Warum offenes & freies Internet wichtig ist

Die großen deutschen Internetanbieter (z.B. Telekom, O2, Vodafone, 1und1, alice, kabel deutschland, usw.) ob jetzt per Landleitung oder Mobil kommen zunehmend auf die Idee, dem Kunden erstmal etwas vom normalen 100%-Internetzugang wegzunehmen (z.B. werden bestimmte Netzverbindungen nicht mehr erlaubt), um ihm dann für Extrageld das was er braucht wieder zurückzugeben. Diese Art der Diskriminierung ist eine massive Verletzung der Netzneutralität bzw. des offenen Internet.


Diese Unsitte hat mittlerweile Ausmaße erreicht, die absurd sind. Es würde ein Aufschrei durch die Republik gehen, wenn die zweite und die dritte Spur auf der Autobahn nur dann benutzt werden dürfte, wenn man einen Freischaltvertrag abgeschlossen hat der sich nur alle zwei Jahre kündigen lässt. Aber genau das passiert gerade durch die ISP’s (Internet Service Provider). Wie das im Detail aussieht ist hier perfekt im „LEITFADEN für ein OFFENES INTERNET“ verdeutlicht worden. Warum also brauchen wir ein offenes Netz? Ganz einfach aus folgenden Gründen:

Die Digitale Gesellschaft hat sich dieses Themas angenommen und kämpft für Eure Rechte im Netz und für die Rechte der kommenden Generationen auf ein freies Netz. Deshalb besucht die Webseite halbesnetz.de am Besten selbst mal und macht Euch schlau.

Update 14.12.2012
Soeben hat die Digitale Gesellschaft noch eine sehr informatives Stück Text freigegeben (hier als PDF). Das Handbuch Netzneutralität erklärt…

Im Internet sollen alle Daten gleich behandelt werden – egal welche Art von Daten, woher sie kommen und wohin sie gesendet werden. Diese Gleichbehandlung heißt Netzneutralität und sie ist in Gefahr. Wir steuern auf ein Internet verschiedener Klassen zu, in dem innovative Projekte behindert, Zensurmaßnahmen hingegen erleichtert werden. Dieses Handbuch erklärt, wieso Netzneutralität wichtig ist und gesetzlich verankert werden muss.

Dringender Lesebefehl an den Besucher dieses Blog!!!

Euphemismus, der [Sachverhalt beschönigen, verhüllend oder verschleiernd darstellen]

Kurz ich möchte auf das Leistungsschutzrecht (ein 1. Klasse Euphemismus) aufmerksam machen und den geneigten Blogbesucher bitten, sich durch folgende Videovorführung ins Bild zu setzen, was das sein soll:


Quelle: Video „Leistungsschutzrecht stoppen!“ von der Initiative D64
(Die vertreten jetzt nicht wirklich meine Meinung, aber das Video ist nicht ganz so übel).


Weitere Beispiele für ganz tolle Euphemismen findet man auch regelmäßig zum selber nachgucken unter neusprech.org.

Deutlich besser als dieses Video erklärt das Ganze aber die IGEL (nein, das ist jetzt kein Tippfehler). IGEL = Initiative gegen ein Leistungsschutzrecht. Die Kurzfassung lautet:

„Das Leistungsschutzrecht für Presseverlage hätte – unabhängig von dessen konkreter Ausgestaltung – bedenkliche Auswirkungen auf die Interessen Dritter und das Gemeinwohl.“

Am Besten mal liest sich das da selbst mal in Ruhe durch.

Update 1.12.2012:
Wer sich auf dem mac mit dem Safari vor Inhalten der Verlage schützen möchte, die das Leistungsschutzrecht unterstützen, für den gibt es hier ein Plugin als Erweiterung für den Safari Browser, um diese Inhalte in Suchergebnissen auszublenden.

Why do I blog this? Das was die Verlage das gerade per massiver Lobbyarbeit durchdrücken wollen ist eine Steuererhebung für Textinhalte und eine Abgabe für das Zitieren. Also eigentlich wollen die eine zweite GEZ + GEMA in einem. Wir wissen ja wie toll das mit der GEMA und der GEZ funktioniert… so für das Allgemeinwohl und so… ja, das musste einfach mal erwähnt werden, denn viele „Konsumenten“ haben das Denken ja aus Bequemlichkeit eingestellt. Die heftige Gefahr die in dieser geistigen Umnachtung lauert ist nichts geringeres, als dass nur noch gedacht und gesagt werden darf (in Zukunft), was auch bezahlt wird. Kindergärten dürfen ja nichtmal mehr Kinderlieder singen ohne GEMA-Abgabe. Da braucht man jetzt schon eine App für damit die was singen können, damit es jemand hören kann. So und jetzt stellen wir uns mal vor, was passiert wenn ich etwas schreiben möchte und dass jemand lesen möchte. Und jetzt stellen wir uns vor, DAFÜR müsste man Gebühren/Steuern/Zeugs zahlen… na, fällt der Groschen?