Ausstellung zu Proxemik

Bedingt durch mein Dissertationsthema, dass sich mit Aspekten der virtuellen Raumwahrnehmung befasst, stosse ich immer wieder auf spannende neue Dinge, die zwar nicht direkt für meine Arbeit nützlich sind, aber dennoch interessant sein können für andere. Ein solcher Treffer ist die Webseite zur Ausstellung zum Thema Proxemik. Wer mag schaut es sich einfach mal an, z.B. die Art der Installationen (Ein Bild davon sieht man hier rechts.).

Was ist Proxemik?
Hier eine kurze und schnelle Definition: Der Begriff ‚Proxemik‘ beschäftigt sich mit der physischen Privatsphäre von Individuen und stammt von dem Anthropologen Edward T. Hall (hier ein Interview mit Ihm). Er umfasst damit seine soziologischen Untersuchungen über den Gebrauch von Raum sowie die Studien über interindividuelle Distanzen in verschiedenen Kulturen und Situationen

Update 22.6.2007
Soeben habe ich einen Link gefunden, der auf mein Blog verweist (Danke an reinhard’s blog dafür!), der mir gezeigt hat, das die Daten in diesem Beitrag schon etwas veraltet sind. Die Bilderlinks fehlen schon bzw. sind „broken“. Daher mal fix ein Update: www.zyres.net geht nicht mehr, aber jetzt findet man Info dazu unter:

Einfach klasse ist an dem Projekt, wie es zugleich absolut perfekt zu meinem LowTech-Ansatz der Proxemic Box passt. Im InfoMus Lab wird mit aufwändigen mathematischen Methoden wie Hintergrundsubtraktion der „Schatten“ von dem rest des Bildes getrennt, also de facto eine Leinwand bzw. ein Displayfeld durch Kamerabeobachtung in Echtzeit berechnet. Ein mathematisches Schattentheater wenn man so will. Folgendes Bild macht das deutlich:


Bild anklicken für große Darstellung

Positive Entwicklung der Virtuellen Hochschule Bayern

Checkpoint E-Learning schreibt rund 10.000 Studierende nutzen jetzt die vhb. – Mit fast 10.000 Studierenden, die im Wintersemester 2005/06 etwa 25.000 Belegungen in 170 Kursen gebucht haben, hat die Virtuelle Hochschule Bayern (vhb) viel erreicht. „Das entspricht dem Studienvolumen einer kleinen bis mittleren Fachhochschule,“ freut sich Geschäftsführer Dr. Paul Rühl (siehe Bild rechts). Die stärkste Nachfrage konzentriert sich derzeit auf die Fachbereiche Jura und Medizin.

Vorträge von Herrn Rühl zu den Details kann man als PDF herunterladen (Vortrag an der Finnish Virtual University ) oder als PowerPoint Datei (Vortrag auf der EDEN-Konferenz in Helsinki). Spannend ist auch nachzulesen, was Herr Rühl und seine Kollegen zum E-Learning sonst so sagen. Z.B. hier auf dem Meinungsforum „Rapid eLearning“.

Open University mit frischem Geld unterwegs

LogoDie Open University hat Visionen … und jetzt auch das Geld dafür. Etwa 10 Millionen US Dollar stehen bereit für ein weiteres Projekt des Vereinigten Königreichs, das meiner Ansicht nach einige Fragen aufwirft. Wer gibt ohne weiteres 10 Mio Dollar aus, um die Welt besser zu machen?

Oder wie soll man das Missionsziel „…promoting fair access for all.“ oder „…make learning material free on the internet“ sonst deuten, als den Versuch einer karitativen Initiative zur Weltverbesserung?

Ich denke kaum jemand der rational handelt würde eine solche Summe ohne proof-of-concept ausgeben, jedenfalls nicht professionelle karitative Einrichtungen. Was also ist der eigentliche Zweck dieser Initiative frage ich mich? Ökonomisch nachhaltige Forschung und Lehre? Ich bin gespannt, was daraus wird. Im Zweifelsfall bleibt einem immer noch der letzte Ausweg des Optimisten: „Sunk Costs are sunk.“

Vielleicht macht es aber auch Sinn, Lessons to be learned from failure of UKeU vorher nochmal gründlich zu lesen. Darin kann man lesen, dass ein Faktor für den grandiosen Fehlschlag der UKeU ein „mismatch between those with more of a business-orientated vision for UKeU and those more interested in the academic aspects and the potential educational innovation“ war. Einfach mal das hier runterladen. Immerhin wurden da bereits 85 Millionen Dollar ausgegeben. Eventuell ist auch diese Fallstudie ganz interessant.

Ich sehe dieses Grossprojekt eher skeptisch. Warum gibt es z.B. keinen kleinen Prototypen oder eine beta-Version bevor man im Oktober 2006 den großen Auftritt ankündigt?

In dem Zusammenhang mit Open Content frage ich mich insbesondere, als was man Wikipedia wohl bezeichnen könnte: Sind das nicht auch „forms of open content“? Vor diesem Hintergrund kann man unter Umständen zweifeln, ob tatsächlich gilt „The Open University of the UK is unsurpassed in the area of digitized academic material.“ Letztlich wird genau darüber der Kunde bzw. der Markt selbst entscheiden. Warten wir ab, ob die Welt der Hilfe durch die Open University bedarf und diese vielleicht sogar aktiv nachfragt. Ich meine ich finde Open Content ’ne prima Sache, aber irgendwie erscheint mir der dezentral produzierte Open Content von wikipedia viel kostengünstiger.

Unabhängig davon ist die Hewlett Foundation (die das ganze fördert) im Bildungsbreich ja löblich stark engagiert, die werden schon wissen warum sie da 10 Mios investieren. Erfolgreiche Projekte der HF sind z.B. DSPACE. Mehr dazu findet sich auch auf der Webseite der Hewlett Foundation zu Open Content.

Trotzdem zur Erinnerung – Definition: Sunk costs are unrecoverable past expenditures. These should not normally be taken into account when determining whether to continue a project or abandon it, because they cannot be recovered either way.

Update 20.6.2006: Pressemeldung bei IDW – spannend ist dort zu lesen, das die Unterscheidung zwischen „Open Content“ und „Open Source“ offenbar nebensächlich ist. In einem Nebensatz wird dort die OU in der „Führungsrolle in der Open-Source-Bewegung“ gesehen. Open Source, Open Content, Open University, Open Access, … ach ist doch egal, Hauptsache Open Something, deshalb landet es auch genau in dieser Kategorie bei mir!

Update 22.1.2008
Note to self: „Die OU hat es offenbar ziemlich erfolgreich gepackt! Bei nächster Gelegenheit und vor allem nach Abgabe der Dissertation eine kleine Lobeshymne mit viel Respekt für die Leistung abfassen.“ – Bis dahin bitte etwas Geduld… :-)