Qwantensprung bei europäischen Suchmaschinen

Vor einiger Zeit habe ich einen Artikel zu Suchmaschinen geschrieben… der letzte Eintrag ist eine Weile her.

Es wird Zeit mal wieder auf die Suchmaschinenwelt zu schauen. Vor allem, weil es mittlerweile nicht mehr Google sein muss. Es gibt eine europäische Alternative die tatsächlich sehr sehr brauchbar ist aus meiner Sicht.

Qwant.com

Und Qwant hat tatsächlich so einiges zu bieten. Vor über 4 Jahren habe ich Qwant zum letzten Mal unter die Lupe genommen. Schon damals war es vielversprechend. Doch ein jetziger Besuch hat gezeigt dass Qwant jetzt ein ernstzunehmender Player ist.

Die Suchmaschine hat sich super entwickelt. Wer sich Qwant näher anschauen möchte, der installiert am Besten gleich das Plugin für z.B. Chrome.

Schritt 1

Ein Besuch der Qwant Seite schlägt das Plugin vor und das ist tatsächlich eine Angelegenheit die schnell gemacht ist.

Schritt 2

Man gewährt dem Plugin einfach die Rechte, auch die Sucheingabeleiste des Browsers zu übernehmen. Da dort vermutlich entweder DuckDuckGo oder Google aktiv ist, ist es höchstwahrscheinlich eine Verbesserung, wenn man dort mal Qwant installiert.

Schritt 3

Ist das Plugin installiert, ist nicht mehr viel zu tun.

Schritt 4

Es wird die Installation bestätigt und dort lernt man, dass es auch für andere Browser bereits Plugins gibt.

Schritt 5

Man kann das kleine Q-Icon anklicken und dann eine Suche ausführen. Fertig.

Schritt 6

Und zack hat man Suchergebnisse die auffällig unauffällig sind und derzeit ohne Werbung (zumindest bei mir).

Schritt 7

WICHTIG: Nicht vom Google Chrome Browser nochmal dazu überreden lassen Qwant diese Rechte wieder wegzunehmen. Google versucht es natürlich SOFORT hier einen Riegel vorzuschieben.

Zusatzfeatures

Qwant bietet einen Junior Mode, bei dem man Kindersicher suchen kann. Und es gibt eine Version OHNE Javascript, was ich ganz großartig finde. Und dann kann man offenbar auch nach Musik suchen und die Anzeige von Suchergebnissen auf einer Karte ist auch ganz famos.

Als besonderes Bonbon gibt es auch einen Darkmode und selbstverständlich supported Qwant den Bang!-Suchmode z.B. um eine Sucheingabe direkt an Wolfram Alpha weiterzuleiten gibt man ein !wa How far away is Voyager 2 from Earth. Das Ergebnis folgt prompt:

Why do I blog this? Ich bin ganz angetan von der Entwicklung die Qwant die letzten 4 Jahre hingelegt hat. Und da Google ja das Monopol nicht nur bei dem Webbrowser an sich zu reissen versucht, sollte man hier mal bewusst neue Alternativen in Erwägung ziehen. Ach so, und natürlich habe ich „Quantensprung“ absichtlich anders geschrieben. :-)

Theodor Holm Nelson

Ted Nelson ist 80 Jahre alt geworden.

Nelson prägte Begriffe wie Hypertext (1965) und Hypercoins (1970), das Bezahlen für „transklusive“ Links mit Micropayment-Verfahren. Sein Hypertext-System Xanadu gehört zu den großen unvollendeten Projekten der Menschheit, denn schließlich hatte es das Ziel, das gesamte Textkorpus der Zivilisation als „Docuverse“ zu umfassen.

Angesichts seines 80. Geburtstags am heutigen 17. Juni kann der stets streitbare Ted Nelson vielleicht gelassener als früher auf sein Werk blicken. Gegenüber dem deutschen Filmemacher Werner Herzog hatte er im Dokumentarfilm Lo and Behold: Reveries Of The Connected World (deutscher Titel: Wovon träumt das Internet?) 2016 auf seinem Hausboot davon gesprochen.

Ted ist ein Urgestein des Netzes. Viele missverstehen ihn, oder wollen ihn missverstehen, weil er weniger ein Softwareentwickler denn ein Konzeptentwickler ist. Ted hat coole Ideen gehabt und hat sie immer noch, die immer noch topaktuell sind. Man fragt sich warum sie bislang nicht realisiert wurden.

Schaut euch seine Videos im YT-Kanal an solange sie noch online sind, oder „Re-Use, Free Use — Transcopyright — THE REAL COPYRIGHT ISSUE IS ON-LINE QUOTATION“, oder Transliterature (This open standard is undergoing revision, in order to harmonize with the first implementation: XanaduSpace(tm), which may be downloaded from xanarama.net), oder den Xanadu-Transquoter.

Ted Nelson in Herzog’s „Lo and Behold“
Depublikationsschutz

Why do I blog this? Ted ist jemand dessen Ideen ich bewundert habe. Die gesamte Zeit über die ich von 2002 bis 2008 an einer E-Learninglösung gearbeitet habe, hat mich vor allem seine Idee des Paralleltextes fasziniert. Ich hatte einen funktionierenden Prototypen für Paralleltext erstellt. Ich muss den Kram mal ausgraben… Ich ärgere mich, dass ich nie die ComputerLib mal persönlich in Händen halten konnte.

DIY RFID Body-Tagging

Gibt es hier, bei https://cyberise.me bzw. entsprechendes Zubehör um sich selbst eine „Hundemarke“ zu verschaffen. Als Datenspeicher taugt das wohl eher nicht so… max. Datenkapazität die ich so gesehen habe waren 888 bytes, also nichtmal den Private Key für PGP kann man da drauf speichern. Für mich uninteressant.

Quelle: Cory Doctorow https://twitter.com/doctorow/status/825446425723035648

Why do I blog this? Ein Schritt weiter zum Cyborg. Bislang gab es das ja eher für Hunde und Katzen… jetzt also ganz praktisch zum selber taggen.