{"id":34,"date":"2006-06-20T07:56:04","date_gmt":"2006-06-20T06:56:04","guid":{"rendered":"http:\/\/www.thetawelle.de\/?p=34"},"modified":"2009-07-11T11:37:42","modified_gmt":"2009-07-11T10:37:42","slug":"open-source-kommerziell","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.thetawelle.de\/?p=34","title":{"rendered":"Open Source kommerziell."},"content":{"rendered":"<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"\/wp-upload\/logoctp.png\" alt=\"logoctp\" title=\"logoctp\" width=\"279\" height=\"55\" class=\"alignright size-full wp-image-1057\" \/>Die <a href=\"http:\/\/www.ctp.com\/newsdetails.php?id=1\">Technology Partners Gruppe<\/a> (Z\u00fcrich, Schweiz) hat eine Untersuchung zur Verwendung von Open Source in der Schweiz durchgef\u00fchrt (<a href=\"http:\/\/www.ctp.com\/download_file.php?id=6&#038;type=news\">Bericht als PDF<\/a>). Dabei sind einige spannende Ergebnisse herausgekommen und einige Fakten, die man erwarten w\u00fcrde.<\/p>\n<p>Nach wie vor ist bei Unternehmen der Hauptbeweggrund nicht etwa der freie Quellcode (&#8222;free speech&#8220;), sondern der <b>Kostendruck (&#8222;free beer&#8220;)<\/b> unter dem Unternehmen stehen. Dementsprechend wird das gr\u00f6sste Sparpotenzial durch die befragten Unternehmen auch in den <b>Lizenzen<\/b> gesehen. Die Illusion aus 2003 wo man noch dachte die Wartung und Weiterentwicklung w\u00fcrde ein echter Kostenvorteil sein (58%) muss als beendet angesehen werden, man ist 2006 auf dem harten Boden der Realit\u00e4t gelandet, denn nur noch 6% sehen das jetzt so. Die Vorteile des Quellcodes stehen erst an f\u00fcnfter Stelle, am wichtigsten ist den Unternehmen die <b>einfache Implementierung<\/b>. Die Beurteilung der <b>Qualit\u00e4t von OS<\/b> hat sich jedoch im Vergleich zu 2003 arg verbessert, denn 67% der Unternehmen beurteilen diese mit &#8222;Gut&#8220;. Der Support ist den Unternehmen herzlich egal (nur 14% meinen das dieser eine Rolle spielt) das waren allerdings 2003 wesentlich mehr (59%). Offenbar geht der Einsatz von OS auch mit der Bereitstellung f\u00e4higen Personals einher, das nicht auf Support angewiesen ist.<\/p>\n<p>Die Produktpalette der OS-Produkte ist ungleichm\u00e4\u00dfig verteilt. Im Wesentlichen sind hier Betriebssysteme und alle <b>Komponenten die als \u00d6kosystem f\u00fcr Netzapplikationen<\/b> (Datenbanken, Internet Server, Application Server Firewall und Entwicklungswerkzeuge) betrachtet werden k\u00f6nnen zu nennen. OS ist in 76% der Unternehmen bereits in der einen oder anderen Form pr\u00e4sent. Ein Beitrag der Unternehmen zu OS ist allerdings die Ausnahme, prim\u00e4r geht es um die kosteng\u00fcnstige Verwertung. Kein Wunder, denn der Aufbau und die Pflege einer Community sind Zeit- und damit auch Geldaufw\u00e4ndige Prozesse. Der Bericht schreibt: <i>&#8222;Um dann auch sicherzustellen, dass die Unternehmensziele verfolgt werden, m\u00fcssen Schl\u00fcsselpositionen in der Entwicklergemeinde mit eigenen Angestellten besetzt sein, die man f\u00fcr diese Aufgabe in der Regel voll abstellt.&#8220;<\/i><\/p>\n<p>Kostenlos ist also nichts zu haben, daher passt es auch, das der Bericht das sch\u00f6ne Zitat der <a href=\"http:\/\/www.fsf.org\/\">Free Software Foundation<\/a> bereits in der Einleitung nennt:<br \/>\n<b>Free Software is a matter of \u201cfree speech\u201d, not of \u201cfree beer\u201d<\/b> dem w\u00e4re jedoch hinzuzuf\u00fcgen, das <b>Cheap Software sehr wohl eine Sache von &#8222;free beer&#8220; ist und nicht von &#8222;free speech&#8220;<\/b>.<\/p>\n<p>Interessant ist in diesem Zusammenhang auch die aktuelle Diskussion bei den <a href=\"http:\/\/elch.blogs.com\/lernpfade\/\">Lernpfaden<\/a> zum <a href=\"http:\/\/elch.blogs.com\/lernpfade\/2006\/06\/beschrnkter_mar.html\">Ausschluss von Kommerz beim GMW-Marktplatz<\/a>.<\/p>\n<p><strong>Update:<\/strong> Sehr empfehlen kann ich nur eine <a href=\"http:\/\/www.lon-capa.org\/presentations\/wiederverwendung.ppt\"><strong>Pr\u00e4sentation (PowerPoint)<\/strong><\/a>, die <a href=\"http:\/\/www.lite.msu.edu\/kortemeyer\/cv.html\">Prof. Gerd Kortemeyer<\/a> (Assistant Professor of Physics Education, an der Michigan State University, USA) bei einem DFG Projekt in Hagen\/Deutschland gegeben hat. Die Aussagen der Folien im Bereich &#8222;Aus Fehlern lernen&#8220;, die sich auf seine Erfahrung mit dem OpenSource System <a href=\"http:\/\/www.lon-capa.org\/\">LON-CAPA<\/a> beziehen, zeigen deutlich das die Gleichung &#8222;OpenSource = kostenlos&#8220; einfach nur als falsch bezeichnet werden muss.<\/p>\n<p>Folgende Punkte bezeichnet Herr Kortemeyer deutlich als <strong>falsch:<\/strong><\/p>\n<ol>\n<li>\t<strong>FALSCH: <\/strong>Eine Open-SourcePlattform garantiert, dass sich das System schnell weiterentwickelt und verbreitet<\/li>\n<li>\t<strong>FALSCH: <\/strong>Andere helfen mit, das System zu programmieren Fehler schnell zu finden und zu reparieren das System schnell zuverbreiten, da es umsonst ist<\/li>\n<li>\t<strong>FALSCH: <\/strong>Lehrende interessieren sich f\u00fcr elegante Systemarchitektur, Metadaten, p\u00e4dagogische \u00dcberlegungen, Standards, &#8230;<\/li>\n<li>\t<strong>FALSCH: <\/strong>Lehrende lassen sich belehren.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Seine Schlussfolgerungen, was <strong>wichtiger<\/strong> ist als vermeintlich &#8222;kostenlos&#8220; lauten:<\/p>\n<p>Sehr viel wichtiger als \u201cumsonst\u201d ist: <\/p>\n<ol>\n<li><strong>WICHTIGER: <\/strong>Stabilit\u00e4t und Skalierbarkeit<\/li>\n<li><strong>WICHTIGER: <\/strong>\u201eMaschinenraumtauglichkeit\u201c<\/li>\n<li><strong>WICHTIGER: <\/strong>Mehr als eine Uni hat auf Institutionsniveau langfristige Unterst\u00fctzung garantiert<\/li>\n<li><strong>WICHTIGER: <\/strong>Gibt es schon mehrere Jahre<\/li>\n<\/ol>\n<p>Herr Kortemeyer fasst seine Erfahrung zusammen mit: Nichts ist \u201cumsonst\u201d &#8211; open-source  Software braucht auch lokal Systemadministration, Benutzersupport, Training, Hardware, etc., viele, besonders kleinere Institutionen, sind dazu nicht in der Lage. In Bezug auf die Plattform Moodle weist er darauf hin, dass es einerseits zwar einfach auf B\u00fcrorechnern zu installieren ist, aber eben nicht \u201emaschinenraumtauglich\u201c.<\/p>\n<p><strong>Update 14.11.2006<\/strong><br \/>\nHerr Prof. Kortemeyer hat vor kurzem erst wieder deutlich aufgezeigt, welchem Trugschluss Personen aufsitzen, die allein durch Open Source bereits alle Ihre Probleme gel\u00f6st sehen. Auf dem Treffen eines Workshop einer deutschen Initiative zu quellcodeoffener Software, hat er folgenden Foliensatz mit dem Titel <a href=\"http:\/\/www.campussource.de\/events\/e0610schlossmuenster\/docs\/Kortemeyer_Vergleich.pdf\">&#8222;Open Source e-Learning-Projekte und Strategien &#8211; USA \/ Deutschland im Vergleich &#8211; eine Froschperspektive&#8220; (als PDF)<\/a> vorgestellt. Der Assistant Professor of Physics Education der Michigan State University und Direktor des LON-CAPA Projekts stellt darin seine Erkenntnisse bez\u00fcglich <strong>Lern-, Lehr und Verwaltungskultur<\/strong> vor.<\/p>\n<p>Einmal mehr macht er auf den Open Source-Mythos aufmerksam. Folgende Punkte bezeichnet er als Unfug:<\/p>\n<ol>\n<li>Projekte werden von einer gro\u00dfen Anzahl von Entwicklern in aller Welt getragen<\/li>\n<li>Schnelle Behebung von Fehlern<\/li>\n<li>Leicht anpassbare Software<\/li>\n<li>Nachhaltigkeit weil nicht von einer Institution abh\u00e4ngig<\/li>\n<\/ol>\n<p>Er betont dagegen, die meisten Projekte k\u00f6nnen ohne eine starke Kerntruppe von Programmierern nicht existieren. Als Beispiel par Excellence fragt er danach, ob <strong>Moodle ohne Martin Dougiamas<\/strong> denkbar w\u00e4re. Unis in den USA haben schlechte Erfahrungen mit eigenen Projekten gemacht und vor allem die mit anf\u00e4nglicher Finanzierung haben eine schlechte Nachhaltigkeit. Interessant ist auch seine Folie zur Enterprise Readiness bzw. welche Konstellation einer IT-L\u00f6sung die Befragten die meisten Chancen einr\u00e4umen \/ Vertrauen entgegenbringen (siehe folgende Grafik; Die Zahlen stammen von einer informellen Umfrage die Kortemeyer im Herbst 2003(!) lang, lang ist&#8217;s her im LON-CAPA-Projekt durchgef\u00fchrt hat. Dabei haben 37 der 300 Befragten geantwortet!)<\/p>\n<p><center><a href=\"\/wp-upload\/enterpriseBig.jpg\"><img src='\/wp-upload\/enterpriseSmall.jpg' hspace=\"10\" vspace=\"5\" width=\"350\" height=\"265\" border=\"0\" \/><\/a><br \/>\n<small>Anklicken f\u00fcr gro\u00dfe Abbildung<\/small><\/center><\/p>\n<p><small><strong>Why do I blog this?<\/strong> Open Source ist eine feine Sache, idealistische Softwareentwickler entwickeln neue L\u00f6sungen f\u00fcr Ruhm und Ehre und stellen diese anderen zur Verf\u00fcgung. Der Hype jedoch, der lange Zeit in die Richtung ging <b>&#8222;Open Source = kostenlos&#8220;<\/b> muss als beendet angesehen werden. Wer OS einsetzen will, muss daf\u00fcr f\u00e4higes Personal abstellen, das nicht auf Support angewiesen ist. Auch im Bereich OS wachsen die B\u00e4ume also nicht in den Himmel, das ist f\u00fcr mich wichtig festzustellen. So richtig spannend f\u00e4nde ich allerdings mal eine Studie dazu, WER eigentlich Open Source Entwicklungen bzw. die idealistischen Entwickler bezahlt, oder ob kommerzielle Projekte erst im nachhinein aus Marketing oder gar Marktgr\u00fcnden OS gemacht werden. Dieser Punkt bleibt somit weiterhin sch\u00f6n im Dunkeln. Wenn dazu jeman einen Tipp hat f\u00fcr Literatur oder andere Quellen, w\u00e4re ich sehr dankbar.<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Technology Partners Gruppe (Z\u00fcrich, Schweiz) hat eine Untersuchung zur Verwendung von Open Source in der Schweiz durchgef\u00fchrt (Bericht als PDF). Dabei sind einige spannende Ergebnisse herausgekommen und einige Fakten, die man erwarten w\u00fcrde. Nach wie vor ist bei Unternehmen der Hauptbeweggrund nicht etwa der freie Quellcode (&#8222;free speech&#8220;), sondern der Kostendruck (&#8222;free beer&#8220;) unter &hellip; <a href=\"https:\/\/www.thetawelle.de\/?p=34\" class=\"more-link\"><span class=\"screen-reader-text\">\u201eOpen Source kommerziell.\u201c <\/span>weiterlesen<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[30,9,8],"tags":[],"class_list":["post-34","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-digital-naives","category-studien","category-open-something"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.thetawelle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.thetawelle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.thetawelle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.thetawelle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.thetawelle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=34"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.thetawelle.de\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/34\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.thetawelle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=34"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.thetawelle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=34"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.thetawelle.de\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=34"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}