t=+35, nach dem Urknall der Computerspiele

pongfathers.pngEin Artikel des Stern hat mir nochmal vor Augen geführt, wie sonderbar sich die Debatte um das Dauerthema „Sind Computerspiele gut oder böse?“ wohl über 35 Jahre hinweg entwickelt haben muss. Eines der ersten richtig schön Spaß bereitenden Spiele ist nämlich 35 Jahre alt geworden, „Pong“. Darüber informieren kann man sich im Atarimuseum, das eine Menge Fakten rund um den Klassiker und viele andere Spiele zusammengestellt hat mit schönen Originalbildern. Aber das ist natürlich nur ein Teil der Legende.

gameblm.gifRichtig leben tun Klassiker wie z.B. Pong, Tetris, Pac Man und Space Invaders erst in den vielen, vielen kreativen Neuauflagen, wie dem Human Pong, der Pong Mechanik, dem Animated Retro Table Tennis Shirt, oder gar dem Blinkenlights Interaktiv Pong.

Nun die große Frage: Ist Pong schuld daran, dass der Mensch des 21igsten Jahrhunderts seinem Spieltrieb nachgeht und nach wie vor ein weißes Quadrat mit einer weißen Linie vor dem schwarzen Nichts bewahrt? Worin genau liegen die Unterschiede zwischen „SpaceWar!“ (einem Computerspiel, dass bereits weitere 10 Jahre vor Pong entstand) und „Kuma War“? Interessant auch, dass Pong einen wenn auch eher nicht so bekannten analogen Vorgänger hatte, Tennis for two umgesetzt auf einem Oszilloskop.

Vielleicht hilft hier ein Artikel des Pong-Erfinders weiter, Titel „Relationships between fun and the computer business“. Darin beschreibt Nolan Bushnell warum u.a. auch „Collaborative computing“ ein Kind des Computerspiels ist und somit Spiele Relevanz für Businessanwendungen haben.

Update 24.2.2014
Gerade hab ich mal wieder „Hackers“ (IMDB) gesehen. Dabei hab ich ganz zum Schluss eine schöne Beobachtung gemacht.

Laut Wikipedia kam der „Hackers – Im Netz des FBI“-Film 1995 raus. Interessant ist, dass Blinkenlights 2001 vorgestellt wurde. Interessant dran ist, dass es im Film eine Schlussszene gibt, in der das liebenswerte Hackerpärchen im Pool planscht und Dade Murphy alias Zero Cool, alias Crash Override für sein Herzblatt Kate Libby alias Acid Burn den meiner Ansicht nach ersten LOVELETTER auf die Skyline von New York zaubert, und zwar hier:

blinkenlights_alpha_550

Ich zitiere mal aus dem Blinkenlights Projekt die Beschreibung zum LoveLetter:

Sharing love

So when people turned to us with their superpersonal movies, we got back to them handing out a personal code that they could use to activate their movie at will at any time. By calling the Pong game, waiting for the connection to become established and the entering the code using the telephone’s keyboard they could move the game aside and start their movie on the building.

The love letter was shown as long as the telephone connection remained established giving everybody enough time to impress and kiss. Once the call ends, Blinkenlights just returned to its ordinary routing of presenting more of the impressive animations so many people have contributed to the project.

Der wohl schönste/bekannteste/kitschigste/aufwändigste(?) auf jeden Fall vergleichbar zu „Hackers“ äquivalenteste LoveLetter bei Blinkenlights war dieser hier:

Anna LoveLetter Blinkenlights Animated GIF

blinkenarea_logoEine detaillierte Vorstellung zu diesem Film und Blinkenlights gibt es hier auf dem 18c3.

Ein Ausflug in die BlinkenArea lohnt sich übrigens auch sehr.

Why do I blog this? Ich finde Spielen gehört zum Menschen einfach dazu. Seit 35 Jahren gibt es nun bereits Pong und Computerspiele werden seitdem immer populärer. Sogar Delfine spielen z.B. mit Luftringen unter Wasser, warum sollten wir das also nicht auch tun? Und letztlich gilt ja auch, wer sich auf ein neues Spiel einlässt der ist auch bereit etwas Neues zu Lernen. Ich frage mich auch, ob Eltern wohl schon damals ihre Kinder durch Pong-spielen für gefährdet hielten?

3 Gedanken zu „t=+35, nach dem Urknall der Computerspiele“

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