{"id":142,"date":"2007-06-13T13:38:18","date_gmt":"2007-06-13T12:38:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.thetawelle.de\/?p=142"},"modified":"2014-06-10T11:44:44","modified_gmt":"2014-06-10T10:44:44","slug":"proxemische-information-praktischer-wert-fur-u-bahn-fahrer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.thetawelle.de\/?p=142","title":{"rendered":"Proxemische Information: Praktischer Wert f\u00fcr U-Bahnfahrer"},"content":{"rendered":"<p>Gestern habe ich einen <a href=\"http:\/\/dimeb.informatik.uni-bremen.de\/content\/view\/289\/168\/\">Vortrag<\/a> \u00fcber den Stand meiner Dissertation gehalten. Das Kernprinzip einer Softwarekomponente &#8211; die ich in der Dissertation entwickelt habe &#8211; habe ich dort versucht anhand der <strong>Idee des Schattentheaters<\/strong> zu verdeutlichen. Daf\u00fcr habe ich eine von mir als <strong>&#8222;Proxemic Box&#8220;<\/strong> bezeichnete Konstruktion vorgestellt, die einen Teil des Algorithmus dieser Software anfassbar, erlebbar und somit <strong>be-greifbar<\/strong> machen sollte. Hier ein paar Bilder von der Box, die ich ja <a href=\"http:\/\/www.thetawelle.de\/?p=139\">hier<\/a> bereits indirekt angek\u00fcndigt hatte (in K\u00fcrze mehr).<br \/>\n<center><a href=\"\/wp-upload\/proxemicBox_big.jpg\"><img src='\/wp-upload\/proxemicBox_mini.jpg' border=\"0\" vspace=\"5\" \/><\/a><br \/>\n<small>Bild anklicken f\u00fcr gro\u00dfe Darstellung<\/small><\/center><\/p>\n<p>Nach dem Vortrag habe ich den tollen Hinweis bekommen, dass die <strong>U-Bahnen in Br\u00fcssel<\/strong> proxemische Information (fast wie im Schattentheater) in den Stationen auf Streckenanzeigen \u00fcbermitteln (&#8222;Danke!&#8220; an Elin). Es wird als eine Art Warteinformation die gesamte Strecke einer Linie gezeigt und die aktuellen Aufenthaltsorte von einzelnen Z\u00fcgen mit einem leuchtend roten Punkt markiert. Danach bin ich heute sofort in <strong>flickr<\/strong> auf die Suche gegangen und habe die Anzeige tats\u00e4chlich gefunden. Flickr-user <strong><a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photos\/mdvisser\/\">Martijn de Visser<\/a><\/strong> hat folgendes Bild von der Anzeige geschossen:<br \/>\n<center><a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photo_zoom.gne?id=283620809&#038;size=l\"><img src='\/wp-upload\/subway_proximeter_mini.jpg' vspace=\"5\" border=\"0\" \/><\/a><br \/>\n<small>Bild anklicken f\u00fcr gro\u00dfe Originaldarstellung<\/small><\/center><br \/>\nZum Vergleich <a href=\"http:\/\/www.flickr.com\/photo_zoom.gne?id=70208314&#038;size=o\">hier ein Bild ohne Proxemik (von flickr-user Bint)<\/a>, der ganz normale Streckenplan.<\/p>\n<p><img src='\/wp-upload\/taxi.png' align='right' hspace=\"10\" vspace=\"5\" \/><strong>Update 16.6.2007<\/strong><br \/>\nAuf den Webseiten von <strong><a href=\"http:\/\/www.designtaxi.com\/\">DesignTaxi<\/a><\/strong> habe ich einen Artikel gefunden, der einen interessanten Beitrag liefert zur <strong>Proxemik<\/strong> in der Realit\u00e4t und in der Virtualit\u00e4t. Das w\u00e4re weiter nicht erw\u00e4hnenswert, wenn diese Seite nicht vor allem Designer vorstellen w\u00fcrde, die die Produkte der Zukunft entwerfen, also Business betreiben. In dem Beitrag, schreibt <strong><a href=\"http:\/\/www.iplot.typepad.com\/\">Tim Leberecht<\/a><\/strong>, Director of Marketing bei <strong><a href=\"http:\/\/www.frogdesign.com\/\">frog design<\/a><\/strong>, dass durchaus ein betr\u00e4chtlicher Teil an elektronischen Produkten wie z.B. dem iPod gekauft werden, weil sie die intime Distanzzone erweitern &#8211; also proxemisch ver\u00e4ndern &#8211; sollen, damit man sich im \u00f6ffentlichen Raum nicht so bedr\u00e4ngt f\u00fchlt sondern signalisiert: &#8222;Hier bin ich und ich m\u00f6chte nicht gest\u00f6rt werden, bzw. komm&#8216; mir nicht zu nahe.&#8220;. Er schreibt:<\/p>\n<blockquote><p>[&#8230;] I wonder what percentage of music player, game console, PDA, and cell phone sales can be attributed to consumers\u2019 quest for overcoming unwelcome intimacy. [&#8230;] As the population increases and cities become denser the world population has doubled in the past 40 years and the US population tripled over the course of the Twentieth Century), <strong>understanding proxemics is becoming more and more critical not only to developers and urban planners but also to product and interaction designers<\/strong>. <\/p><\/blockquote>\n<p>In dem Beitrag wird auch <strong>Nick Yee&#8217;s<\/strong> Studie \u00fcber Proxemik in Second Life angesprochen. Ein Film mit ihm mit dem Titel <a href=\"http:\/\/www.npr.org\/blogs\/bryantpark\/2007\/05\/dont_stand_so_close_to_me.html\">&#8222;Don&#8217;t Stand So Close To Me&#8220;<\/a>, der das Prinzip der Proxemik sehr sch\u00f6n am Beispiel Second Life erkl\u00e4rt ist bei bryantpark zu sehen.<\/p>\n<p><strong>Update 26.7.2007<\/strong><br \/>\nSoeben habe ich eine weitere Entdeckung einer proxemischen Anzeige gefunden. Wieder ist es eine Anzeige f\u00fcr den \u00f6ffentlichen Nahverkehr, diesmal aber nicht f\u00fcr die U-Bahnstation sondern f\u00fcr zu Hause. In Tokyo gibt es die <a href=\"http:\/\/www.japan-guide.com\/e\/e2370.html\">Yamanote Linie<\/a>, die tats\u00e4chlich im Kreis f\u00e4hrt. Damit man als Nutzer der Linie seinen Gang zur Station gut vorausplanen kann, berechnet diese Anzeige die zugleich eine praktische Uhr ist, die Information \u00fcber die Z\u00fcge und wo diese gerade sind. Das kann man deshalb so exakt berechnen, weil die Uhr mit einem Funksignalempf\u00e4ger \u00e4hnlich dem deutschen DCF77-Signal ausgestattet ist und die Z\u00fcge in Japan eben p\u00fcnktlich fahren. Ein f\u00fcr Deutschland also v\u00f6llig unn\u00fctzes Produkt, h\u00f6chstens f\u00fcr die Schweiz geeignet. (via <a href=\"http:\/\/infosthetics.com\/archives\/2007\/07\/train_time_alarm_clock.html\">infosthetics<\/a>, <a href=\"http:\/\/www.ohgizmo.com\/2007\/07\/23\/japanese-alarm-clock-tailored-to-commuters\/\">ohgizmo<\/a> und <a href=\"http:\/\/www.boingboing.net\/2007\/07\/23\/tokyo_commuter_alarm.html\">boingboing<\/a>)<br \/>\n<center><img src='\/wp-upload\/proxemics_clock_yamanote.gif' hspace=\"10\" vspace=\"5\" \/><br \/>\n<small>Originalbild der Anzeige und nach einer Polarkoordinatentransformation.<\/small><small><\/small><\/center><br \/>\nDamit man sieht, das das im Prinzip nichts anderes ist als die Anzeige in Br\u00fcssel, habe ich das Bild mal testweise einer <strong>inversen Polarkoordinatentransformation<\/strong> unterzogen. Da sieht man, wie der Kreis zu einer Linie wird. Innerhalb der Z\u00fcge ist die Anzeige \u00fcbrigens auch bemerkenswert, dort zeigt ein <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Image:YamanoteLineDisplay6488.jpg\">Rechteck die Kreislinie<\/a> der Bahn an, siehe folgender Screenshot (Quelle: <a href=\"http:\/\/en.wikipedia.org\/wiki\/Yamanote_Line\">wikipedia<\/a>, und dann nachbearbeitet).<br \/>\n<center><img src='\/wp-upload\/YamanoteLineDisplay.gif' hspace=\"10\" vspace=\"5\" alt='' \/><\/center><\/p>\n<p>Interessant ist, die Yamanote hat auch ganz tolle <strong>Audio-Hinweise<\/strong> f\u00fcr die jeweiligen Stationen. Wenn man also drinsitzt, spielt je nach Station eine andere Melodie. So braucht man nicht gro\u00dfartig die Sprache verstehen, sondern nur seine Melodie der gew\u00fcnschten Station erkennen.<\/p>\n<p><center><iframe loading=\"lazy\" width=\"550\" height=\"300\" src=\"\/\/www.youtube.com\/embed\/NBkRGlWlxEo\" frameborder=\"0\" allowfullscreen><\/iframe><br \/>\n<a href=\"\/wp-upload\/yamanote_audios.mp3\">Depublizierungsschutz<\/a><\/center><\/p>\n<p><small><strong>Why do I blog this?<\/strong> Nun, ich bin ein wenig stolz drauf, dass es mir gelungen ist, mit der Idee von der Proxemic Box ein im wahrsten Sinn des Wortes &#8222;einleuchtendes&#8220; und zugleich &#8222;begreifbares&#8220; Modell einer Softwarekomponente meiner Dissertation zu realisieren. Es hat einfach wahnsinnig Spa\u00df gemacht, auch mal etwas zu konstruieren, f\u00fcr das man keinen Computer einschalten muss, um es jemandem zu zeigen, ein Schattentheater eben, das allein mit etwas Licht schon prima funktioniert. Die Beschaffung der Materialien im Baumarkt war reine Freude (Holzpellets, schwarze Lackfarbe, verzinkter Draht) und noch der Schreibwarenladen (ziemlich teures Transparent\/Blaupausen-Papier f\u00fcr Ingenieure, ein Profi-Cutter-Messer, zwei Plastik-Schnellhefter blau\/pink, einen aus schwarzer Pappe), den Karton hatte ich bereits. :-D<br \/>\nDas Kleben des Transparentpapiers erwies sich als trickreich, denn es fing an sich zu wellen, bei normalem Klebstoff, so dass Tesafilm den Job \u00fcbernehmen musste. Lackieren dagegen war einfach und schnell gemacht. Das Schneiden des Schriftzuges war mit der aufw\u00e4ndigste Arbeitsschritt, aber jedes Kindergartenkind und jeder Marketingexperte wissen: &#8222;Ohne Branding\/Namen kein (ungest\u00fctzter) Bekanntheitsgrad\/keine Verst\u00e4ndigung.&#8220; bzw. wor\u00fcber soll man sprechen, wenn man f\u00fcr ein &#8222;Ding&#8220; keinen Namen hat? Weil es soviel Spa\u00df gemacht hat (auch wenn vom Samstag der Vor- und Nachmittag dabei komplett draufgegangen sind) hab ich auch ein <a href=\"\/wp-upload\/proxemikBox.pdf\">kleines Fotobuch<\/a> dazu gemacht mit dem gl\u00fccklichen Konstrukteur an der Seite. F\u00fcr die finale Vorf\u00fchrung musste dann noch ein Schn\u00e4ppchenkauf f\u00fcr den &#8222;roten Vorhang&#8220; her, ein rotes Seidentuch aus der &#8222;Galeria\/Kaufhof&#8220; ist es dann geworden (Jetzt wird klar, warum auch der Samstagvormittag dran glauben musste, der &#8222;Shopping&#8220;-Teil in der Damenabteilung war mit der stre\u00dfreichste Part; Das Ergebnis war es aber wert!).<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gestern habe ich einen Vortrag \u00fcber den Stand meiner Dissertation gehalten. Das Kernprinzip einer Softwarekomponente &#8211; die ich in der Dissertation entwickelt habe &#8211; habe ich dort versucht anhand der Idee des Schattentheaters zu verdeutlichen. 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