht als ein &#8222;erfolgreiches Funktionieren der modernen Kultur&#8220;.<\/p>\n<p>Der Artikel gibt eine solche Menge an Fragen her, da m\u00fc\u00dfte man glatt einen Diskussionsabend von machen. (via <a href=\"http:\/\/www.mediamatic.net\">MediaMatic<\/a>)<\/p>\n<p><small><strong>Why do I blog this?<\/strong> Ich bin mit \u00e4hnlichen Problemen bei dem Design einer Komponente einer Benutzeroberfl\u00e4che konfrontiert. Wieviel zeigt man dem Benutzer, was muss man verbergen. Soll ich Transparenz \u00fcber die Mathematik dahinter herstellen? Oder verwirre ich damit normale Geister? Einfache Bedienung bzw. reibungsloses Funktionieren ist offenbar nur zum Preis der Intransparenz zu haben, oder?<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In einem Beitrag von 1998 beschreibt Norbert Bolz (Fachgebiet Medienwissenschaften an der TU Berlin) super, was f\u00fcr ein Problem wir mit den derzeitigen Computern haben. Ein Wort wie &#8222;Benutzeroberfl\u00e4che&#8220; h\u00e4tte einen ja schon stutzig machen m\u00fcssen, hat es aber nicht. 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