{"id":2719,"date":"2013-09-02T15:16:15","date_gmt":"2013-09-02T14:16:15","guid":{"rendered":"http:\/\/www.thetawelle.de\/?p=2719"},"modified":"2013-09-06T11:12:20","modified_gmt":"2013-09-06T10:12:20","slug":"urteile-nicht-ueber-andere","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.thetawelle.de\/?p=2719","title":{"rendered":"Urteile nicht! &#8211; \u00dcber Andere."},"content":{"rendered":"<p><a href=\"\/wp-upload\/christa_schyboll.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-id=\"2722\"  src=\"\/wp-upload\/christa_schyboll.png\" alt=\"christa_schyboll\" width=\"224\" height=\"321\" class=\"alignright size-full wp-image-2722\" srcset=\"https:\/\/www.thetawelle.de\/wp-upload\/christa_schyboll.png 224w, https:\/\/www.thetawelle.de\/wp-upload\/christa_schyboll-209x300.png 209w\" sizes=\"auto, (max-width: 224px) 85vw, 224px\" \/><\/a>Ich bin heute per Zufall \u00fcber folgenden <a href=\"http:\/\/www.gutzitiert.de\/zitat_autor_benedetto_croce_thema_gesellschaftsordnung_zitat_9815.html\">Text<\/a> gestolpert von <strong>Christa Schyboll<\/strong> (bei <a href=\"https:\/\/www.facebook.com\/schyboll\">facebook<\/a>) als ich nach einem Zitat gesucht habe bei Google (Hervorhebungen durch mich!):<\/p>\n<blockquote><p>Eine Reihe spiritueller Lehren r\u00e4t: <strong>Urteile nicht!<\/strong> Doch wie um Himmels Willen soll das gehen, wenn man sich st\u00e4ndig entscheiden muss? Ist man denn nicht laufend gezwungen, sich f\u00fcr oder gegen etwas zu entscheiden? Etwas zu tun oder zu lassen? Uns bleibt doch gar nichts anderes \u00fcbrig, als das eine zu verwerfen und das andere anzunehmen. Und das braucht unser Urteil.<\/p>\n<p><strong>Was wir jedoch nicht m\u00fcssen, ist st\u00e4ndig schnell und automatisch etwas oder wen ver-urteilen.<\/strong> Das geschieht h\u00e4ufiger als wir ahnen. Vor allem blitzschnell, aus dem Bauch heraus und oftmals ohne echte Kompetenz, die wir uns aber dennoch anma\u00dfen. Hier liegt der Hase im Pfeffer! Aber wir \u00fcbersehen dabei leider oftmals den Hasen, noch sticht uns schon der Pfeffer in der Nase! <\/p>\n<p><strong>Es gibt ein altes Indianersprichwort: &#8222;Urteile nie \u00fcber einen anderen, bevor Du nicht einen Mond lang in seinen Mokassins gelaufen bist&#8220;.<\/strong> Vermutlich reicht aber auch die Zeit eines Mondes nicht einmal wirklich daf\u00fcr aus. Will man zu einem wirklich gereiften Urteil \u00fcber eine Person, eine Sache oder ein Ereignis gelangen, muss man in vielen F\u00e4llen sogar enorm viel wissen, wenn man zu einem gerechten Urteil kommen will. Diese Zeit nimmt sich unser Ego h\u00e4ufig aber nicht. Es urteilt nach einem schnellen Eindruck, nach spontanen Gef\u00fchlen oder nach alten Pr\u00e4gungen, die uns sympathisch oder antipathisch ansprechen. Dieses Schnellurteil \u00fcber etwas oder jemanden kann h\u00e4ssliche Eintr\u00fcbungen zeigen oder auch je nach Fall sogar schwerwiegende Konsequenzen ausl\u00f6sen. Diese haben wir dann zu verantworten, die schnell ein Urteil gesprochen haben. Ein Urteil kann in diesem Fall auch eine Meinung sein, die dennoch zerst\u00f6rerischen Charakter tragen kann, wenn sie das Falsche oder das B\u00f6se im Keim schon mit tr\u00e4gt. <\/p>\n<p><strong>Urteilskraft braucht Geistesklarheit. Sie braucht Informationen, Wissen und im Falle von Mitmenschen auch jede Menge Empathie.<\/strong> Es braucht die Entwicklung von Fairness, \u00dcberblick und reicher Lebenserfahrung. Es braucht die Innenreinigung der eigenen Gedanken, die klar aufzeigen, von welchen Motiven man denn gelenkt wird, wenn man ein Urteil f\u00e4llt. Anzunehmen, das seien ausschlie\u00dflich sachliche Motive, trifft es nur in wenigen F\u00e4llen. Man hat f\u00fcr sich selbst innerlich zu kl\u00e4ren, ob beispielsweise vielleicht auch ein wenig versteckter Neid mit im Spiel ist. Ob es gerade eine tiefe Befriedigung bedeutet, etwas Negatives \u00fcber einen anderen zu sagen und damit vor allem f\u00fcr einen Moment doch der eigenen inneren Tristesse zu entkommen. Es kann sich Missgunst eingeschlichen haben oder auch eine peinliche Angst, zu der man nicht \u00f6ffentlich stehen will. Es gibt viele Gr\u00fcnde, warum wir in dem einen Fall hart und in einem \u00e4hnlich gelagerten Fall sehr mild \u00fcber etwas urteilen. Hintergr\u00fcndige Motive, die unter Umst\u00e4nden mehr mit uns selbst zu tun haben als \u00fcber denjenigen, den es nun trifft. <\/p>\n<p>[\u2026] <\/p>\n<p>Urteile und Meinungsbildungen sind Interpretationen eines Bewusstseins auf seinem eigenen Level. <strong>Aber Urteile sind eben auch Wirklichkeit schaffend. Lange schon ist bekannt, dass die Realit\u00e4t den Gedanken folgt, die wir erzeugen.<\/strong> Das sind gute Gr\u00fcnde, jede Form von Urteil, aber erst recht eine Ver-Urteilung, \u00fcberaus ernst zu nehmen. Jeder Gedanke, jedes Gef\u00fchl, jedes Wort ist von jedem einzelnen von uns zu verantworten. Wie w\u00f6rtlich das zu nehmen ist, wei\u00df man aber erst wohl ab einem gewissen inneren Entwicklungsstand auf der nach oben offenen Skala eines sich st\u00e4ndig erweiterten Bewusstseins.<\/p><\/blockquote>\n<h3>Urteile im Alltag<\/h3>\n<p>Urteile begegnen einem aber auch im allt\u00e4glichen Gesch\u00e4ft, z.B. in Form von Reviews auf Shoppingportalen und z.B. im Apple AppStore. Hier habe ich mal ein paar rausgesucht:<\/p>\n<p><center><a href=\"\/wp-upload\/kunden_freuden_small.png\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" data-id=\"2726\"  src=\"\/wp-upload\/kunden_freuden_small.png\" alt=\"kunden_freuden_small\" width=\"550\" height=\"404\" class=\"alignright size-full wp-image-2726\" srcset=\"https:\/\/www.thetawelle.de\/wp-upload\/kunden_freuden_small.png 550w, https:\/\/www.thetawelle.de\/wp-upload\/kunden_freuden_small-300x220.png 300w\" sizes=\"auto, (max-width: 550px) 85vw, 550px\" \/><\/a><br \/>\n<small><strong>Quelle:<\/strong> Eigene Anfertigung \/ Screenshot AppStore in iTunes<\/small><\/center><\/p>\n<p>Wenn man sich das einmal anschaut, dann mag sicher ein F\u00fcnkchen Wahrheit in dem Urteil liegen, aber der Grund des Ver-urteilens ist wohl oft ganz wo anders gelagert, wie sonst soll man sich die massive Diskrepanz erkl\u00e4ren zu 99% der anderen Urteilenden? Ich f\u00fchle mich jedes Mal durch 1-Sterne-Reviews verurteilt und versuche selbst keine solche Urteile zu treffen. <strong>Wie haltet ihr es mit dem (Ver-)Urteilen?<\/strong> Ich pers\u00f6nlich habe begonnen alle meine Kunden mit einer einzigen Regel zu betrachten: <strong>&#8222;Assume positive intent!&#8220;<\/strong>. Diese Regel habe ich mir von <strong><a href=\"https:\/\/twitter.com\/bmf\/status\/355644674486173696\">Mike Lee<\/a><\/strong> ausgeliehen, und dieser scheint sie widerum durch seine Laufbahn bei <a href=\"http:\/\/timschurrer.com\/2013\/01\/16\/assume-positive-intent\/\">Apple Inc.<\/a> erlernt zu haben. F\u00fcr mich der goldene Weg Urteile gar nicht erst an sich pers\u00f6nlich heranzulassen, sondern den eigentlichen Grund dahinter zu suchen.<\/p>\n<h3>Your code is shit<\/h3>\n<p>Ein weiteres sch\u00f6nes Beispiel wie \u00fcbel so schnell gef\u00e4llte Urteile sind, bei denen die Phase fehlt, in den Mokassins des Anderen zu laufen, hab ich eben gerade <a href=\"https:\/\/twitter.com\/chilvman\/status\/375920718338596864\">per twitter<\/a> gefunden in dem Post <a href=\"http:\/\/www.fraustollc.com\/blog\/shit_code\/\">Code culture problem\/<\/a> von <strong>Nolan Frausto<\/strong>. Und wohin solche vorschnellen Urteile f\u00fchren das erl\u00e4utert Nolan auch gleich im Detail:<\/p>\n<blockquote><p>No one wants to feel stupid, and no one wants to feel inferior or bad at their job. Once a &#8222;this is shit&#8220; culture starts to spread one of the only ways to make sure that you are on top is to put down others. In the end it is a culture that values negativity rather than focus on solutions.<\/p><\/blockquote>\n<p>L\u00f6sungsorientiertes Denken ist nicht so einfach wie dem anderen einfach mal zu sagen &#8222;Dein Programmcode ist schei\u00dfe!&#8220;. Ich kann da auch immer wieder nur auf eine Seite z.B. in der Wikipedia verlinken, n\u00e4mlich die zu <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Wikipedia:Wikistress#Stressvermeidung\">Wikistress und der Stressvermeidung<\/a>. <strong>Fast immer ist eine FRAGE zu stellen der deutlich elegantere Weg als eine AUSSAGE und damit ein Urteil zu treffen.<\/strong><\/p>\n<p><small><strong>Why do I blog this?<\/strong> Ich find den Text ganz anregend. Vor allem den Teil mit den angesprochenden Indiander Mokassins. Mir wird das immer wieder deutlich, wenn ich Kundenr\u00fcckmeldungen im AppStore zu meinen Apps lese. Vor allem 1-Sterne-Revies tun einem immer wieder richtig weh! Und da fragt man sich des \u00f6fteren, was wohl passieren w\u00fcrde, wenn diese Kunden mal eine Woche in meinen Turnschuhen vor dem Rechner sitzen w\u00fcrden.<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ich bin heute per Zufall \u00fcber folgenden Text gestolpert von Christa Schyboll (bei facebook) als ich nach einem Zitat gesucht habe bei Google (Hervorhebungen durch mich!): Eine Reihe spiritueller Lehren r\u00e4t: Urteile nicht! Doch wie um Himmels Willen soll das gehen, wenn man sich st\u00e4ndig entscheiden muss? 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